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Multigroup Ethnic and National Identity Measure (MENI): Inventar zur Erfassung der ethnischen und nationalen (deutschen) Identität

  • Autor/in: Maehler, D. B.
  • In ZIS seit: 2019
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis267
  • Zusammenfassung: Beim Inventar zur Erfassung der ethnischen und nationalen (deutschen) Identität bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland handelt es sich um eine deutschsprachige Adaptation der r ... mehrevidierten Fassung des Multigroup Ethnic Identity Measure (MEIM-R) von Phinney und Ong (2007). Neben der Erfassung der ethnischen Identität bei Erwachsenen mit Migrationshintergrund wurde außerdem eine Erweiterung zur Messung der nationalen (deutschen) Identität bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund entwickelt und validiert. Das Inventar umfasst vier Skalen zur Messung der ethnischen Identitätsexploration und -bindung (e-EID und b-EID) sowie der nationalen Identitätsexploration und -bindung (e-NID und b-NID). Konfirmatorische Faktoranalysen bestätigen die Zwei-Faktor-Struktur (Exploration und Bindung) für die Messung der ethnischen sowie der nationalen (deutschen) Identität. weniger
    Abstract: The inventory of ethnic and national (German) identities of persons with and without a migration background in Germany is a German-language adaptation of the revised version of the Multigroup Ethnic I ... mehrdentity Measure (MEIM-R) by Phinney and Ong (2007). In addition to recording the ethnic identity of adults with a migration background, an extension for measuring the national (German) identity of persons with and without a migration background was developed and validated. The inventory comprises four scales for measuring ethnic identity exploration and attachment (e-EID and b-EID) and national identity exploration and attachment (e-NID and b-NID). Confirmative factor analyses confirm the two-factor structure (exploration and attachment) for the measurement of ethnic as well as national (German) identity. weniger
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 12
  • Erhebungsmodus: Online-Befragung
  • Bearbeitungszeit: 5 Minuten (Vorgabe bei GESIS Panel für extern eingereichte Studien)
  • Reliabilität: McDonalds Omega = .81 bis .88
  • Validität: Evidenz für faktorielle Validität und Kriteriumsvalidität
  • Konstrukt: ethnische Identitätsexploration, ethnische Identitätsbindung, nationale (deutsche) Identitätsexploration, nationale (deutsche) Identitätsbindung
  • Schlagwörter: Identität, ethnische Identität, deutsche Identität, nationale Identität, kulturelle Identität, MEIM-R, Migrant, Migrationshintergrund | identity, ethnic identity, German identity, national identity, cultural identity, MEIM-R, migrant, migration background
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: ja
  • Entwicklungsstand: erprobt
    • Instruktion

      Instruktion für die Skalen zur Messung der ethnischen Identität (e-EID und b-EID) bei Personen mit Migrationshintergrund: "Folgende Aussagen beziehen sich auf Ihre Herkunftskultur, d.h. die Kultur, in der Ihre Eltern geboren wurden. Wenn Ihre Eltern aus verschiedenen Kulturen stammen, dann denken Sie bitte an die Kultur, die Sie selbst am meisten geprägt hat. Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu?"

       

      Instruktion für die Skalen zur Messung der nationalen (deutschen) Identität (e-NID und b-NID) bei Personen ohne [mit] Migrationshintergrund: "Folgende Aussagen beziehen sich [nun] auf die deutsche Kultur. Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu oder nicht zu?"

       

      Items

      Tabelle 1

      Items der MENI-Skalen zur Messung der ethnischen Identitätsexploration und -bindung (e-EID und b-EID) bei Personen mit Migrationshintergrund.

      Nr.

      Item

      Polung

      Skala

      1

      Ich habe Zeit damit verbracht mehr über meine Herkunftskultur herauszufinden, z.B. über ihre Geschichte, Traditionen und Bräuche.

      +

      e-EID

      2

      Ich fühle mich meiner Herkunftskultur stark zugehörig.

      +

      b-EID

      3

      Mir ist ziemlich klar, was die Zugehörigkeit zu meiner Herkunftskultur für mich bedeutet.

      +

      b-EID

      4

      Ich habe häufig aktiv etwas dafür getan, meine Herkunftskultur besser zu verstehen.

      +

      e-EID

      5

      Ich habe oft mit anderen Personen gesprochen, um mehr über meine Herkunftskultur zu erfahren.

      +

      e-EID

      6

      Ich fühle mich meiner Herkunftskultur eng verbunden.

      +

      b-EID

      Anmerkung. Die Items 1, 4 und 5 werden der Skala e-EID, während Items 2, 3 und 6 der Skala b-EID zugewiesen werden.

       

      Tabelle 2

      Items der MENI-Skalen zur Messung der nationalen Identitätsexploration und -bindung (e-NID und b-NID) bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund.

      Nr.

      Item

      Polung

      Skala

      1

      Ich habe Zeit damit verbracht mehr über die deutsche Kultur herauszufinden, z.B. über ihre Geschichte, Traditionen und Bräuche.

      +

      e-NID

      2

      Ich fühle mich der deutschen Kultur stark zugehörig.

      +

      b-NID

      3

      Mir ist ziemlich klar, was die Zugehörigkeit zur deutschen Kultur für mich bedeutet.

      +

      b-NID

      4

      Ich habe häufig aktiv etwas dafür getan, die deutsche Kultur besser zu verstehen.

      +

      e-NID

      5

      Ich habe oft mit anderen Personen gesprochen, um mehr über die deutsche Kultur zu erfahren.

      +

      e-NID

      6

      Ich fühle mich der deutschen Kultur eng verbunden.

      +

      b-NID

      Anmerkung. Die Items 1, 4 und 5 werden der Skala e-NID, während Items 2, 3 und 6 der Skala b-NID zugewiesen werden.

       

      Antwortvorgaben

      Teilnehmende sollen auf fünfstufigen Antwortskalen mit den Abstufungen 1 = "stimme überhaupt nicht zu", 2 = "stimme eher nicht zu", 3 = "teils teils", 4 = "stimme eher zu" und 5 = "stimme voll und ganz zu" ihre Einschätzung abgeben.

       

      Auswertungshinweise

      Es können zwei Skalenwerte zur ethnischen Identität berechnet werden sowie zwei Skalenwerte zur nationalen (deutschen) Identität. Zur Berechnung der Skalenwerte (Skalenbildung) wird das arithmetische Mittel der einzelnen Antworten der Skalen e-EID (Items: 1, 4, 5 aus Tabelle 1) und e-NID (Items: 1, 4, 5 aus Tabelle 2) sowie b-EID (Items: 2, 3, 6 aus Tabelle 1) und b-NID (Items: 2, 3, 6 aus Tabelle 2) gebildet.

      Neben der Verwendung des Skalenmittelwerts für z.B. multivariate Analysen, können die Mittelwerte der beiden Explorationsskalen (e-EID bzw. e-NID) und Bindungsskalen (b-EID bzw. b-NID) auch zur Ableitung der theoretisch postulierten vier Identitätsstadien nach Phinney (diffuse, foreclosed, moratorium und achieved ethnic identity; vgl. Phinney, 1990; Phinney & Ong, 2007).) oder der Akkulturationstypen nach Berry (z.B. Integriert, Assimiliert, Separiert und Marginalisiert; Berry 1997) eingesetzt werden. Empfohlen wird hierbei der Einsatz einer Clusteranalyse (z.B.: Ward-Methode), die die Generierung von Typen, ohne dabei eine bestimmte Gruppenzahl a priori vorauszusetzen (bzw. den Daten ein künstliches Muster aufzuerlegen), erlaubt. Die Clusteranalyse hat das Ziel, Individuen so zu gruppieren, dass diese sich innerhalb einer Gruppe ähnlicher sind als zwischen den Gruppen (Backhaus, Erichson, Plinke & Weiber, 2006). In diesem Prozess werden diejenigen Cluster fusioniert, deren Vereinigung die Varianz innerhalb der Cluster möglichst wenig ansteigen lässt. In Kombination mit einer Diskriminanzanalyse können die exploratorisch eruierten Akkulturationscluster zudem statistisch abgesichert werden (vgl. Maehler, 2012). Zur Berechnung der Clusteranalysen wird der Mittelwert der Skala b-EID zur ethnische Identität sowie der Skala b-NID zur nationalen Identität bzw. für beide Skalen jeweils der Mittelwert der Skalen e-EID und b-EID herangezogen. Dabei müssen zuvor alle Fälle mit fehlenden Werten (bzw. Mittelwerten) auf einer dieser Skalen ausgeschlossen werden. Es wird dabei ein listenweiser Ausschluss von Fällen empfohlen, die fehlende Werte aufweisen.

       

      Anwendungsbereich

      MENI wurde für die erwachsene Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland validiert. Die Skalen können in schriftlichen oder mündlichen Befragungen eingesetzt werden.

      Eine abgeänderte Version der Skala b-EID bzw. b-NID zur Erfassung der ethnischen (3 Items) sowie nationalen (deutschen) Identitätsbindung (3 Items) wurde im Rahmen der PIAAC-L Studie (large-Scale Assessment) eingesetzt (siehe Zabal, Martin & Rammstedt, 2016; GESIS et al., 2017). Dabei wurde das Item "Mir ist ziemlich klar, was die Zugehörigkeit zur deutschen Kultur (bzw. meiner Herkunftskultur) für mich bedeutet." durch "Ich weiß, was mich zu einem Teil der deutschen Kultur (bzw. meiner Herkunftskultur) macht" adaptiert.

       

      Personen mit Migrationshintergrund (erste Generation) beantworten beide Skalen e-EID und b-EID zur ethnischen und beide Skalen e-NID und b-NID zur nationalen Identität (Tabelle 1 und 2), Personen ohne Migrationshintergrund beantworten ausschließlich die beiden Skalen e-NID und b-NID zur nationalen Identität.

       

    In Bezug auf Personen mit Migrationshintergrund kann sich die soziale Identität aus der Identifikation mit der ethnischen Gruppe bzw. der Herkunftskultur (ethnische Identität) wie auch mit der Aufnahmegesellschaft (nationale Identität) zusammensetzen. Neben der deutschen sozialen Identität, die im Rahmen der neuen Gruppenmitgliedschaft (deutsch) erworben wurde, ist auch die schon bestehende ethnische soziale Identität von Relevanz für diese Personen. Mit einer ethnischen Gruppe wird dabei generell Bezug auf Subgruppen innerhalb eines breiten Kontextes (z.B. Nation), die sich auf eine gemeinsame Abstammung berufen und einen oder mehrere Aspekte wie Kultur, Erscheinungsbild, Religion, Sprache, Verwandtschaft und bzw. oder Herkunftsort teilen, genommen (z.B. Phinney, 2003).

    Ethnische Identität wird nach Phinney (2003) folgendermaßen definiert: "... a dynamic, multidimensional construct that refers to one's identity of self as a member of an ethnic group" (S. 63). Dabei beruht das Konstrukt auf zwei zentrale Komponenten: Bindung (Commitment) und Exploration. Bindung oder Zugehörigkeit ist die wichtigste Komponente von ethnischer Identität und meint eine starke Verbundenheit zu und persönliche Beteiligung in einer Gruppe (Phinney & Ong, 2007). Exploration ist definiert als Suche nach Informationen und Erfahrungen mit Relevanz zur eigenen Ethnizität.

    Es wurde dabei zwischen drei verschiedenen Entwicklungsphasen von ethnischer Identität, mit verschiedenen Mustern an Exploration und Bindung unterschieden (Phinney, 1990): 1) Unexamined Ethnic Identity: Diese Phase ist charakterisiert durch einen Mangel an Exploration der eigenen Herkunftskultur. Dies kann mit einem Desinteresse an der eigenen Herkunftskultur und in Folge dessen einem niedrigen Level an Auseinandersetzung mit der Herkunftskultur einhergehen (diffuse identity; geringes Ausmaß an Exploration und Bindung). Ebenso ist es möglich, dass Individuen sich überhaupt nicht mit ihrer ethnischen Identität beschäftigt haben und - ohne vorherige Identitätsexploration - lediglich die Werte und Charakteristiken der Mehrheitskultur angenommen haben (foreclosed identity; geringes Ausmaß an Exploration, jedoch Bindung an die Herkunftskultur). 2) Ethnic Identity Search/Moratorium: Die zweite Entwicklungsstufe schließt eine gründliche Exploration der eigenen Herkunftskultur ein. Die von Phinney (1990) interviewten Jugendlichen äußerten zum Beispiel ein starkes Interesse an ihrer Herkunftskultur. Sie strebten des Weiteren an mehr darüber zu lernen, durch Familien- oder Geschichtsbücher, und reflektierten mögliche kommende Herausforderungen im Kontext ihres eigenen Migrationshintergrunds. 3) Achieved Ethnic Identity: Die finale Stufe ethnischer Identitätsentwicklung wird von Phinney (1992) folgendermaßen charakterisiert: "(...) clear, confident sense of one's own ethnicity" (p. 71). Nach einer intensiven Explorationsphase, ist diese Phase durch eine selbstbewusste ethnische Identität mit flexiblen und sachlichen Ansichten zu der eigenen ethnischen Zugehörigkeit des Individuums gekennzeichnet (hohes Maß an Exploration und Bindung). Phinney nimmt an, dass Individuen von einer diffusen ethnischen Identität (eine deutliche Identität ist nicht vorhanden) zu einer übernommenen ethnischen Identität (Bindung ohne Exploration) oder zum Moratorium (Explorationsphase) und zu einer erarbeiteten ethnischen Identität (feste Bindung zur eigenen ethnische Gruppe, basierend auf einer Exploration, die zur Bedeutung der Ethnizität führte) übergehen.

    Im deutschen Kontext kann sich die ethnische Identität zum Beispiel im Fall von türkischen Migranten auf deren Identifikation mit der türkischen Kultur beziehen, wobei sich die ethnische Identität eines Deutschen (ohne Migrationshintergrund) auf die Identifikation mit der deutschen Kultur bezieht. Nach dem Akkulturationsansatz (vgl. Berry, 1997) kann sich ein türkischer Migrant in Deutschland darüber hinaus gleichzeitig mit der deutschen Kultur identifizieren (nationale Identität). Für einheimische Deutsche überlappen sich die Konstrukte der ethnischen und nationalen Identität.

    Das Model für Identitätsentwicklung von Phinney ist jedoch ausschließlich auf die Entwicklung der ethnischen Identität ausgerichtet. Im Akkulturationskontext sollte jedoch die Entwicklung der Identifikation eines Migranten mit der Aufnahmekultur gleichermaßen Berücksichtigung finden. Bisher besteht ein Mangel an Forschung zum Identitätsbildungsprozess vom Migranten mit der Aufnahmekultur, daher werden Studien benötigt, die die Identitätsbildung unter Beachtung der Herkunfts- als auch Aufnahmekultur (z.B. türkische und deutsche Kultur) untersuchen. Migranten die aktiv und ausgiebig beide Kulturen erforschen, können sich mit beiden Kulturen gleichzeitig identifizieren.

    Die vorliegende Skala berücksichtigt die Entwicklung der nationalen Identität von Migranten im gleichen Rahmen wie für ethnische Identitätsbildung. Des Weiteren wird die Perspektive erweitert indem Erwachsene betrachtet werden. Der ethnische Identitätsbildungsansatz wurde kaum auf die erwachsene Bevölkerung angewendet (vgl. Fadjukoff, Pulkkinen & Kokko, 2016; Umaña-Taylor, 2011). Der Prozess der Identitätsbildung kann als sozialer Entwicklungsprozess durch die ganze Lebensdauer hinweg auftreten (Syed, Azmitia & Phinney, 2007; Quintana, 2007). Dies ist besonders relevant für Migranten, die in ein anderes Land migriert sind (erste Generation) und für welche der neue kulturelle Kontext dazu anregt ihre Identität zu redefinieren oder anzupassen.

     

     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

     

    Skalen zur Erfassung der ethnischen Identität (e-EID und b-EID)

    Die Skalen zur Erfassung der ethnischen Identität (e-EID und b-EID) stellen eine deutsche Übersetzung des Multigroup Ethnic Identity Measure - Revised (MEIM-R) von Phinney und Ong (2007) dar.

    Tabelle 3 zeigt die originale Skala mit 6 Items nach Phinney und Ong (2007). Zur Validierung der englischsprachigen Skala MEIM-R zogen Phinney und Ong (2007) eine Stichprobe von N = 241 (78% weiblich) Studierenden, darunter 51% Lateinamerikaner, 26% asiatisch-amerikanischer, 9% europäisch-amerikanischer und 14% gemischter oder anderer Herkunft heran. 26.5% der Stichprobe wurde im Ausland geboren und das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 19.7 Jahren.

    Die originale Instruktion war Folgende: "In this country, people come from a lot of different cultures and there are many different words to describe the different backgrounds of ethnic groups that people come from. Some examples of the names of ethnic groups are Mexican- American, Hispanic, Black, Asian-American, American Indian, Anglo-American, and White. Every person is born into an ethnic group, or sometimes two groups, but people differ on how important their ethnicity is to them, how they feel about it, and how much their behavior is affected by it. These questions are about your ethnicity or your ethnic group and how you feel about it or react to it.

    Please fill in: In terms of ethnic group, I consider myself to be ________________________.

    Use the numbers given below to indicate how much you agree or disagree with each statement." (Phinney, 1992, S. 172). Die Skala hat fünfstufige Antwortmöglichkeiten von 1 = "strongly disagree" über 3, eine neutrale Position, zu 5 = "strongly agree".

     

    Tabelle 3

    Items des Multigroup Ethnic Identity Measure - Revised (MEIM - R)

    Nr.

    Item

    Subskala

    1

    I have spent time trying to find out more about my own ethnic group, such as history, traditions, and customs.

    E

    2

    I have a strong sense of belonging to my own ethnic group.

    B

    3

    I understand pretty well what my ethnic group membership means to me.

    E

    4

    I have often done things that will help me understand my ethnic background better.

    B

    5

    I have often talked to other people in order to learn more about my ethnic group.

    E

    6

    I feel a strong attachment towards my own ethnic group.

    B

    Anmerkung. Die Items 1, 4 und 5 gehören zur Subskala Exploration (E), die Items 2, 3 und 6 zur Subskala Bindung (B).

     

    Für die Übersetzung wurde die "Translation, Review, Adjuction, Pretesting, and Documentation" (TRAPD) Prozedur (siehe Harkeness, 2003) angewandt. Um eine angemessene und verständliche Übersetzung für "ethnic group" im deutschen Raum zu identifizieren wurde ein kognitiver Pretest vorgenommen. Der kognitive Pretest ließ schließen, dass der Begriff "Herkunftskultur" für Personen mit Migrationshintergrund eine adäquate Übersetzung und Adaptation des Begriffs "ethnic group" für den deutschen Sprachraum ist (vgl. Otto et al., 2015). Die fünfstufige Antwortskala wurde beibehalten und lediglich ins Deutsche übersetzt (1 = "stimme überhaupt nicht zu", 3 = "teils/teils" bis 5 = "stimme voll und ganz zu").

     

    Skalen zur Erfassung der nationalen (deutschen) Identität (e-NID und b-NID)

    e-NID und b-NID wurden basierend auf e-EID bzw. b-EID entwickelt. Um eine angemessene und verständliche Adaptation für den Begriff "ethical group"/"Herkunftskultur" zu identifizieren wurde ein kognitiver Pretest vorgenommen. Der kognitive Pretest ließ schließen, dass zur Erfassung der nationalen (deutschen) Identität bei Personen mit sowie ohne Migrationshintergrund der Begriff "deutsche Kultur" eine adäquate Adaptation darstellt (vgl. Otto et al., 2015). Für e-NID und b-NID wurde ebenfalls die ins Deutsche übersetzte fünfstufige Antwortskala des MEIM-R verwendet (1 = "stimme überhaupt nicht zu", 3 = "teils/teils" bis 5 = "stimme voll und ganz zu").

     

     

    Stichproben

    Es wurde eine Stichprobe von N = 3410 Erwachsenen herangezogen. Davon hatten N = 3085 Personen keinen Migrationshintergrund (51.4% weiblich) und 325 Personen der ersten Migrantengeneration (57.8% weiblich). Das Alter der Probanden reichte von 20 bis 72 Jahren (ohne Migrationshintergrund: Momig = 49.35 Jahre; SDomig = 13.99 Jahre; Migranten: Mmig = 45.05 Jahre SDmig = 13.69). 3.7% der Teilnehmenden ohne Migrationshintergrund hatten ein niedriges Bildungsniveau, 64% ein mittleres und 32.3% ein hohes Bildungsniveau. 13.5% der Personen mit Migrationshintergrund hatten ein niedriges Bildungsniveau, 49.7% ein mittleres und 36.8% ein hohes Bildungsniveau. 62.8% der Teilnehmer mit Migrationshintergrund gaben ihre Herkunft an, die Mehrheit zog nach 1991 nach Deutschland und stammte vorwiegend aus Russland (17.8%), der Türkei (4.6%), oder anderen europäischen Ländern (z.B.: Polen oder Italien; 23.7%).

    Die Daten hierfür wurden durch das GESIS Panel als Teil der Datenerhebung von Dezember 2015 bis Februar 2016 erhoben (GESIS, 2016a; Tanner, Schaurer, Enderle, & Weyandt, 2016). Das GESIS Panel erhebt repräsentative Stichproben der deutschsprachigen Bevölkerung von 18-70 Jahren mit permanentem Wohnsitz in Deutschland (vgl. GESIS Panel, 2016b).

    Es wurde eine Analyse fehlender Werte mit Hilfe des Tests nach Little zur Überprüfung der MCAR-Bedingung (missing completely at random) vorgenommen (Software: R). Fehlende Werte waren systematisch fehlend für die Messung ethnischer Identität, nicht für die Messung nationaler (deutscher) Identität. Systematisch fehlende Daten wurden durch eine multiple Imputation mit der expectation-maximization (EM) Technik behandelt. Eine listenweise Löschung mit zufällig verteilten fehlenden Daten wurde vorgenommen.

     

    Itemanalysen

    Die Itemanalysen wurden mit den R Paketen "lavaan" (Rosseel, 2012) und "semTools" (Jorgensen, Pornprasertmanit, Schoemann & Rosseel, 2018) durchgeführt. Für die Items zur Erfassung der ethnischen bzw. nationalen (deutschen) Identität wurde eine 2-Faktoren-Struktur mit einer 1-Faktor-Struktur verglichen (Schätzer: Maximum Likelihood). Dabei zeigte sich sowohl für die ethnische Identität bei Personen mit Migrationshintergrund als auch für die nationale (deutsche) Identität bei Personen ohne und mit Migrationshintergrund eine Überlegenheit der 2-Faktorenlösung (siehe Tabelle 4-6). Die 1-Faktorenlösung zeigte in allen drei Fällen keine ausreichende Modellpassung. Die Annahme der 2-Faktorenlösung impliziert die Verwendung der Skalen e-EID und b-EID bzw. e-NID und b-NID. Die Messmodelle sind in den Abbildungen 1-3 dargestellt.

     

    Tabelle 4

    Konfirmatorische Faktorenanalyse model fit indices für 1-Faktor und 2-Faktor Lösungen: Personen mit Migrationshintergrund (N = 325), Ethnische Identität.

    Model

    Overall X2

    df

    X2/df

    CFI

    SRMR

    RMSEA

    CI für RMSEA

    1-Faktorlösung

    149.13*

    9

    16.57

    .85

    .077

    0.219

    .189-.250

      Ethnische Identität

     

     

     

     

     

     

     

     Deutsche Identität

     

     

     

     

     

     

     

    2-Faktorenlösung

    28.23*

    8

    3.53

    .98

    .041

    0.088

    .054-.125

      Ethnische Identität: Exploration und Bindung

     

     

     

     

     

     

     

    1-Faktorlösung vs. 2-Faktorlösung

    120.90*

    1

     

    -.07

    .036

    0.131

     

    *p < .001

     

    Tabelle 5

    Konfirmatorische Faktorenanalyse model fit indices für 1-Faktor und 2-Faktor Lösungen: Personen ohne Migrationshintergrund (N = 2940), Nationale Identität.

    Model

    Overall X2

    df

    X2/df

    CFI

    SRMR

    RMSEA

    CI für RMSEA

    1-Faktorlösung

    1762.13*

    9

    195.79

    .84

    .082

    0.257

    .247-.268

      Ethnische Identität

     

     

     

     

     

     

     

     Deutsche Identität

     

     

     

     

     

     

     

    2-Faktorenlösung

    178.00*

    8

    22.25

    .98

    .025

    0.085

    .074-.096

      Ethnische Identität: Exploration und Bindung

     

     

     

     

     

     

     

    1-Faktorlösung vs. 2-Faktorlösung

    1584.13*

    1

     

    -.14

    .57

    0.172

     

    *p < .001

     

    Tabelle 6

    Konfirmatorische Faktorenanalyse model fit indices für 1-Faktor und 2-Faktor Lösungen: Personen mit Migrationshintergrund (N = 301), Nationale Identität.

    Model

    Overall X2

    df

    X2/df

    CFI

    SRMR

    RMSEA

    CI für RMSEA

    1-Faktorlösung

    184.53*

    9

    20.50

    .81

    .093

    0.255

    .223-.287

      Ethnische Identität

     

     

     

     

     

     

     

     Deutsche Identität

     

     

     

     

     

     

     

    2-Faktorenlösung

    41.10*

    8

    5.14

    .96

    .050

    0.117

    .083-.154

      Ethnische Identität: Exploration und Bindung

     

     

     

     

     

     

     

    1-Faktorlösung vs. 2-Faktorlösung

    143.43*

    1

     

    -.15

    .043

    0.138

     

    *p < .001

     

    Abbildung 1. Messmodell für Konstrukt ethnischer Identität (e-EID und b-EID) bei Personen mit Migrationshintergrund (N = 325)

     

     

    Abbildung 2. Messmodell für Konstrukt nationaler Identität (e-NID und b-NID) bei Personen ohne Migrationshintergrund (N = 2940).

     

     

    Abbildung 3. Messmodell für Konstrukt nationaler Identität (e-NID und b-NID) bei Personen mit Migrationshintergrund (N = 301). 

     

    Itemkennwerte

    Im Folgenden werden die Itemkennwerte der Skalen zur Erfassung der ethnischen sowie nationalen Identität getrennt für Personen mit (vgl. Tabelle 7 und 9) und ohne Migrationshintergrund (vgl. Tabelle 8) dargestellt. Die Analysen wurden mit Version 23.0 von IBM SPSS Statistics (2015) durchgeführt.

     

    Tabelle 7

    Mittelwerte, Standardabweichungen und Trennschärfen der Items zur Erfassung der ethnischen Identität bei Personen mit Migrationshintergrund.

    Nr.

    Item

    M

    SD

    e-EID

     

     

     

    1

    Ich habe Zeit damit verbracht mehr über meine Herkunftskultur herauszufinden, z.B. über ihre Geschichte, Traditionen und Bräuche.

    3.77

    .99

    .61

    4

    Ich habe häufig aktiv etwas dafür getan, meine Herkunftskultur besser zu verstehen.

    3.41

    1.12

    .72

    5

    Ich habe oft mit anderen Personen gesprochen, um mehr über meine Herkunftskultur zu erfahren.

    3.34

    1.11

    .60

    b-EID

     

     

     

    2

    Ich fühle mich meiner Herkunftskultur stark zugehörig.

    3.61

    1.01

    .80

    3

    Mir ist ziemlich klar, was die Zugehörigkeit zu meiner Herkunftskultur für mich bedeutet.

    3.86

    .92

    .59

    6

    Ich fühle mich meiner Herkunftskultur eng verbunden.

    3.53

    1.11

    .71

    Anmerkung. N = 223 (e-EID, listwise deletion); N = 221 (b-EID, listwise deletion); Trennschärfen wurden als Korrelation des Items mit dem Gesamtscore (ohne dieses Item) der jeweiligen Skala berechnet.

     

     

    Tabelle 8

    Mittelwerte, Standardabweichungen und Trennschärfen der Items zur Erfassung der nationalen Identität bei Personen ohne Migrationshintergrund.

    Nr.

    Item

    M

    SD

    e-NID

    1

    Ich habe Zeit damit verbracht mehr über die deutsche Kultur herauszufinden, z.B. über ihre Geschichte, Traditionen und Bräuche.

    3.14

    1.12

    .68

    4

    Ich habe häufig aktiv etwas dafür getan, die deutsche Kultur besser zu verstehen.

    2.93

    1.06

    .77

    5

    Ich habe oft mit anderen Personen gesprochen, um mehr über die deutsche Kultur zu erfahren.

    2.86

    1.09

    .73

    b-NID

    2

    Ich fühle mich der deutschen Kultur stark zugehörig.

    3.60

    .98

    .66

    3

    Mir ist ziemlich klar, was die Zugehörigkeit zur deutschen Kultur für mich bedeutet.

    3.60

    .97

    .56

    6

    Ich fühle mich der deutschen Kultur eng verbunden.

    3.42

    1.06

    .61

    Anmerkung. N = 2990 (e-NID, listwise deletion); N = 2977 (b-NID, listwise deletion); Trennschärfen wurden als Korrelation des Items mit dem Gesamtscore (ohne dieses Item) der jeweiligen Skala berechnet.

     

     

    Tabelle 9

    Mittelwerte, Standardabweichungen und Trennschärfen der Items zur Erfassung der nationalen Identität bei Personen mit Migrationshintergrund.

    Nr.

    Item

    M

    SD

    e-NID

    1

    Ich habe Zeit damit verbracht mehr über die deutsche Kultur herauszufinden, z.B. über ihre Geschichte, Traditionen und Bräuche.

    3.41

    .98

    .68

    4

    Ich habe häufig aktiv etwas dafür getan, die deutsche Kultur besser zu verstehen.

    3.31

    1.05

    .69

    5

    Ich habe oft mit anderen Personen gesprochen, um mehr über die deutsche Kultur zu erfahren.

    3.46

    1.08

    .72

    b-NID

    2

    Ich fühle mich der deutschen Kultur stark zugehörig.

    3.34

    .98

    .59

    3

    Mir ist ziemlich klar, was die Zugehörigkeit zur deutschen Kultur für mich bedeutet.

    3.60

    .95

    .44

    6

    Ich fühle mich der deutschen Kultur eng verbunden.

    3.33

    1.03

    .59

    Anmerkung. N = 312 (e-NID, listwise deletion); N = 305 (b-NID, listwise deletion); Trennschärfen wurden als Korrelation des Items mit dem Gesamtscore (ohne dieses Item) der jeweiligen Skala berechnet.

     

     

    Objektivität

    Die Auswertungsobjektivität der Skalen ist durch die Standardisierung der Auswertung und die Zuweisung eines numerischen Messwerts, der die Ausprägung des Teilnehmenden in der Exploration (e-EID und e-NID) sowie Bindung (b-EID und b-NID) bezüglich der ethnischen sowie deutschen Identität beschreibt, gegeben. Da die Verrechnungsvorschriften der Werte auf den Items klar festgelegt sind und keinen Interpretationsspielraum zulassen, ist davon auszugehen, dass aus Befragungsergebnissen gezogene Schlüsse über verschiedene Forschende vergleichbar sind und somit Interpretationsobjektivität vorliegt.

     

    Reliabilität

    Zur Messung der Reliabilität wurde McDonalds Omega herangezogen (berechnet mit dem R Paket "lavaan" [Rosseel, 2012]). Für die Stichprobe der Personen mit Migrationshintergrund wiesen die Skala e-EID (ω = .81) als auch b-EID (ω = .85) bezüglich der ethnischen Identität sowie die Skalen e-NID (ω = .84) und b-NID (ω = .86) bezüglich der deutschen Identität eine sehr gute interne Konsistenz auf. Für die Stichprobe der Personen ohne Migrationshintergrund zeigten beide Skalen (e-NID: ω = .86; b-NID ω = .88) zur Erfassung der deutschen Identität ebenfalls eine sehr gute Reliabilität.

     

    Validität

    Wie aus der Forschungsliteratur zu entnehmen ist (z. B. Romero & Roberts, 2003; Yoon, 2011), korreliert ein hohes Ausmaß an Exploration und Bindung positiv mit dem subjektiven Wohlbefinden. Um Kriteriumsvalidität zu testen, wurde daher anhand des Pearson-Korrelationskoeffizienten (r) überprüft ob die Skalen e-EID, b-EID, e-NID sowie b-NID mit Indikatoren zum Wohlbefinden einhergehen. Subjektive Wohlbefinden wurde zum einem mittels eines OECD-Indikators (OECD, 2013) für die Lebenszufriedenheit operationalisiert ("Wie zufrieden sind Sie, alles in allem, mit Ihrem gegenwärtigen Leben?"). Zum anderen wurde subjektives Wohlbefinden anhand eines Indikators zur Messung der wahrgenommene Diskriminierung operationalisiert: "Wie oft fühlen Sie sich persönlich aufgrund Ihrer Herkunftskultur benachteiligt?" (Maehler, 2012).

    Die Ergebnisse in Tabelle 10 zeigen, dass zum Beispiel die Lebenszufriedenheit positiv mit den Skalen zur deutschen Identität bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund einhergeht. Für beide Gruppen gibt es wiederum keine Korrelation zwischen den Skalen ethnische/deutsche Identität und dem Indikator für wahrgenommene Diskriminierung. Diese Ergebnisse sind durchaus konsistent mit bisherigen Literaturbefunden zum Zusammenhang von Wohlbefinden und MEIM Subskalen (z.B. Syed et al., 2013). Je nach Zielpopulation, Altersgruppen (Kinder oder Erwachsenen) oder Aufnahmeland können die erwarteten Zusammenhänge variieren.

    Im Rahmen weiterer Studien sollte die Konstruktvalidität der Skalen etabliert werden. Für zukünftige Untersuchungen in Deutschland wird beispielsweise empfohlen auch Zusammenhänge zur Akkulturationsorientierung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zur Überprüfung der Skalenkonsistenz heranzuziehen; wie bisherige empirische Ergebnisse zeigen, besteht ein starker Zusammenhang (vgl. Maehler, 2012).

     

    Tabelle 10

    Korrelationsmatrix zwischen den Skalen ethnischer und nationaler/deutscher Identität und Wohlbefinden.

     

    Personen mit Migrationshintergrund

    Personen mit Migrationshintergrund

    Personen ohne Migrationshintergrund

     

    e-EID

    b-EID

    e-NID

    b-NID

    e-NID

    b-NID

    Lebenszufrie-denheit1

    .064

    (N=215)

    .132

    (N=214)

    .172**

    (N=302)

    .209**

    (N=302)

     

    .124**

    (N=2873)

    .154**

    (N=2872)

    Wahrgeno-mmene Dis-kriminierung2

    -.008

    (N=223)

    -.127

    (N=221)

    -.062

    (N=230)

    -.125

    (N=231)

     

    -.017

    (N=356)

    -.093

    (N=358)

    Anmerkung. 1: Item wurde auf einer 10-Punkte-Likert-Skala bewertet, die von 1 (völlig unzufrieden) bis 10 (vollständig zufrieden) reichte; 2: Item wurde auf einer 5-Punkte-Likert-Skala bewertet, die von 1 (gar nicht) bis 5 (sehr oft) reichte. Ns beruhen auf paarweisem Fallausschluss. *p < 0.05; ** p < 0.01.

     

    Deskriptive Statistiken

    Im Folgenden werden die deskriptiven Statistiken (ermittelt mit Version 23.0 von IBM SPSS Statistics, 2015) der Skalen zur Erfassung der ethnischen (vgl. Tabelle 11) sowie deutschen Identität getrennt für Personen mit und ohne Migrationshintergrund (vgl. Tabelle 12) dargestellt. Normen liegen nicht vor.

     

    Tabelle 11

    Deskriptive Statistiken der Skalen e-EID und b-EID zur Erfassung der ethnischen Identität bei Personen mit Migrationshintergrund.

    Skalen

    M

    SD

    Schiefe

    Exzess

    e-EID

    3.51

    .92

    -.34

    -.23

    b-EID

    3.66

    .88

    -.22

    -.38

    Anmerkung. Skala von 1 (stimmt gar nicht) bis 5 (stimmt völlig); N = 223 (e-EID, listwise deletion); N = 221 (b-EID, listwise deletion).

     

     

    Tabelle 12

    Deskriptive Statistiken der Skalen e-NID und b-NID zur Erfassung der deutschen Identität.

    Skalen

    M

    SD

    Schiefe

    Exzess

    Personen ohne Migrationshintergrund

     

     

     

     

    e-NID

    2.98

    .96

    -0.39

    -0.10

    b-NID

    3.53

    .91

    0.14

    -0.45

    Personen mit Migrationshintergrund

     

     

     

     

    e-NID

    3.40

    .90

    -0.30

    0.00

    b-NID

    3.42

    .87

    -0.29

    -0.09

    Anmerkung. Skala von 1 (stimmt gar nicht) bis 5 (stimmt völlig); N = 2990 (e-NID, Personen ohne Migrationshintergrund, listwise deletion); N = 2977 (b-NID, Personen ohne Migrationshintergrund, listwise deletion); N = 312 (e-NID, Personen mit Migrationshintergrund, listwise deletion); N = 305 (b-NID, Personen mit Migrationshintergrund, listwise deletion).

     

     

    Nebengütekriterien

    Mittels der R Pakete "lavaan" (Rosseel, 2012) und "semTools" (Jorgensen, Pornprasertmanit, Schoemann & Rosseel, 2018) wurde die Messinvarianz für die Skala zur Erfassung der nationalen (deutschen) Identität für Personen mit versus Personen ohne Migrationshintergrund getestet (Schätzer: Maximum Likelihood). Der Root Mean Square Error of Approximation (RMSEA) und der Comparative Fit Index (CFI) wurden zwecks Überprüfung der Modellanpassung herangezogen. Laut Rutkowski und Sventina (2014) impliziert ∆CFI < .02 und ∆RMSEA < .03 zwischen dem konfiguralen und metrischen Modell metrische Invarianz; ∆CFI < .01 sowie ∆RMSEA < .01 zwischen dem metrischen und skalaren Modell impliziert skalare Messinvarianz. Die Ergebnisse bestätigen somit eine konfigurale Invarianz (χ2(16) = 219.10, χ2/df = 2.26, p < 0.001; CFI = .982, RMSEA = .089), metrische Invarianz (χ2(20) = 223.31, χ2/df = 2.92, p < 0.001; CFI = .982, RMSEA = .079, ∆CFI = .00, ∆RMSEA = .009), und skalare Invarianz (χ2(24) = 279.66, χ2/df = 3.03, p < 0.001; CFI = .978, RMSEA = .081, ∆CFI = .005, ∆RMSEA = .002). Aufgrund der vorliegenden skalaren Messinvarianz dürfen die Mittelwerte der latenten Variablen zwischen den Gruppen verglichen werden.


     

     

    Dr. Débora B. Maehler, GESIS, E-Mail: debora.maehler@gesis.org

    Es wurden folgenden Daten aus dem GESIS Data Portal (DBK) zugrunde gelegt: doi: 10.4232/1.11878.