1 Überblick

 

Zusammenfassung

Der vorliegende Fragebogen erfasst die Bedeutung, die Personen zentralen Lebensbereichen beimessen.

 

Zitierung

Münch, K., Hübner, M., Reinecke, J., & Schmidt, P. (2014). Bedeutung verschiedener Lebensbereiche. Zusammenstellung sozialwissenschaftlicher Items und Skalen. doi:10.6102/zis42

Titel: Bedeutung verschiedener Lebensbereiche

Autor/in: Münch, Hübner, Reinecke, & Schmidt

In ZIS seit: 1999

Anzahl der Items: 8

Reliabilität: .69 bis .78

Validität: Hinweise auf die Konstruktvalidität.

Konstrukt: Bedeutung

Schlagwörter: Partnerschaft, Familie, Beruf, Ausbildung

Sprache Dokumentation: deutsch

Sprache Items: deutsch

Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein

Entwicklungsstand: validiert

2 Instrument

 

Instruktion

Auf dieser Liste stehen jetzt verschiedene Lebensbereiche. Bitte sagen Sie mir nur anhand des Buchstabens, wie wichtig Ihnen diese persönlich sind. Mit den Buchstaben zwischen "überhaupt nicht wichtig" und "sehr wichtig" können Sie uns Ihre Meinung abgestuft sagen.

 

Items

Nr.

Item

1

Eigene Partnerschaft.

2

Schulische und berufliche Ausbildung.

3

Finanzielle Situation.

4

Sexualität.

5

Eigene Familie und Kinder.

6

Berufliches Vorankommen.

7

(Später) erwerbstätig zu sein.

8

(Später) erwerbstätig zu sein und Kinder zu haben.

 

Antwortvorgaben

Siebenstufige Ratingskalen mit den Ankern „überhaupt nicht wichtig“ und „sehr wichtig“.

 

Auswertungshinweise

Auswertungshinweise und die Ergebnisse der Studie dokumentieren ausführlich Hübner, Münch, Reinecke und Schmidt (1998).

 

 

3 Theoretischer Hintergrund

 

Das Instrument soll die Bedeutung erfassen, die die Zielpersonen zentralen Lebensbereichen beimessen. Es wurde ohne Bezug auf eine explizite Theorie konstruiert.

 

 

4 Skalenentwicklung

 

Itemkonstruktion und Itemselektion

Dieses Instrument wurde gemeinsam mit anderen in dem Projekt  "Kontrazeption und Sexualität 16-24-jähriger Jugendlicher und junger Erwachsener" in einer repräsentativen Wiederholungsbefragung erprobt, die im Auftrag der "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA)" durchgeführt wurde. Die Instrumentenentwicklung erfolgte u.a. in Anlehnung an Studien, die 1991 im Auftrag des BMFT und 1994 im Auftrag der BZGA durchgeführt wurden (vgl. Nickel, Plies & Schmidt, 1995; Plies, Nickel & Schmidt, 1998). Das Item "später erwerbstätig zu sein und Kinder zu haben" wurde 1994 eingeführt.

 

Stichproben

Die Zielgruppe waren alle im Bundesgebiet lebenden Personen deutscher Staatsbürgerschaft im Alter von 16 bis einschließlich 24 Jahren. Befragt wurden 1223 Jugendliche und junge Erwachsene. Die Auswahl der Zielpersonen erfolgte mittels Quota-Verfahren. Als Grundlagen der Quotierung erfolgte eine an den amtlichen Daten des Statistischen Bundesamtes (Stand: 31.12.94) orientierte Verteilung der Merkmale Geschlecht, Bundesland und Ortsgrößenklassen 16- bis 24-jähriger entsprechend dem Standard des Arbeitskreises Deutscher Marktforschungsinstitute. Die regionale Streuung wurde über den Einsatz von 221 an der Datenerhebung beteiligten InterviewerInnen gewährleistet. Hinsichtlich der Zusammensetzung der Stichprobe nach Alter und formalem Bildungsgrad bestehen gegenüber der Grundgesamtheit keine systematischen Abweichungen.

 

Itemanalysen

Eine explorative FaktorenanalyseHotwordStyle=BookDefault;  (Hauptachsen, Oblimin) führt zu zwei Dimensionen (Tabelle 1). Die eine Dimension bildet Beruf und Karriere ab, die andere Partnerschaft und Sexualität. Der Mittelwert für die Items des Faktors "Beruf und Karriere" beträgt 24.3 (s = 3.9). Für den Faktor "Partnerschaft und Familie" beträgt der Mittelwert 21.3 (s = 4.7). Die Faktormatrix HotwordStyle=BookDefault; ist wiedergegeben (Tabelle 2).

 

Tabelle 1

Extrahierte Faktoren mit Eigenwert und Anteil erklärter Varianz für die Items zur "Bedeutung verschiedener Lebensbereiche" (n = 1223)

 

 

Erklärte Varianz %

Item

Eigenwert

pro Faktor

kumuliert

Beruf & Karriere

2.46

30.8

 

Partnerschaft & Sexualität

1.01

12.6

43.4

 

Tabelle 2

Faktorladungen der Items "Bedeutung verschiedener Lebensbereiche" (n=1223)

 

Beruf & Karriere

Partnerschaft & Familie

Eigene Partnerschaft      

-.01

.61

Schulische/berufl. Ausbildung

.64

.01

Finanzielle Situation     

.55

.08

Sexualität                

.07

.45

Eigene Familie und Kinder 

-.15

.84

Berufliches Vorankommen   

.76

.02

Erwerbstätigkeit          

.77

-.07

Erwerbstätigkeit und Kinder

.20

.46

 

Itemkennwerte

Die TrennschärfenHotwordStyle=BookDefault;  für die Einzelitems liegen vor (Tabelle 3).

 

Tabelle 3

Trennschärfen (T), Schiefe (S) und Cronbachs Alpha if Item deleted (CA) für die Items zur "Bedeutung verschiedener Lebensbereiche" (n = 1223)

 

T

S

CA

1. Eigene Partnerschaft      

.44

-1.28

.72

2. Ausbildung                

.43

-1.80

.72

3. Finanzielle Situation     

.43

-1.34

.72

4. Sexualität                

.38

-0.83

.73

5. Eigene Familie und Kinder 

.42

-0.48

.73

6. Berufliches Vorankommen   

.50

-1.38

.71

7. Erwerbstätigkeit          

.45

-1.87

.72

8. Erwerbstätigkeit und Kinder

.48

-0.81

.71

Anmerkungen. Alle Werte sind statistisch signifikant (0.1%-Niveau)

 

 

5 Gütekriterien

 

Reliabilität

Die Reliabilität der Gesamtskala beträgt .75 (Cronbach´s Alpha). Für die Items des FaktorsHotwordStyle=BookDefault;  "Beruf und Karriere" liegt Cronbachs Alpha bei .78, für die des Faktors "Partnerschaft und Familie" bei .69 (Tabelle 2). Weitere Itemkennwerte (Trennschärfe, Schiefe und AlphaHotwordStyle=BookDefault; ) für die Einzelitems liegen vor (Tabelle 3).

 

Validität

Nach einer explorativen FaktorenanalyseHotwordStyle=BookDefault;  (Hauptachsen, Oblimin) bilden die Items des Instruments zwei Dimensionen ab (Tabelle 1). Allgemein sind die Korrelationen zwischen den Items eher niedrig. Die KorrelationsmatrixHotwordStyle=BookDefault;  zeigt jedoch höhere Zusammenhänge jeweils zwischen den Items einer der beiden Dimensionen (Tabelle 4).

Detaillierte Angaben zur externen Validität der Teilskalen machen Hübner, Münch, Reinecke und Schmidt (1998). Für die Subgruppen Geschlecht, Ost/West, Alter und gegebenenfalls Bildung, Koituserfahrung und PartnerInnenstatus werden fast durchgängig signifikante Mittelwertunterschiede bzw. Prozentsatzdifferenzen ausgewiesen.

 

Tabelle 4

Korrelationen zwischen den Items zu "Bedeutung verschiedener Lebensbereiche" (n = 1223)

Item

1

2

3

4

5

6

7

8

1

1.00

 

 

 

 

 

 

 

2

.20

1.00

 

 

 

 

 

 

3

.19

.36

1.00

 

 

 

 

 

4

.45

.11

.29

1.00

 

 

 

 

5

.44

.14

.13

.29

1.00

 

 

 

6

.20

.53

.47

.18

.19

1.00

 

 

7

.10

.47

.41

.16

.061

.54

1.00

 

8

.24

.23

.21

.19

.53

.27

.37

1.00

Anmerkungen. 1statistisch nicht signifikante Korrelationen; alle übrigen Korrelationen sind statistisch signifikant (0.1%-Niveau).

 

Deskriptive Statistiken (Normierung)

Der Mittelwert der Skala beträgt 45.6 (Standardabweichung s = 7.0). Die Mittelwerte und Standardabweichungen der ItemsHotwordStyle=BookDefault;  liegen vor (Tabelle 5).

 

Tabelle 5

Mittelwerte (M) und Standardabweichungen (SD) der Items zu "Bedeutung verschiedener Lebensbereiche" (n = 1223)

 

M

SD

Eigene Partnerschaft      

5.85

1.48

Schulische/berufl. Ausbildung

6.16

1.23

Finanzielle Situation     

6.01

1.23

Sexualität                

5.44

1.43

Eigene Familie und Kinder 

4.78

1.91

Berufliches Vorankommen   

5.92

1.27

Erwerbstätigkeit          

6.17

1.25

Erwerbstätigkeit und Kinder

5.24

1.67

 


 

6 Literatur und Datenquellen

 

Kontakt zu Autor(en)

-       Katrin Münch, Dipl.-Soz.wiss., Universität-Gesamthochschule Kassel, e-mail: muench@Hochschulforschung.uni-kassel.de Marc Hübner, Dipl.-Soz.wiss., infas TTR, Frankfurt am Main, e-mail: marc.huebner@infas-ttr.de

-       Jost Reinecke, PD Dr., Universität Bielefeld, e-mai: jost.reineck@uni-bielefeld.de

-       Peter Schmidt, Prof. Dr., emeritus.

 

Literaturverzeichnis

Ajzen., I., & Fishbein, M. (1980). Understanding attitudes and predicting social behavior. Englewood Cliffs; NJ: Prentice-Hall.

Ajzen, I. (1985). From Intention to action: A theory of planned behavior. In J. Kuhl & J. Beckmann (Hrsg.), Action control: From cognition to behavior (S. 11-39). New York: Springer Verlag.

Ajzen, I. (1988). Attitudes, personality, and behavior. Chicago: Dorsey.

Ajzen, I. (1991). The theory of planned behavior. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 50, 179-211.

Fishbein, M., & Ajzen, I. (1975). Beliefs, intention and behavior: An introduction to theory and research. Reading, MA: Addison-Wesley.

Fishbein, M. & Ajzen, I. (1981). Attitudes and voting behavior: An application of the theory of reasoned action. In G.M. Stephenson & J.M. Davis (Hrsg.), Progress in applied social psychology, Vol. 1 (S. 215-213). New York: Wiley.

Hübner, M., Münch, K., Reinecke, J., & Schmidt, P. (1998). Sexual- und Verhütungsverhalten 16-24-jähriger Jugendlicher und junger Erwachsener. Eine repräsentative Wiederholungsbefragung. Fachheftreihe zu Forschung und Praxis der Sexualaufklärung und Familienplanung, Band 12. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Nickel, B., Plies, K., & Schmidt, P. (1995). Einfluß neuer gesetzlicher Regelungen auf das Verhütungsverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener. Eine repräsentative Studie. Fachheftreihe zu Forschung und Praxis der Sexualaufklärung und Familienplanung, Band. 3. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Plies, K., Nickel, B., & Schmidt, P. (1998). Zwischen Lust und Frust. Jugendsexualität in den neunziger Jahren. Opladen: Leske und Buderich.

Verplanken, B., Henk, A., van Knippenberg, A., & van Knippenberg, C. (1994). Attitudes versus general habit: Antecedents of travel mode choice. Journal of Applied Psychology, 14, 285-300.