1 Überblick

 

Zusammenfassung

Die Skala Internalisierung von Arbeitsnormen erfasst mit 13 Items, wie sehr ein Mitarbeiter traditionelle Normen wie Pflichterfüllung und Engagement übernommen hat.

 

Zitierung

Fischer, A. & Kohr, H. (2014). Internalisierung der Arbeitsnormen. Zusammenstellung sozialwissenschaftlicher Items und Skalen. doi:10.6102/zis5

Titel: Internalisierung der Arbeitsnormen

Autor/in: Fischer & Kohr

In ZIS seit: 1997

Anzahl der Items: 13

Reliabilität: .81

Validität: Validierungshinweise werden nicht gegeben.

Konstrukt: Internalisierung

Schlagwörter: Normen, Pflicht, Engagement

Sprache Dokumentation: deutsch

Sprache Items: deutsch

Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein

Entwicklungsstand: erprobt

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2 Instrument

 

Fischer und Kohr (1980) erfassen "Zentrale Arbeitsperzeptionen Berufstätiger" mit Hilfe verschiedener Subskalen. Sie wurden als Ergänzung zu den Skalen "Sozio-politische Einstellungen" entwickelt, speziell in Anlehnung an die Items der Skala "Verfügungsgewalt".

 

Instruktion

Die Testanweisung liegt nicht vor.

 

Items

 

Nr.

Item

Polung

Kurzform

1

Wenn ich nicht arbeite, bin ich nicht zufrieden.

+

X

2

Es kommt öfter vor, dass mir im Urlaub meine Arbeit fehlt.

+

 

3

Mein Beruf ist mein Hobby.

+

X

4

Ohne Arbeit ist mein Leben leer.

+

X

5

Ich liebe meine Arbeit.

+

 

6

Wenn's nach mir ginge, ich bräuchte keinen Urlaub.

+

 

7

Wer zur Arbeit zu faul ist, darf vom Leben nicht viel erwarten.

+

 

8

Meine Arbeit beansprucht mich so, dass ich kaum noch für andere Dinge Zeit habe.

+

 

9

Nicht Geld, sondern Arbeit macht das Leben reich.

+

X

10

Meine Arbeit füllt mich voll aus.

+

 

11

Der Charakter eines Menschen zeigt sich bei der Arbeit.

+

X

12

Man muss bereit sein, für seine Arbeit auch private Opfer zu bringen.

+

 

13

Erst durch die Arbeit bekommt das Leben einen Sinn.

+

X

 

Antwortvorgaben

Es wurden 5-stufige Likert-Skalen mit den Antwortvorgaben zutreffend (1), eher zutreffend (2), weder/noch (3), eher unzutreffend (4), unzutreffend (5) verwendet.

 

Zusätzlich zu der 13-Item-Form wurde eine Kurzfassung mit den Items Nr. 1, 3, 4, 9, 11, 13 entwickelt.

 

Auswertungshinweise

Bei der Auswertung werden die Antworten über die Items addiert. "Zutreffend" erhielt den Wert 5, "eher zutreffend" den Wert 4, "weder/noch" den Wert 3, "eher unzutreffend" den Wert 2 und "unzutreffend" den Wert 1.

3 Theoretischer Hintergrund

 

Fischer und Kohr (1980) entwickelten fünf Skalen zur Erfassung zentraler Arbeitsperzeptionen Berufstätiger in Zusammenarbeit mit Ekkehart Lippert, Roland Wakenhut, Fritz-Felix Zelinka und Ralf Zoll. Sie sollen die Skalen Sozio-politische Einstellungen dieser Autoren ergänzen.

Die Autoren gehen dabei von der Annahme aus, dass sich das Verhalten des Menschen im sozio-politischen Kontext ohne Berücksichtigung des Arbeitsbereiches nicht adäquat beschreiben lässt: Für den erwerbstätigen Menschen ist die Arbeit ein Kernbereich, in dem Interaktionen mit anderen Menschen und damit Lern- und Anpassungsprozesse stattfinden, die das Verhalten, die Kognitionen und Emotionen des arbeitenden Menschen betreffen.

Zwei Skalen sollen deshalb erfassen, inwieweit Befragte von sich selbst meinen, Untergebenen- bzw. Vorgesetztenfunktionen zu erfüllen. Eine dritte Skala bezieht sich auf die "Internalisierung von Arbeitsnormen": "Diese Skala betrifft die Verinnerlichung der traditionellen Normen wie Pflichterfüllung und Engagement. Da sie sich auf gesellschaftlich-ideologische Normen bezieht, indiziert der Skalenwert den Grad, in dem der einzelne diese Normen übernommen hat bzw. sich von diesen distanziert. Diese Normen überschneiden sich zumindest teilweise mit denen, die für die Tätigkeit des Vorgesetzten maßgeblich sind. Deshalb ist eine substantielle Korrelation zwischen dem der Internalisierung der Arbeitsanforderungen und dem der Perzeption in der Vorgesetztenfunktion zu erwarten." (Fischer & Kohr, 1980, S. 122).

Eine vierte Skala ist mit "Arbeit als Mittel zur Existenzsicherung" überschrieben: "Mit dieser Skala soll erfasst werden, inwieweit die Arbeit unter dem Gesichtspunkt des Gelderwerbs betrachtet wird und das Motiv des "gut Verdienens" bei der Beurteilung der eigenen Arbeit zentral ist. Es ist zu erwarten, dass diese Einstellung zur Arbeit bedeutsam mit der Perzeption in der Funktion des Untergebenen korreliert, da die Wahrnehmung der Abhängigkeit, Weisungsgebundenheit und Fremdbestimmtheit zumindest partiell als Ursache dafür gelten kann, dass eine Person ihre Arbeit tendenziell unter dem Aspekt der Existenzsicherung betrachtet" (Fischer & Kohr, 1980, S. 123). Die fünfte Skala schließlich thematisiert  "Entfremdung von der Arbeit". Sie soll erfassen, ob Personen ihrer Arbeit einen Sinn zuschreiben oder diese als eigentlich sinnfrei betrachten.

 

4 Skalenentwicklung

 

Itemkonstruktion und Itemselektion

Die fünf Skalen zur Erfassung zentraler Arbeitsperzeptionen Berufstätiger wurden von Fischer und Kohr (1980) in Zusammenarbeit mit Ekkehart Lippert, Roland Wakenhut, Fritz-Felix Zelinka und Ralf Zoll als Ergänzung der Skalen zur Erfassung sozio-politischer Einstellungen entwickelt, speziell in Anlehnung an die Items der Skala "Verfügungsgewalt".

 

Stichproben

Die Daten basieren auf einer für die Bevölkerung der Erwachsenen der BRD repräsentativen Umfrage (N = 2505 Befragte; März 1976).

 

Itemanalysen

Die Eindimensionalität wurde nicht geprüft. Für die Kurzformen wurde jedoch eine simultane Faktorenanalyse durchgeführt. Nach dieser laden nahezu alle Items nicht nur auf ihrer Zieldimension, sondern auch auf Fremddimensionen nicht unbedeutend.

 

Itemkennwerte

Die korrigierten Trennschärfekoeffizienten (Tabelle 1) liegen zwischen .17 und .63.

 

Tabelle 1

Korrigierte Trennschärfekoeffizienten der Items für die fünf Subskalen zu "Zentrale Arbeitsperzeptionen"

Item

Internalisierung Arbeitsnormen

1

.48

2

.38

3

.50

4

.56

5

.58

6

.17

7

.37

8

.21

9

.51

10

.56

11

.44

12

.45

13

.63

 

 

5 Gütekriterien

 

Reliabilität

Die internen Konsistenzen (Cronbachs Alpha) der Skala "Internalisierung Arbeitsnormen" beträgt .81.

 

Validität

Validierungshinweise werden nicht gegeben.

Deskriptive Statistiken (Normierung)

Die Verteilung der Skalenwerte (Tabelle 2), die relativen Antworthäufigkeiten (Tabelle 3) und die Mittelwerte und Standardabweichungen (Tabelle 4) der Items liegen vor.

 

Tabelle 2

Verteilung der Skalenwerte für die Subskala "Internalisierung der Arbeitsnormen"

Internalisierung der Arbeitsnormen

Skalenwert

Häufigkeit

33 - 35

ca. 24 %

36 - 41

ca. 24 %

42 - 47

ca. 25 %

48 - 65

ca. 27 %

 

Tabelle 3

Relative Antworthäufigkeiten für die Subskala "Internalisierung der Arbeitsnormen"

 

Antwort (%)

Item

1

2

3

4

5

Internalisierung der Arbeitsnormen:

01

41

27

18

8

6

02

7

10

18

20

45

03

13

16

27

16

28

04

29

27

19

12

14

05

35

33

22

6

4

06

4

3

8

17

68

07

46

30

14

6

4

08

8

19

25

25

23

09

9

19

37

19

16

10

36

34

17

9

4

11

25

32

26

10

7

12

24

33

23

11

9

13

21

31

25

12

11


Tabelle 4

Mittelwerte (M) und Standardabweichungen (s) der Items für die Subskala "Internalisierung der Arbeitsnormen"

Internalisierung der Arbeitsnormen

Item

M

s

01

3.89

1.19

02

2.15

1.29

03

2.69

1.36

04

3.45

1.37

05

3.90

1.06

06

1.59

1.04

07

4.09

1.09

08

2.65

1.26

09

2.86

1.17

10

3.88

1.12

11

3.57

1.19

12

3.51

1.29

13

3.39

1.25

 

 

6 Literatur und Datenquellen

 

Kontakt zu Autor(en)

-       Heinz-Ulrich Kohr, Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr (SOWI), Winzererstr. 52, D-80797 München.

Literaturverzeichnis

Fischer, A., & Kohr, H. (1980). Politisches Verhalten und empirische Sozialforschung: Leistung und

Grenzen von Befragungsinstrumenten. München: Juventa.