IDR-24 - Skala zur Erfassung der Anpassungsfähigkeit an digitale Lehr-/Lernbedingungen (Individual Digital Readiness)
Rollenkonflikt
Soziale Stressoren am Arbeitsplatz
Work-Family Conflict Scale (ISSP)

IDR-24 - Skala zur Erfassung der Anpassungsfähigkeit an digitale Lehr-/Lernbedingungen (Individual Digital Readiness)

Author: Steinbacher, J., &, Rietz, C.
In ZIS Since: 2024
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Summary:

Die IDR-24 ist eine ökonomische Skala zur Erfassung der Anpassungsfähigkeit an digitale Lehr-/Lernbedingungen (Individual Digital Readiness). Die IDR-24 umfasst acht Subskalen (Lösungsorientierung, Digitale Sozialität, Reflexivität, Lernbereitschaft, Selbstorganisation, Zukunftsorientierung, Technikaffinität, Digitale Partizipation) mit jeweils drei Items. Die Skala ist einfach in verschiedenen Erhebungsmodi zu administrieren. Die dokumentierten Befunde zur psychometrischen Güte der IDR-24 legen nahe, dass die Skala nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine reliable und valide Erfassung der Individual Digital Readiness erlaubt. Die Anwendung der IDR-24 kann derzeit bei lehrenden Personen an Hochschulen und Schulen sowie lernenden Personen an Hochschulen und in der Erwachsenen- und Weiterbildung im deutschsprachigen Raum empfohlen werden.

Abstract:

The IDR-24 is an economic scale for measuring adaptability to online teaching and learning conditions (Individual Digital Readiness). The IDR-24 comprises eight subscales (solution orientation, digital sociality, reflexivity, willingness to learn, autonomy, future orientation, affinity for technology, digital participation), each containing three items. The scale is easy to administer in various survey modes. The documented findings on the psychometric quality of the IDR-24 suggest that the scale not only allows for an economic, but also a reliable and valid measurement of Individual Digital Readiness. The use of the IDR-24 is currently being recommended for teaching professionals at universities and schools, as well as for learners in higher education and in adult and continuing education in German-speaking countries.


Language Documentation: deutsch
Language Items: deutsch
Number of Items: 24
Processing Time: zweieinhalb Minuten (Schätzung basierend auf CASI-Modus)
Reliability: Cronbachs Alpha α = .53 bis .80; McDonalds Omega ω = .54 bis .80
Validity: Hinweise auf faktorielle Validität, konvergente und diskriminante Validität
Construct: Individual Digital Readiness
Catchwords: Individual Digital Readiness, Reifegrad, Resilienz
Item(s) used in Representative Survey: ja
Scale development:

Instruktion

Bitte schätzen Sie ein, inwieweit die folgenden Aussagen auf Sie persönlich zutreffen.

 

Items

Tabelle 1

Items der Skala IDR-24

Nr.

Item

Polung

Subskala

1

Wenn ich mit einem digitalen Lehr-/Lernformat unzufrieden bin, habe ich in der Regel schnell eine Idee, was daran verbessert werden könnte.

+

Lösungsorientierung

2

Mir gelingt es, konkrete Lösungsansätze zur Verbesserung digitaler Lehr-/Lernbedingungen aufzuzeigen.

+

Lösungsorientierung

3

Ganz gleich welchen Herausforderungen ich in der Online-Lehre begegne, normalerweise finde ich eine Lösung.

+

Lösungsorientierung

4

Eine effektive Zusammenarbeit ist digital möglich.

+

Digitale Sozialität

5

Ich nutze Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit.

+

Digitale Sozialität

6

Im Digitalen fällt es mir leicht, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen.

+

Digitale Sozialität

7

Ich denke häufig über meinen Umgang mit digitalen Lehr-/Lernformaten nach.

+

Reflexivität

8

Es beschäftigt mich, wie der Kompetenzerwerb auch unter digitalen Bedingungen sichergestellt werden kann.

+

Reflexivität

9

Ich frage mich, wie digitales Lehren und Lernen in meinem Fach gelingen kann.

+

Reflexivität

10

Herausfordernde Situationen in der Online-Lehre sehe ich als Chance, um zu wachsen und zu lernen.

+

Lernbereitschaft

11

Ich bin bereit, alte Gewohnheiten zu ändern, um neue Vorgehensweisen zu lernen.

+

Lernbereitschaft

12

In der digitalen Lehre probiere ich gerne Neues aus.

+

Lernbereitschaft

13

In meinem Arbeits-/Studienalltag habe ich oft Angst, wichtige Informationen zu verpassen.

–

Selbstorganisation

14

Wenn ich auf mich allein gestellt bin, fühle ich mich schnell überfordert.

–

Selbstorganisation

15

Wenn ich auf mich allein gestellt bin, verliere ich schnell den Überblick.

–

Selbstorganisation

16

In der digitalen Lehre sehe ich großes Potenzial.

+

Zukunftsorientierung

17

In der Zukunft wünsche ich mir digitale Lehr-/Lernformate als festen Bestandteil meiner Lehre/meines Studiums.

+

Zukunftsorientierung

18

Ich frage mich, wie digitales Lehren und Lernen in der Zukunft qualitativ weiterentwickelt werden kann.

+

Zukunftsorientierung

19

Ich habe Angst, die Kontrolle über technische Systeme in der Online-Lehre zu verlieren.

–

Technikaffinität

20

Im Umgang mit neuen digitalen Anwendungen habe ich oft Angst, etwas falsch zu machen.

–

Technikaffinität

21

Mit digitalen Lehr-/Lernplattformen beschäftige ich mich nur, weil ich muss.

–

Technikaffinität

22

Als Teilnehmer:in einer digitalen Veranstaltung schalte ich meine Kamera in der Regel ein.

+

Digitale Partizipation

23

In digitalen Veranstaltungen erledige ich oft noch andere Dinge nebenbei.

–

Digitale Partizipation

24

Als Teilnehmer:in einer digitalen Veranstaltung bin ich eher zögerlich bei Wortbeiträgen.

–

Digitale Partizipation

Antwortvorgaben

Die Items werden auf einer 4-stufigen bipolaren Antwortskala ohne neutrale Mittelkategorie beantwortet: trifft nicht zu (1), trifft eher nicht zu (2), trifft eher zu (3), trifft zu (4). Eine separate Antwortalternative ist die Kategorie weiß nicht / kann ich nicht beurteilen, da einige Testpersonen möglicherweise keine merkmalsbezogenen Beurteilungen der Iteminhalte vornehmen können.

 

Auswertungshinweise

Die Gesamtskala umfasst acht Subskalen (Lösungsorientierung, Digitale Sozialität, Reflexivität, Lernbereitschaft, Selbstorganisation, Zukunftsorientierung, Technikaffinität, Digitale Partizipation) mit jeweils drei Items. Die negativ gepolten Items 13, 14, 15, 19, 20, 21, 23 und 24 werden vor der Auswertung rekodiert (1 = 4, 2 = 3, 3 = 2, 4 = 1). Die Itemwerte einer Subskala werden jeweils zu einem Skalenwert gemittelt, wobei die Berechnung der Skalenwerte mindestens zwei Itemwerte voraussetzt (d. h. nicht fehlend oder weiß nicht / kann ich nicht beurteilen). Der Gesamtscore der Individual Digital Readiness (IDR)-24 wird durch die Berechnung des Gesamtskalenmittelwerts bestimmt, wobei alle Facetten abgebildet sein müssen. Die mittleren (Gesamt-)Skalenwerte liegen zwischen 1 und 4.

 

Anwendungsbereich

Die IDR-24 ist für die Individualdiagnostik der IDR konzipiert, kann aber auch zur Gruppendiagnostik eingesetzt werden, wobei die Messwerte primär einer ersten Einschätzung dienen sollen, in welchen Bereichen Interventionen sinnvoll sein könnten. Die Zielgruppe umfasst derzeit lehrende Personen an Hochschulen und Schulen sowie lernende Personen an Hochschulen und in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Die IDR-24 kann prinzipiell in unterschiedlichen Erhebungsmodi eingesetzt werden. In den vorliegenden Studien wurde die IDR-24 im CASI-Modus (computer-assisted self-administered interviewing) eingesetzt. Eine Anpassung der Skala nach Zielgruppe oder Erhebungsmodus ist derzeit nicht erforderlich. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit wird auf etwa zweieinhalb Minuten geschätzt.

Mit der IDR wird ein theoriegeleitetes und evidenzbasiertes Konzept vorgeschlagen, das sich mit den Gelingensfaktoren einer erfolgreichen Adaptation an digitale Lehr-/Lernbedingungen beschäftigt. Die theoretische Grundlage für die IDR bildet das Konstrukt der Resilienz, wobei auf Basis empirischer Voruntersuchungen kein allgemeines (breites) Resilienzverständnis zugrunde gelegt wird, sondern von einer bereichsspezifischen Resilienz ausgegangen wird (Bengel & Lyssenko, 2012; Masten & Obradovic, 2008; vgl. Steinbacher, 2024, S. 4–12 für eine umfassende theoretische Fundierung).

Von diesem theoretischen Verständnis ausgehend wurde die IDR in einem induktiv-deduktiven Wechselspiel im Rahmen eines explorativ-sequenziellen Mixed-Methods-Designs als Konstrukt entwickelt und operationalisiert. Es wurde ein (klassischer) personenfokussierter Ansatz verfolgt, um adaptives (resilientes) Verhalten in digitalen Lehr-/Lernbedingungen zu identifizieren und von nicht-adaptivem Verhalten zu unterscheiden (vgl. Masten, 2001). Für eine explorative bzw. empirisch-induktive Annäherung an das Konstrukt stand ein Datenkorpus aus Untersuchungen im Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21 zur Verfügung, der entsprechend qualitativ analysiert wurde. Mit der Entwicklung und empirischen Prüfung eines nomologischen Netzwerks sollte die IDR mit ihren Subdimensionen deduktiv in ein bestehendes Gefüge hypothetischer Konstrukte eingeordnet und entsprechend konvergent und diskriminant validiert werden.

Hinweise auf Adaptationsprozesse konnten durch eine iterative Materialbearbeitung zu acht Dimensionen verdichtet werden. Den Subskalen der IDR-24 liegen die folgenden Konzeptspezifikationen zugrunde:

  • Lösungsorientierung (LÖ): „Lösungsorientierung beschreibt die Entwicklung konkreter Ideen zur Verbesserung digitaler Lehr-/Lernbedingungen, die unterstützend, nicht jedoch restriktiv wirken. Lösungsorientierung zeichnet sich durch Handlungsorientierung aus.“ (Steinbacher, 2024, S. 44)
  • Digitale Sozialität (DS): „Digitale Sozialität zeichnet sich durch digitale Kommunikation und Kollaboration aus (Zusammenarbeit mit Kolleg:innen, Lernen in digitalen Lerngruppen, …). Digitale Sozialität umfasst auch die Bereitschaft, neue (digitale) Möglichkeiten des Kennenlernens und des (fachlichen) Austauschs zu initiieren.“ (Steinbacher, 2024, S. 45)
  • Reflexivität (RE): „Reflexivität beschreibt die kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit der digitalen Lehre, die Reflexion von Chancen und Grenzen. Digitale Lehre wird nicht per se abgelehnt; vielmehr werden (kritische) Fragen aufgeworfen, die den Diskurs über Bildungsprozesse in den unterschiedlichen Fachkulturen und damit Gelingensbedingungen hochschulischer Bildung mitgestalten.“ (Steinbacher, 2024, S. 46)
  • Lernbereitschaft (LB): „Lernbereitschaft beschreibt das Bestreben, Methodik und Didaktik an digitale Lehr-/Lernsettings anzupassen. Häufig äußert sich dies in dem Wunsch nach Möglichkeiten zu Fort-/Weiterbildung. Lernbereitschaft zeichnet sich durch Offenheit, Veränderungsbereitschaft und Neugier aus.“ (Steinbacher, 2024, S. 46)
  • Selbstorganisation (SE): „Selbstorganisation zeigt sich in der Fähigkeit, den eigenen Arbeits-/Studienalltag strukturieren zu können (Organisationsfähigkeit, Zeitmanagement, …). Selbstorganisation zeigt sich darüber hinaus in Eigenständigkeit bzw. Eigenverantwortlichkeit.“ (Steinbacher, 2024, S. 47)
  • Zukunftsorientierung (ZU): „Zukunftsorientierung beschreibt die reflexive Auseinandersetzung mit der digitalen Hochschulbildung in post-pandemischen Zeiten. Zukunftsorientierung äußert sich in dem Wunsch nach digitalen Lehr-/Lernformaten in der Zukunft und ist dementsprechend auf die Chancen digitaler Lehre bzw. auf Transformationsprozesse ausgerichtet. Dabei wird auch auf qualitätssichernde Aspekte Wert gelegt.“ (Steinbacher, 2024, S. 47)
  • Technikaffinität (TE): „Technikaffinität beschreibt einen sicheren bzw. versierten Umgang mit technischen Systemen (z. B. Apps und anderen Software-Anwendungen, digitalen Geräten) und zeigt sich in einer positiven Einstellung zu und Vertrauen in Technik.“ (Steinbacher, 2024, S. 48)
  • Digitale Partizipation (DP): „Digitale Partizipation beschreibt den Wunsch nach Mitgestaltung und Teilhabe in der digitalen Lehre, aber auch aktive Teilnahme, die mit Sichtbarkeit bzw. „Präsenz“ im digitalen Lernraum einhergeht.“ (Steinbacher, 2024, S. 49)

Das Konstrukt IDR wird von Steinbacher (2024, S. 49) wie folgt definiert: „Die Individual Digital Readiness (IDR) beschreibt die Anpassungsfähigkeit an digitale Lehr-/Lernbedingungen und kann im Verständnis einer Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit als Bereichsspezifität von Resilienz betrachtet werden. Das Konstrukt kann über die Facetten Lösungsorientierung, digitale Sozialität, Reflexivität, Lernbereitschaft, Selbstorganisation, Zukunftsorientierung, Technikaffinität und digitale Partizipation operationalisiert werden.“

Hinweise auf relevante, angrenzende Merkmale lassen sich inhaltlich-theoretisch in drei Schwerpunkte zusammenfassen: (1) Neugier, Offenheit und Veränderungsbereitschaft, (2) Selbstwirksamkeit sowie (3) Technikbereitschaft, Technikakzeptanz, Technikkompetenzüberzeugungen und Technikkontrollüberzeugungen. Während die IDR Kohärenz zu dem Konzept der Digital Readiness im Unternehmenskontext aufweist, sind bislang vorgelegte Operationalisierungen im Bildungsbereich (Händel et al., 2020; Hong & Kim, 2018) konzeptuell nur bedingt auf die IDR übertragbar. Diese beschränken sich überwiegend auf technologische Aspekte sowie Medien- und Informationskompetenz und sind dementsprechend enger angelegt als die IDR. Schutzfaktoren, die in der Resilienzliteratur diskutiert werden (z. B. Problemlösefähigkeiten, Kontaktfreudigkeit und soziale Beziehungen, Autonomie, Selbstwirksamkeit, Kontrollüberzeugungen), stehen auf rein konzeptueller Ebene in einem inhaltlichen Zusammenhang zu den herausgearbeiteten Dimensionen der IDR (Steinbacher, 2024).

Itemkonstruktion und Itemselektion

Die Items wurden in einem mehrstufigen Prozess entwickelt. Als Konstruktionsstrategie wurde eine Verknüpfung der rationalen mit der faktorenanalytischen Strategie (konfirmatorisch) gewählt (Moosbrugger & Brandt, 2020). Die rationale Strategie basierte auf den inhaltlich-theoretischen Vorarbeiten zur IDR (den Kategoriendefinitionen, den vertiefenden Analysen adaptiver und nicht-adaptiver Verhaltensreaktionen sowie den Konzeptspezifikationen der einzelnen Facetten). Des Weiteren fanden bei der Itemkonstruktion als verwandt angenommene (operationalisierte) Konstrukte aus dem nomologischen Netzwerk Berücksichtigung. Folgende Messinstrumente wurden herangezogen: RS-25 [Resilienz] (Schumacher et al., 2005), 5DCR [Neugier] (Grüning & Lechner, 2023), PMS [Psychological Mindedness] (Krupp et al., 2019), ATI [Interaktionsbezogene Technikaffinität] (Franke et al., 2018) und TB [Technikbereitschaft] (Neyer et al., 2016).

Insgesamt wurden zwischen fünf und elf Items pro Dimension entwickelt (vgl. die Darstellung des Fragebogens in dieser Entwicklungsstufe in Steinbacher, 2024, S. 58–60). Als Antwortskala wurde eine 4-stufige bipolare Ratingskala ohne neutrale Mittelkategorie entwickelt: trifft nicht zu (1), trifft eher nicht zu (2), trifft eher zu (3), trifft zu (4). Als separate Antwortalternative wurde die Kategorie „weiß nicht / kann ich nicht beurteilen“ entwickelt, da angenommen werden muss, dass einige Testpersonen keine merkmalsbezogenen Beurteilungen der Iteminhalte vornehmen können.

Der Itempool wurde zunächst durch kognitives Vortesten bzw. lautes Denken in zwei Pretests erprobt. Pretest I (N = 5 Testpersonen aus dem privaten Umfeld der Autorin) zielte neben der Identifikation von Verständnis- und Interpretationsschwierigkeiten während der Testbearbeitung auf die Augenscheinvalidität. Hierzu wurden den Testpersonen in der ersten Phase der qualitativen Verständlichkeitsprüfung neben dem Fragebogen auch die Konzeptspezifikationen der einzelnen Facetten der IDR vorgelegt. Die Anmerkungen der Testpersonen wurden für jedes Item dokumentiert. Aus dieser Übersicht konnte schließlich abgeleitet werden, bei welchen Items Überarbeitungsbedarf besteht und wie sie anzupassen sind. Als Ergebnis des ersten Pretests wurden elf Items überarbeitet (von kleinen Anpassungen bis hin zu substanziellen Änderungen); ein Item wurde gestrichen. Beispiel: „Eine effektive Zusammenarbeit ist sowohl analog als auch digital möglich.“ → „Eine effektive Zusammenarbeit ist digital möglich.“

Nach der ersten Revision des Fragebogens wurde der zweite Pretest (Pretest II) mit Personen aus der Zielgruppe (N = 3 Lehrende und N = 2 Studierende) durchgeführt, wobei kein kognitives Vortesten mit Lehrer:innen erfolgte. Pretest II wurde als Online-Befragung mit LimeSurvey konzipiert; die Items innerhalb einer Facette wurden randomisiert. Die Bezeichnungen der einzelnen Facetten der IDR waren für die Testpersonen nicht mehr ersichtlich. Als Ergebnis von Pretest II wurden sechs Items leicht überarbeitet bzw. inhaltlich geschärft; ein Item wurde ergänzt. Beispiel: „In der Zukunft wünsche ich mir mehr digitale Lehr-/Lernformate.“ → „In der Zukunft wünsche ich mir digitale Lehr-/Lernformate als festen Bestandteil meiner Lehre/meines Studiums.“

Nach den kognitiven Pretests wurde die vorläufige Fragebogenversion an zwei Stichproben überprüft (Pilotstudie und Evaluationsstudie).

 

Stichproben

Für die erste empirische Erprobung des Fragebogens (deskriptivstatistische Analysen, Ermittlung der klassischen Itemkennwerte, Reliabilitätsberechnungen und Überprüfung der faktoriellen Struktur der IDR-24) im Rahmen einer Pilotstudie wurde eine Stichprobe der Größe N = 323 durch das Sozialforschungsinstitut infas quo erhoben. Für die hier verwendete Quotenstichprobe (Zielgröße: N = 300 Befragungen, davon N = 100 Student:innen, N = 100 Lehrer:innen und N = 100 Hochschuldozent:innen) wurde das Online-Panel quo PEOPLE mit > 25.000 Panelisten herangezogen, das repräsentativ für ca. 67.4 Mio. online-fähige Personen ab 16 Jahren in Deutschland steht (Aussteuerung nach Alter, Geschlecht, Bildung, Haushaltsgröße, Kinder im Haushalt, Ortsgröße, Bundesland). Die Struktur der Stichprobe ist Tabelle 2 zu entnehmen. Der Online-Fragebogen umfasste 63 Items, davon fünf Items zur Erfassung demografischer Merkmale (vgl. Steinbacher, 2024, S. 188–192).

 

Tabelle 2

Zusammensetzung der Stichprobe (Pilotstudie)

Feldstart

16.05.2023

Feldende

22.05.2023

Gesamtumfang

N = 323

Student:innen

N = 121 (37.5 %)

Lehrer:innen

N = 102 (31.6 %)

Hochschuldozent:innen

N = 100 (31.0 %)

Geschlecht

51.1 % weiblich

Student:innen

54.5 % weiblich

Lehrer:innen

50.0 % weiblich

Hochschuldozent:innen

48.0 % weiblich

Alter

M = 41.70 (SD = 14.45)

Student:innen

M = 28.34 (SD = 6.32)

Lehrer:innen

M = 49.51 (SD = 11.68)

Hochschuldozent:innen

M = 49.91 (SD = 11.92)

Bisherige Studienzeit in Jahren

 

Student:innen

M = 4.69 (SD = 2.64)

Berufserfahrung in Jahren

 

Lehrer:innen

M = 18.12 (SD = 11.80)

Hochschuldozent:innen

M = 17.38 (SD = 12.26)

 

Auf Basis von itemanalytischen Kennwerten (Itemschwierigkeiten, Itemvarianzen und Trennschärfen) und unter Berücksichtigung inhaltlich-theoretischer Überlegungen wurde eine Itemselektion vorgenommen, die in einer ökonomischen Kurzskala mit drei Items pro Merkmalsdimension resultierte (IDR-24, vgl. Tabelle 1). Die Itemschwierigkeiten (Mittelwerte) und Itemvarianzen (Standardabweichungen und Häufigkeitsverteilungen) wurden zur Quantifizierung der Differenzierungsfähigkeit der Items herangezogen. Die Itemtrennschärfen (korrigierte Itemwert-Testwert-Korrelationen) wurden als Indikator für Homogenität bzw. Unidimensionalität der jeweiligen Subskala herangezogen. Daneben sollten alle bei der Konzeption berücksichtigten inhaltlichen Aspekte (sofern weiterhin geeignet) in den Subskalen abgebildet werden.

In der zweiten empirischen Erprobung der IDR-24 (Evaluationsstudie) sollten Aussagen zu Zusammenhängen mit anderen Konstrukten (Konstruktvalidierung auf Basis der Überlegungen zur konvergenten und diskriminanten Validität im Rahmen eines a priori formulierten nomologischen Netzes) getroffen werden. Des Weiteren sollte untersucht werden, ob mögliche Unterschiede zwischen den Skalenmittelwerten bei den drei Gruppen (Student:innen, Lehrer:innen, Hochschuldozent:innen) eine gruppenspezifische Normierung nahelegen.

Die Datenerhebung im Rahmen dieser zweiten Studie wurde ebenfalls durch das Sozialforschungsinstitut infas quo in dem Online-Panel quo PEOPLE als Quotenstichprobe (Zielgröße: N = 800 Befragungen, davon N = 500 Student:innen, N = 150 Lehrer:innen und N = 150 Hochschuldozent:innen) durchgeführt. Personen, die in der ersten Stufe bereits an der Befragung teilgenommen haben, durften in der zweiten Stufe erneut befragt werden. Die Fragebogenlänge umfasste in der Evaluationsstudie 82 Items, wobei neben einigen soziodemografischen Variablen und den 24 Items der IDR-24 Items weiterer Messverfahren aufgenommen wurden (Fragebogenbatterie): RSA [Resilienz] (Kaiser et al., 2019), 5DCR [Neugier] (Grüning & Lechner, 2023), ASKU [Selbstwirksamkeit] (Beierlein et al., 2014), TB [Technikbereitschaft] (Neyer et al., 2016), BFI-10 (Rammstedt et al., 2014) und IE-4 [Kontrollüberzeugung] (Kovaleva et al., 2014). Der vollständige Fragebogen kann Steinbacher (2024, S. 215–221) entnommen werden.

 

Tabelle 3

Zusammensetzung der Stichprobe (Evaluationsstudie)

Feldstart

19.07.2023

Feldende

26.07.2023

Gesamtumfang

N = 860

Student:innen

N = 562 (65.3 %)

Lehrer:innen

N = 153 (17.8 %)

Hochschuldozent:innen

N = 145 (16.9 %)

Geschlecht

60.7 % weiblich

Student:innen

65.8 % weiblich

Lehrer:innen

52.3 % weiblich

Hochschuldozent:innen

49.7 % weiblich

Alter

M = 32.30 (SD = 13.62)

Student:innen

M = 24.76 (SD = 6.26)

Lehrer:innen

M = 47.49 (SD = 12.56)

Hochschuldozent:innen

M = 45.50 (SD = 12.06)

Bisherige Studienzeit in Jahren

 

Student:innen

M = 2.91 (SD = 2.08)

Berufserfahrung in Jahren

 

Lehrer:innen

M = 17.36 (SD = 11.38)

Hochschuldozent:innen

M = 14.67 (SD = 10.69)

 

Itemanalysen

Auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen wird davon ausgegangen, dass sich die IDR durch acht Dimensionen operationalisieren lässt. Auf Basis der Ergebnisse in der Pilotstichprobe wurde der Itemsatz der IDR so reduziert, dass jede der acht Dimensionen durch jeweils drei Items operationalisiert wird (IDR-24, vgl. Tabelle 1).

Die Berechnungen der Itemkennwerte wurden mit SPSS Statistics (Field, 2009) durchgeführt; die Berechnungen zur faktoriellen Validität und faktoriellen Invarianz wurden in R mit dem Paket lavaan vorgenommen (Beaujean, 2014; Rosseel, 2012; Steinmetz, 2015). Bei den Berechnungen der Strukturgleichungsmodelle wurde der DWLS-Schätzer verwendet (DWLS = Diagonally Weighted Least Squares), der bei ordinalen und nicht-normal verteilten Variablen verwendet werden kann (vgl. Mîndrilă, 2010). Zur Optimierung wurde die in R implementierte nlminb-Methode verwendet (vgl. z. B. Nash & Varadhan, 2011), die fehlenden Werte wurden paarweise berücksichtigt.

Der Überprüfung der faktoriellen Struktur durch eine konfirmatorische Faktorenanalyse bzw. CFA (Confirmatory Factor Analysis) lag ein recht strenges Modell dahingehend zugrunde, dass zwar Interkorrelationen zwischen den acht latenten Faktorvariablen zugelassen wurden, aber keine Korrelationen zwischen den Residuen (Messfehlern) oder doppelten Faktorladungen. Die Überprüfung des Modells erfolgte anhand des Gesamtdatensatzes, da keine Annahmen über unterschiedliche Strukturen vorlagen, was durch die Überprüfung der strukturellen Invarianz bzw. 𝜏-Kongenerität zwischen den drei Gruppen (Student:innen, Lehrer:innen und Hochschuldozent:innen) bestätigt wurde. Das grundlegende Strukturgleichungsmodell wird mit den Ergebnissen für die Gesamtgruppe aus der Pilotstudie in Abbildung 1 veranschaulicht.

Abbildung 1. Messmodell der IDR-24 (Pilotstudie, Gesamtgruppe). Standardisierte Pfadkoeffizienten, N = 323, χ2 = 476.887, df = 224, p < .001, CFI = .944, TLI = .931, RMSEA = .059.

 

Abbildung 2. Messmodell der IDR-24 (Evaluationsstudie, Gesamtgruppe). Standardisierte Pfadkoeffizienten, N = 860, χ2 = 855.864, df = 224, p < .001, CFI = .941, TLI = .919, RMSEA = .061.

Die Anpassungswerte bei der Überprüfung der faktoriellen Struktur und der faktoriellen Invarianz für die Pilot- und Evaluationsstudie können Tabelle 4 entnommen werden.

 

Tabelle 4

Modellanpassungen der konfirmatorischen Strukturüberprüfung

Stichprobe

χ2

df

p

CFI

TLI

RMSEA

Pilot

N = 323

476.887

224

< .001

.944

.931

.059

Invarianz

738.745

672

.037

.987

.984

.031

Evaluation

N = 860

855.864

224

< .001

.941

.919

.061

 

Invarianz

887.119

672

< .001

.972

.966

.041

Anmerkungen. χ2 = Chi-Quadrat-Wert des Anpassungstests, df = Freiheitsgrade, p = Irrtumswahrscheinlichkeit, CFI = Comparative Fit Index, TLI = Tucker-Lewis Index, RMSEA = Root Mean Square Error of Approximation.

 

Itemkennwerte

Die Itemkennwerte sind in den folgenden Tabellen getrennt nach beiden Studien (Pilotstudie, Evaluationsstudie) dargestellt.

 

Tabelle 5

Itemkennwerte (Pilotstichprobe)

Item

N

M

SD

Sch

Kurt

rit

Lösungsorientierung (LÖ)

     1

298

2.70

0.81

-0.21

-0.39

.65

     2

295

2.71

0.83

-0.22

-0.47

.65

     3

309

3.11

0.68

-0.32

-0.14

.42

Digitale Sozialität (DS)

     4

320

3.09

0.77

-0.44

-0.37

.45

     5

318

3.07

0.80

-0.53

-0.28

.43

     6

312

2.36

0.93

0.17

-0.82

.37

Reflexivität (RE)

      7

316

2.69

0.89

-0.22

-0.67

.52

      8

316

2.96

0.87

-0.53

-0.36

.53

      9

314

2.83

0.92

-0.38

-0.67

.56

Lernbereitschaft (LB)

     10

310

2.97

0.83

-0.45

-0.39

.55

     11

317

3.14

0.70

-0.48

0.14

.42

     12

308

2.93

0.86

-0.43

-0.48

.57

Selbstorganisation (SE)

     13

321

2.69

0.89

-0.40

-0.51

.57

     14

320

2.99

0.87

-0.68

-0.06

.69

     15

320

3.09

0.89

-0.86

0.13

.67

Zukunftsorientierung (ZU)

     16

311

3.11

0.84

-0.57

-0.48

.63

     17

310

2.92

0.99

-0.55

-0.74

.65

     18

315

3.11

0.82

-0.76

0.21

.51

Technikaffinität (TE)

     19

319

2.83

0.96

-0.36

-0.84

.63

     20

317

2.83

0.91

-0.35

-0.68

.64

     21

316

2.40

0.98

0.09

-1.00

.45

Digitale Partizipation (DP)

     22

317

2.69

1.06

-0.26

-1.16

.37

     23

317

2.32

0.88

0.22

-0.63

.33

     24

313

2.43

0.97

0.11

-0.94

.35

Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung, Sch = Schiefe, Kurt = Exzess Kurtosis, rit = Trennschärfe (korrigierte Itemwert-Testwert-Korrelation).

 

Tabelle 6

Itemkennwerte (Evaluationsstichprobe)

Item

N

M

SD

Sch

Kurt

rit

Lösungsorientierung (LÖ)

      1

816

2.76

0.86

-0.26

-0.57

.48

      2

802

2.76

0.86

-0.23

-0.62

.46

      3

817

3.06

0.74

-0.55

0.24

.39

Digitale Sozialität (DS)

      4

839

3.03

0.85

-0.55

-0.38

.44

      5

835

3.07

0.82

-0.63

-0.11

.44

      6

825

2.45

0.99

0.01

-1.03

.37

Reflexivität (RE)

      7

842

2.70

0.90

-0.23

-0.72

.38

      8

819

2.92

0.84

-0.53

-0.22

.41

      9

831

2.78

0.92

-0.25

-0.80

.35

Lernbereitschaft (LB)

     10

832

2.95

0.83

-0.43

-0.40

.47

     11

837

3.15

0.76

-0.65

0.09

.38

     12

817

2.93

0.90

-0.42

-0.68

.45

Selbstorganisation (SE)

     13

839

2.35

0.97

0.12

-0.99

.29

     14

840

2.51

0.97

-0.08

-0.98

.35

     15

837

2.68

0.97

-0.28

-0.89

.51

Zukunftsorientierung (ZU)

     16

834

3.07

0.83

-0.57

-0.30

.56

     17

821

2.98

0.95

-0.63

-0.53

.55

     18

826

3.05

0.85

-0.61

-0.27

.36

Technikaffinität (TE)

     19

842

2.54

0.99

-0.09

-1.03

.55

     20

839

2.48

0.97

-0.02

-0.99

.57

     21

836

2.37

0.94

0.15

-0.86

.44

Digitale Partizipation (DP)

     22

838

2.52

1.04

-0.09

-1.16

.22

     23

843

2.11

0.92

0.44

-0.65

.23

     24

835

2.19

0.95

0.31

-0.87

.32

Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung, Sch = Schiefe, Kurt = Exzess Kurtosis, rit = Trennschärfe (korrigierte Itemwert-Testwert-Korrelation).

Objektivität

Die Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität der IDR-24 wird hoch bewertet. Instruktion, Items und Antwortmöglichkeiten sind wie das Vorgehen bei der Fragebogenauswertung genau vorgegeben; die Interpretation der Messwerte durch verschiedene Forschende wird als vergleichbar angenommen.

 

Reliabilität

Die Reliabilitäten der Sub- und Gesamtskala wurden über den Alpha-Koeffizienten (α) nach Cronbach und den Omega-Koeffizienten (ω) nach McDonald bestimmt. Unterschiede zwischen den Gruppen, insbesondere in den Subskalen Digitale Sozialität und Digitale Partizipation (Pilotstichprobe) sowie Lösungsorientierung, Lernbereitschaft und Zukunftsorientierung (Evaluationsstichprobe), können dem Appendix entnommen werden.

 

Tabelle 7

Reliabilitätsschätzungen in der Pilotstichprobe

Subskala

N

Alpha nach Cronbach

Omega nach McDonald

Lösungsorientierung (LÖ)

285

.74

.78

Digitale Sozialität (DS)

308

.61

.61

Reflexivität (RE)

303

.72

.72

Lernbereitschaft (LB)

297

.70

.72

Selbstorganisation (SE)

317

.80

.80

Zukunftsorientierung (ZU)

293

.76

.78

Technikaffinität (TE)

308

.74

.76

Digitale Partizipation (DP)

307

.53

.54

IDR-24

233

.81

.76

 

Tabelle 8

Reliabilitätsschätzungen in der Evaluationsstichprobe

Subskala

N

Alpha nach Cronbach

Omega nach McDonald

Lösungsorientierung (LÖ)

753

.63

.64

Digitale Sozialität (DS)

786

.60

.60

Reflexivität (RE)

787

.57

.57

Lernbereitschaft (LB)

784

.62

.63

Selbstorganisation (SE)

805

.57

.64

Zukunftsorientierung (ZU)

783

.67

.70

Technikaffinität (TE)

806

.70

.71

Digitale Partizipation (DP)

807

.43

.45

IDR-24

573

.80

.78

 

In Ergänzung zu der guten „Rekonstruktion“ der strukturellen Hypothese durch die konfirmatorische Faktorenanalyse kann bei der IDR-24 von einem reliablen Instrument ausgegangen werden. 

 

Validität

Die inhaltliche Validität der IDR-24 konnte über den Konstruktionsprozess im induktiv-deduktiven Wechselspiel und die Ergebnisse der kognitiven Pretests sichergestellt werden.

Die faktorielle Validität ergibt sich aus der guten Passung zwischen der auf vor allem theoretischer Basis entwickelten IDR-24 und den guten Ergebnissen der konfirmatorischen Faktorenanalyse, wobei zusätzlich darauf hinzuweisen ist, dass es keine strukturellen Unterschiede zwischen den bei der Instrumentenentwicklung involvierten Untergruppen gab (strukturelle/faktorielle Invarianz).

Zur Überprüfung der Konstruktvalidität wurde ein umfassendes nomologisches Netzwerk entwickelt (vgl. Steinbacher, 2024, S. 54), das als Grundlage für die empirische Überprüfung der konvergenten und diskriminanten Validität in der Evaluationsstudie (zweite Datenerhebung) diente. Im Rahmen der empirischen Überprüfung der theoretischen Vorannahmen wurden die Konstrukte

  • Resilienz (Resilience Scale for Adults (RSA), Kaiser et al., 2019),
  • Neugier (Fünfdimensionale überarbeitete Neugier-Skala (5DCR), Grüning & Lechner, 2023),
  • Selbstwirksamkeit (Allgemeine Selbstwirksamkeit Kurzskala (ASKU), Beierlein et al., 2014),
  • Technikbereitschaft (Kurzskala Technikbereitschaft (TB), Neyer et al., 2016),
  • Persönlichkeit (Big Five Inventory 10 (BFI-10), Rammstedt et al., 2014) und
  • Kontrollüberzeugung (Internale-Externale Kontrollüberzeugung-4 (IE-4), Kovaleva et al., 2014)

mit in die Konstruktvalidierung einbezogen (zu Details vgl. Steinbacher, 2024, S. 49–53).

 

Tabelle 9

Korrelationen der Konstruktfacetten der IDR mit anderen theoretischen Konstrukten

 

LÖ

DS

RE

LB

SE

ZU

TE

DP

IDR-24

RSA [Resilienz]

 

Selbstwahrnehmung

.10**

.08*

-.02

.16**

.26**

.03

.19**

.17**

.23**

Zukunftsplanung

.10**

.08*

.01

.11**

.26**

.02

.19**

.13**

.21**

Soziale Kompetenz

.06

.07

-.02

.12**

.22**

.04

.15**

.17**

.19**

Strukturiertheit

.07*

.03

.01

.09*

.24**

.01

.08*

.07*

.14**

5DCR [Neugier]

 

Enthusiasmus zu erkunden

.28**

.26**

.20**

.39**

.09**

.31**

.09**

.14**

.41**

Deprivationsintoleranz

.18**

.13**

.27**

.21**

-.25**

.22**

-.18**

-.13**

.09**

Stresstoleranz

-.04

-.07

-.18**

-.03

.43**

-.16**

.26**

.25**

.12**

ASKU [Selbstwirksamkeit]

.24**

.13**

.08*

.25**

.24**

.14**

.11**

.19**

.32**

TB [Technikbereitschaft]

.30**

.23**

.06

.39**

.29**

.30**

.28**

.09**

.45**

Technikakzeptanz

.37**

.33**

.25**

.44**

.01

.41**

.11**

.05

.45**

Technikkompetenz-überzeugungen

.08*

.02

-.17**

.14**

.45**

.06

.35**

.09**

.25**

Technikkontroll-überzeugungen

.21**

.17**

.09**

.26**

.11**

.21**

.09**

.05

.27**

BFI-10

 

Extraversion

.06

.08*

.07*

.13**

.13**

.04

.01

.22**

.18**

Verträglichkeit

.06

.01

.03

.08*

.04

.03

.06

.04

.08*

Gewissenhaftigkeit

.10**

-.02

-.01

.08*

.25**

-.01

.10**

.20**

.16**

Neurotizismus

-.13**

-.08*

-.00

-.07*

-.27**

.08*

-.08*

-.30**

-.20**

Offenheit

.05

.05

.05

.11**

.06

.12**

.08*

.11**

.14**

IE-4 [Kontrollüberzeugung]

 

Internale Kontrollüberzeugung

.18**

.13**

.10**

.23**

.19**

.17**

.13**

.11**

.29**

Externale Kontrollüberzeugung

.07*

.08*

.08*

-.03

-.32**

.05

-.25**

-.12**

-.11**

Anmerkungen. LÖ = Lösungsorientierung, DS = Digitale Sozialität, RE = Reflexivität, LB = Lernbereitschaft, SE = Selbstorganisation, ZU = Zukunftsorientierung, TE = Technikaffinität, DP = Digitale Partizipation; ** = p < .01, * = p < .05.

 

Die Korrelationen der Konstruktfacetten der IDR mit anderen theoretischen Konstrukten stellen vor allem Technikbereitschaft (und die Subdimensionen Technikakzeptanz und Technikkompetenzüberzeugungen) sowie Neugier als konstruktverwandte Merkmale heraus, wobei aufgrund der Skalenselektion kein Gesamtscore für die 5DCR ermittelt wurde und die Hinweise nur aus Berechnungen mit Subskalen hervorgehen. Ein weiterer, wenn auch etwas schwächerer Hinweis auf konvergente Validität liegt zu Selbstwirksamkeit vor. Die Korrelationen mit der RSA bestätigen die Annahme diskriminanter Validität. Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit der Abgrenzung der IDR von Resilienz in einem allgemeinen (breiten) Verständnis, wenngleich auch hier aufgrund der Skalenselektion kein Gesamtscore für die RSA ermittelt wurde. Sowohl die Big Five-Persönlichkeitsdimensionen als auch Kontrollüberzeugungen konnten sich nicht hinreichend als mögliche Prädiktoren der IDR herausstellen (vgl. ausführlicher Steinbacher, 2024, S. 49–54 und S. 89–90).

 

Deskriptive Statistiken (Normierung)

Die deskriptiven Statistiken für die Gesamtgruppe sowie die drei Untergruppen (Student:innen, Lehrer:innen und Hochschuldozent:innen) sind in den Tabellen 10 (Pilotstudie) und 11 (Evaluationsstudie) dargestellt. Im Allgemeinen ergaben sich kaum (signifikante) Mittelwertunterschiede zwischen den Gruppen, so dass keine gruppenspezifische Normierung angezeigt war (strukturell sind die Gruppen ebenfalls invariant).

 

Tabelle 10

Skalenwerte (Pilotstudie)

Skala

N

M

SD

Sch

Kurt

Lösungsorientierung (LÖ)

Gesamtgruppe

319

2.83

0.64

-0.19

-0.44

Student:innen

120

2.82

0.57

-0.17

-0.82

Lehrer:innen

99

2.85

0.72

-0.23

-0.44

Hochschuldozent:innen

100

2.83

0.63

-0.18

-0.44

Digitale Sozialität (DS)

Gesamtgruppe

322

2.84

0.63

-0.16

-0.13

Student:innen

121

2.81

0.55

0.19

-0.43

Lehrer:innen

101

2.89

0.69

-0.47

0.30

Hochschuldozent:innen

100

2.83

0.64

-0.11

-0.48

Reflexivität (RE)

Gesamtgruppe

323

2.81

0.73

-0.38

-0.25

Student:innen

121

2.63

0.73

-0.40

-0.33

Lehrer:innen

102

2.93

0.71

-0.47

-0.41

Hochschuldozent:innen

100

2.91

0.70

-0.27

-0.03

Lernbereitschaft (LB)

Gesamtgruppe

322

3.01

0.64

-0.41

-0.11

Student:innen

121

2.97

0.59

-0.23

0.07

Lehrer:innen

101

3.13

0.66

-0.69

0.38

Hochschuldozent:innen

100

2.94

0.66

-0.35

-0.45

Selbstorganisation (SE)

Gesamtgruppe

322

2.92

0.74

-0.66

-0.08

Student:innen

121

2.70

0.71

-0.35

-0.33

Lehrer:innen

101

3.07

0.67

-0.95

0.82

Hochschuldozent:innen

100

3.03

0.79

-0.91

0.26

Zukunftsorientierung (ZU)

Gesamtgruppe

323

3.04

0.74

-0.57

-0.26

Student:innen

121

3.16

0.67

-0.54

-0.52

Lehrer:innen

102

3.03

0.76

-0.81

0.24

Hochschuldozent:innen

100

2.89

0.77

-0.29

-0.56

Technikaffinität (TE)

Gesamtgruppe

323

2.69

0.78

-0.21

-0.68

Student:innen

121

2.76

0.80

-0.19

-0.70

Lehrer:innen

102

2.64

0.81

-0.23

-0.87

Hochschuldozent:innen

100

2.65

0.72

-0.27

-0.41

Digitale Partizipation (DP)

Gesamtgruppe

322

2.47

0.71

-0.04

-0.67

Student:innen

121

2.24

0.72

0.30

-0.48

Lehrer:innen

101

2.54

0.69

-0.08

-0.51

Hochschuldozent:innen

100

2.70

0.62

-0.17

-0.71

IDR-24

Gesamtgruppe

323

2.83

0.38

0.06

-0.14

Student:innen

121

2.76

0.37

-0.01

-0.07

Lehrer:innen

102

2.88

0.41

-0.16

-0.27

Hochschuldozent:innen

100

2.85

0.36

0.35

0.01

Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung, Sch = Schiefe, Kurt = Kurtosis.

 

Tabelle 11

Skalenwerte (Evaluationsstudie)

Skala

N

M

SD

Sch

Kurt

Lösungsorientierung (LÖ)

Gesamtgruppe

851

2.85

0.64

-0.40

-0.09

Student:innen

557

2.88

0.58

-0.37

0.15

Lehrer:innen

151

2.70

0.71

-0.29

-0.64

Hochschuldozent:innen

143

2.89

0.73

-0.45

-0.43

Digitale Sozialität (DS)

Gesamtgruppe

859

2.85

0.67

-0.33

-0.17

Student:innen

561

2.90

0.65

-0.27

-0.22

Lehrer:innen

153

2.74

0.74

-0.29

-0.49

Hochschuldozent:innen

145

2.76

0.65

-0.48

0.17

Reflexivität (RE)

Gesamtgruppe

859

2.79

0.65

-0.26

-0.16

Student:innen

562

2.78

0.66

-0.25

-0.24

Lehrer:innen

152

2.80

0.69

-0.40

-0.22

Hochschuldozent:innen

145

2.83

0.61

-0.07

0.29

Lernbereitschaft (LB)

Gesamtgruppe

859

3.01

0.64

-0.42

-0.14

Student:innen

561

3.02

0.61

-0.40

0.07

Lehrer:innen

153

2.93

0.74

-0.28

-0.77

Hochschuldozent:innen

145

3.05

0.66

-0.54

-0.03

Selbstorganisation (SE)

Gesamtgruppe

859

2.51

0.72

0.01

-0.51

Student:innen

562

2.37

0.70

0.07

-0.47

Lehrer:innen

152

2.79

0.64

0.01

-0.61

Hochschuldozent:innen

145

2.75

0.73

-0.12

-0.58

Zukunftsorientierung (ZU)

Gesamtgruppe

858

3.02

0.69

-0.57

-0.13

Student:innen

560

3.08

0.64

-0.53

-0.06

Lehrer:innen

153

2.86

0.80

-0.40

-0.67

Hochschuldozent:innen

145

2.96

0.73

-0.58

-0.18

Technikaffinität (TE)

Gesamtgruppe

859

2.46

0.77

0.03

-0.70

Student:innen

561

2.44

0.76

0.03

-0.70

Lehrer:innen

153

2.49

0.82

0.02

-0.81

Hochschuldozent:innen

145

2.51

0.79

0.03

-0.56

Digitale Partizipation (DP)

Gesamtgruppe

857

2.27

0.66

0.17

-0.41

Student:innen

560

2.15

0.62

0.23

-0.32

Lehrer:innen

153

2.48

0.66

-0.18

-0.40

Hochschuldozent:innen

144

2.55

0.68

0.03

-0.43

IDR-24

Gesamtgruppe

860

2.72

0.36

0.20

0.16

Student:innen

562

2.70

0.33

0.15

-0.12

Lehrer:innen

153

2.72

0.42

0.08

0.15

Hochschuldozent:innen

145

2.79

0.42

0.25

-0.08

Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung, Sch = Schiefe, Kurt = Kurtosis.

 

Nebengütekriterien

Aufgrund einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von etwa zweieinhalb Minuten (Schätzung basierend auf CASI-Modus) wird die Ökonomie hoch bewertet. Das Instrument kann nach den bisherigen Analysen zur faktoriellen Invarianz zwischen den untersuchten Gruppen als „fair“ eingeordnet werden.

Steinbacher, J., &, Rietz, C.