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Biographischer Fragebogen für Alkoholabhängige (BIFA-AL)

  • Autor/in: Bühler, K.-E.
  • In ZIS seit: 1997
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis88
  • Zusammenfassung: Der biografische Fragebogen für Alkoholabhängige bildet die Persönlichkeitsdimensionen (1) Emotionale Insuffizienz bzw. Neurotizismus, (2) Ungünstige / günstige Primärsozialisation und (3) Zielstreben ... mehr ab. Das hier konstruierte biographische Inventar unterscheidet sich von reinen Persönlichkeitsfragebögen durch eine spezifische Ausrichtung auf die Lebensgeschichte. weniger
    Abstract: The biographical questionnaire for alcohol addicts maps the personality dimensions (1) Emotional Insufficiency or Neuroticism, (2) Unfavourable / Favourable Primary Socialisation and (3) Aiming. The b ... mehriographical inventory constructed here differs from pure personality questionnaires by a specific focus on life history. weniger
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 38
  • Reliabilität: Cronbachs Alpha = .86 bis .90; Split-half-Reliabilität = .85 bis .88; Retest-Reliabilität = .75 bis .92
  • Validität: Hinweise auf die konvergente und divergente Validität
  • Konstrukt: Emotionale Insuffizienz, Neurotizismus, Primärsozialisation, Zielstreben
  • Schlagwörter: Alkohol, Drogen, Abhängigkeit, Persönlichkeit | alcohol, drugs, addiction, personality
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein
  • Entwicklungsstand: validiert
    • Instruktion

      Im Folgenden finden Sie einige Aussagen, die Ihre Meinungen und Interessen betreffen sowie persönliche Angaben über Ihr Elternhaus, über Ihre schulische Bildung, über ihre Berufsvorstellungen, Lebensansichten und über Ihre eigene Person. Jeder Mensch hat seine eigenen Ansichten und Auffassungen über sich und sein Leben, es gibt also hier keine richtigen und falschen Antworten. Sie können sich frei und unbefangen äußern, Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt. Die Beantwortung der Fragen ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn Sie nach bestem Wissen antworten. Überlegen Sie also bitte nicht erst, welche Antwort wohl den besten "Eindruck" macht, sondern antworten Sie so, wie es Ihrer Meinung nach zutrifft. Sie sollten sich nicht an einzelnen Fragen "festbeißen", sondern die Antwort geben, welche Ihnen zuerst einfällt. Es wird wohl einige Fragen geben, deren Beantwortung für Sie nicht ganz einfach sein wird. Kreuzen Sie trotzdem bitte immer eine Antwort an, die am ehesten bei Ihnen zutrifft. Wenn Sie möchten, dann können Sie zusätzlich auf einem gesonderten Blatt Anmerkungen zu bestimmten Fragen machen. Es werden mehrere Lebensbereiche berührt, Sie finden daher viele Fragen vor. Lassen Sie trotzdem keine Frage aus, auch wenn Ihnen eine Antwort manchmal schwer fallen sollte. Wir wollen Sie nun mit den Aussagen und den Antwortmöglichkeiten vertraut machen:

      Bei jeder Frage gibt es zwei Antwortmöglichkeiten: 1. die Antwort "stimmt nicht" und 2. die Antwort "stimmt". Trifft eine Aussage auf Sie zu, so setzen Sie bitte ein Kreuz in den entsprechenden Kreis mit der Feststellung "stimmt". Sollten Sie einer Aussage nicht zustimmen können, so verfahren Sie einfach in der umgekehrten Weise und setzen Ihr Kreuz in den entsprechenden Kreis mit der Antwortmöglichkeit "stimmt nicht".

       

      Items

      N = Emotionale Insuffizienz bzw. Neurotizismus

      P = Ungünstige / günstige Primärsozialisation

      Z = Zielstreben

      Nr.

       

      Item

      Polung

      Sub-skala

      N01

       

      Manchmal fühle ich mich wie in einer Sackgasse, in der es nicht mehr weitergeht.

      +

      N

      N02

       

      Meine Stimmung wechselt rasch und ohne ersichtlichen Grund.

      +

      N

      N03

       

      Oft habe ich das Gefühl der Teilnahmslosigkeit und der inneren Leere.

      +

      N

      N04

       

      Ich verbringe mehr Zeit damit, mich auf das Leben vorzubereiten, als es tatsächlich zu leben.

      +

      N

      N05

       

      Ich habe stets Angst davor, mich zu blamieren.

      +

      N

      N06

       

      Oft habe ich Angst, den mir selbst gestellten Aufgaben nicht gewachsen zu sein.

      +

      N

      N07

       

      Manchmal quält mich der Gedanke, den Anforderungen des Lebens nicht gewachsen zu sein.

      +

      N

      N08

       

      Obwohl ich an sich ein lebensfroher Mensch bin, wird mir oft alles zu viel und zu schwer.

      +

      N

      N09

       

      Meistens schiebe ich Dinge auf, die ich eigentlich sofort tun sollte.

      +

      N

      N10

       

      Der Alltag ist oft so grau und leer, dass ich mich in eine schöne und angenehme Traumwelt flüchte.

      +

      N

      N11

       

      Oft sitze ich nur so da und döse vor mich hin.

      +

      N

      N12

       

      Mein Blick in die Zukunft wird mehr von Ängsten, Wünschen und Hoffnungen bestimmt, als von Tatsachen.

      +

      N

      N13

       

      Meine Pläne erscheinen mir oft so schwierig, dass ich sie später wieder aufgebe.

      +

      N

      N14

       

      Häufig fühle ich mich elend und bedrückt.

      +

      N

      N15

       

      Meine körperliche und meine geistige Leistungsfähigkeit ist sehr wechselhaft.

      +

      N

      P01

       

      Ich selbst hatte immer das Gefühl, von meinen Eltern innerlich abgelehnt zu sein.

      +

      P

      P02

       

      Gelegentlich hatte ich das Empfinden, dass ich nicht so recht in meine Familie hineingehören würde.

      +

      P

      P03

       

      Ich wurde daheim oft wegen Dingen bestraft, die ich nicht getan hatte.

      +

      P

      P04

       

      Ich hatte selten Streit mit meinen Familienangehörigen.

      -

      P

      P05

       

      Oft hatte ich das Gefühl, als wäre zwischen mir und meinen Eltern gleichsam eine Wand.

      +

      P

      P06

       

      Mein Vater hatte dauernd an mir etwas auszusetzen.

      +

      P

      P07

       

      Meine Eltern waren für mich da, wenn ich Probleme hatte.

      +

      P

      P08

       

      Es kam häufig vor, dass mich meine Eltern vor anderen Kindern und Jugendlichen bloßstellten.

      +

      P

      P09

       

      Zuhause fühlte ich mich nicht richtig wohl, weil wir kein gutes Familienleben hatten.

      +

      P

      P10

       

      Zu meinen Eltern hatte ich eine ziemlich vertrauensvolle Beziehung.

      -

      P

      P11

       

      Meine Mutter konnte mir nur schwer verzeihen, wenn es wegen mir Unannehmlichkeiten gab.

      +

      P

      P12

       

      Meine Eltern stritten sich mehr als andere Leute.

      +

      P

      Z01

       

      Vieles, was ich mir vornehme, führe ich auch zu Ende.

      +

      Z

      Z02

       

      Ich besitze die Kraft und die Fähigkeit mein Leben zu meistern.

      +

      Z

      Z03

       

      Hinsichtlich meines Lebenszieles fühle ich mich sicher und entschlossen.

      +

      Z

      Z04

       

      Es gelingt mir gut, aufmerksam eine Sache zu verfolgen.

      +

      Z

      Z05

       

      Im Großen und Ganzen bin ich der Welt gegenüber positiv eingestellt.

      +

      Z

      Z06

       

      Eigentlich fühle ich mich den Schwierigkeiten des Lebens ganz gut gewachsen.

      +

      Z

      Z07

       

      In dem Auf und Ab des Lebens komme ich ganz gut zurecht.

      +

      Z

      Z08

       

      Ich habe eine große Ausdauer, wenn es gilt, ein gestecktes Ziel zu erreichen.

      +

      Z

      Z09

       

      Mit den Aussichten, die mir das Leben bietet, bin ich durchaus zufrieden.

      +

      Z

      Z10

       

      Gewöhnlich kann ich genügend Selbstbeherrschung aufbringen, die angestrebten Ziele zu erreichen.

      +

      Z

      Z11

       

      Über meine wirklichen Interessen war ich mir stets im Klaren.

      +

      Z

       

      Antwortvorgaben

      Dichotome Antwortalternativen "stimmt" (Punktwert 1) vs. "stimmt nicht" (Punktwert 0).

       

      Auswertungshinweise

      Die Rohwerte werden mit Hilfe von Schablonen bestimmt.

      Die Parallelität der Skalenitems, welche die Voraussetzung für die einfache Addierung der Items zu Skalenwerten ist, wurde anschließend über eine konfirmatorische Faktorenanalyse (verwendet wurde hierzu LISREL VII) anhand der zweiten Stichprobe überprüft. Dabei wurde zwar im CHI-Quadrattest aufgrund der relativ großen Fallzahl das Parallelmodell verworfen, aber die extrem hohen Korrelationen von über .99 der exakten Faktorwerte für alle 3 Skalen (Neurotizismus, Primärsozialisation, Zielstreben) mit den einfach aufsummierten Rohwerten der Items rechtfertigen eine schlichte Addition der Rohwerte. Dies ist für die einfache Handhabung bzw. Auswertung eines Testinventars erforderlich. In Tabelle 1 liegen Normwerte vor.


       

      Tabelle 1

      Normen der Skalen für Rigidität, Desorganisation, Zielgerichtetheit

      Neurotizismus

      Primärsozialisation

      Zielgerichtetheit

      Punkt-wert

      T-Wert

      Prozent-rang

      Punkt-wert

      T-Wert

      Prozent-rang

      Punkt-wert

      T-Wert

      Prozent-rang

       0

      31.35

      2

      0

      39.32

      12

      0

      29.54

      2

       1

      33.49

      7

      1

      42.04

      30

      1

      32.48

      7

       2

      35.63

      11

      2

      44.75

      42

      2

      35.43

      11

       3

      36.90

      17

      3

      47.46

      51

      3

      38.38

      16

       4

      39.90

      21

      4

      50.15

      58

      4

      41.33

      23

       5

      42.03

      27

      5

      52.88

      65

      5

      44.28

      31

       6

      44.17

      31

      6

      55.59

      71

      6

      47.22

      38

       7

      46.31

      36

      7

      58.30

      76

      7

      50.17

      45

       8

      48.44

      42

      8

      61.01

      81

      8

      53.12

      54

       9

      50.58

      47

      9

      63.73

      86

      9

      56.07

      63

      10

      52.71

      53

      10

      66.44

      91

      10

      59.02

      75

      11

      54.85

      59

      11

      69.15

      95

      11

      61.97

      91

      12

      56.98

      66

      12

      71.86

      99

       

       

       

      13

      59.12

      76

       

       

       

       

       

       

      14

      61.26

      87

       

       

       

       

       

       

      15

      63.39

      96

       

       

       

       

       

       

       

       

    Die biographische Methode erfasst den individuellen Lebenslauf als Ausdruck der Persönlichkeit und der spezifischen Entwicklungsdynamik, da die in der Gegenwart erscheinende Struktur der Persönlichkeit biographischen Verlaufsbedingungen unterliegt. Daher überschneiden sich zwangsläufig der weite Inhaltsbereich biographischer Fragebögen mit denjenigen von Persönlichkeitsinventaren und Interessenfragebögen. Das hier konstruierte biographische Inventar unterscheidet sich von reinen Persönlichkeitsfragebögen durch eine spezifische Ausrichtung auf die Lebensgeschichte. Es berücksichtigt in seiner Konzeption sowohl bestehende Kausalhypothesen und Theorien zur Sucht- und Alkoholismus Genese, als auch die zeitliche Dimension der Entwicklung.

     

     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

    Der BIFA-AL dient primär der differentialpsychologischen Erhebung biographischer Konstruktionen von Alkoholabhängigen auf der Basis von Forschungsergebnissen zur ätiologischen und kausalen Entwicklung des Vollbildes der Suchtkrankheit "Alkoholismus" (gemäß der operationalen WHO-Definition von 1952) sowie ihrer klinischen Klassifikation. Darüber hinaus sollte ein universelles standardisiertes Instrument entwickelt werden, das für die differentielle Untersuchung größerer Stichproben zur Analyse der Entwicklungsdynamik in relevanten Lebensbereichen geeignet ist.

    Hierdurch sollte eine Verknüpfung qualitativer (z.B. der Analyse narrativer Konstruktionen "erinnerter" Lebensgeschichte und subjektiver Kausalitätsinterpretationen) und quantitativer Forschungsmethoden (z.B. deskriptiver oder komparativer Verfahren) ermöglicht werden.

    Das Instrument umfaßt drei Subskalen:

    -       Skala A (unipolar):  "Insuffizienzerleben" bzw. Neurotizismus, ist gekennzeichnet durch Merkmale von Depressivität (Grübelneigung), Stimmungslabilität, affektive Unausgeglichenheit, Gefühlen der Verzweiflung sowie der Auswegs- und Aussichtslosigkeit. Zukunftsängste, Hoffnungslosigkeit, Resignation bestimmen das Bild ebenso wie Versagensängste, Unzulänglichkeitsgefühle und geringes Selbstwerterleben. Übertriebene Ansprüche an die Umwelt sind gepaart mit Gefühlen der Nutzlosigkeit, mit Rückzug und Isolation. Ferner ist für diesen Faktor ein fehlender Bezug zur Zeitlichkeit charakteristisch, d.h. zeitlose oder situationsgebundene Merkmale überwiegen, weshalb er dem biographischen Aspekt der Gegenwart zugeordnet wird.

    -       Skala B (bipolar): Günstige versus ungünstige primäre Sozialisation: Der positive Pol ist gekennzeichnet durch Ablehnung des unharmonisch erlebten Elternhauses. Ein strenger Erziehungsstil der Eltern ist vorherrschend. Die emotionale Unterstützung durch die primären Bezugspersonen ist gering. Der Vater (bzw. die männliche primäre Bezugsperson) erscheint schwach und wenig durchsetzungsfähig, die Mutter (bzw. die weibliche Bezugsperson) verständnislos, hart und abweisend. Der negative Pol wird inhaltlich bestimmt von vertrauensvoller Zuwendung der Eltern bzw. der Bezugspersonen und von familiärer Harmonie. Hier handelt es sich eindeutig um einen Faktor mit Vergangenheitsbezug, d.h. durch ihn wird der biographische Aspekt der Vergangenheit erfasst.

    -       Skala C (unipolar): Zielstreben, ist charakterisiert durch drei zusammenhängende Themenbereiche: eher konventionelle Leistungsorientierung mit den dazu erforderlichen Fähigkeiten (d.h. Zielstrebigkeit und Entschlossenheit) und konzentrierte Planung des Lebensvollzuges mit offenem Kontaktverhalten und Kooperationsfähigkeit. Die zugehörigen Grundhaltungen sind positive Lebensgestaltung, Erfüllungsstreben, Selbstsicherheit und sog. Ich-Stärke. Dieser Faktor lässt einen Bezug zur Zukunft erkennen, d.h. er repräsentiert den biographischen Aspekt der Zukunft.

    Der vorliegenden Form des Tests ging ein Primärfragebogen mit 255 Items voraus. Sie wurden aus elf Inhaltsbereichen ausgewählt, die durch jeweils mindestens 20 Indikatoren erfasst werden sollten. Diese Bereiche umfassen:

    1.     Familiensituation, familiärer Hintergrund, primäre Sozialverwurzelung, Familienleben, häusliche Atmosphäre (20 Items).

    2.     Erziehungsformen und Erziehungsstil der Eltern, Erziehungsgang und Sozialisation, positiv-fördernde Unterstützung durch das Elternhaus (21 Items).

    3.     Mutter- und Vaterbild, Identifikationsperson, Eheleben der Eltern bzw. Gemeinschaftsleben der Bezugspersonen (21 Items).

    4.     Selbständigkeit, Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und Selbstentfaltung, Gestaltung des eigenen Lebens bzw. Selbstverwirklichung, Kommunikation mit der Umwelt, planende Ausdauer und Arbeitsstil (24 Items).

    5.     Leistungsmotivation, Anspruchsniveau, Selbsteinschätzung, allgemeine Einstellung zum Leben, Lernorganisation, persönliche Bemühungen, Engagement und Mobilisierung von Kräften, Zweckbestimmtheit des Handelns (22 Items).

    6.     Reaktion auf Frustration, Frustrationstoleranz, Verhalten bei Spannungen, bei Angst, bei Leistungsstress und bei Lebenskonflikten, Durchsetzungsfähigkeit, Selbstbewußtsein und Selbstsicherheit (23 Items).

    7.     Einstellung gegenüber der Umwelt und der eigenen Person, Einstellungsstruktur und Erlebnistypus, Orientierungsverhalten (extratensiv/ introversiv) (24 Items).

    8.     Persönliche und soziale Beziehungen, Kontaktverhalten, soziale Bestätigung, soziale Konformität, gesellschaftliche Einordnung und Einflußnahme, Rollenidentität des eigenen Geschlechts (27 Items).

    9.     Lebensgefühl und Lebensgestaltung, zeitliche Ausrichtung auf die Zukunft (Hoffnung, Erwartung, Resignation), Selbstdarstellung, Selbsterleben und Identität, Zufriedenheit und Freude an der gegenwärtigen Situation (27 Items).

    10.     Stimmungsniveau, Zumutesein, Gemütsverfassung, Affektsituation, Erlebnisaktualität (24 Items).

    11.     Selbstkritik, Offenheit, Bereitschaft zu unverfälschten Antworten, Fähigkeit zum Ausdruck von Gefühlen (22 Items).

     

    Stichproben

    In der Hauptstudie wurde der Fragebogen von 934 Probanden aus zwei Stichproben beantwortet. Die Probanden stammten aus verschiedenen Beratungs- und Behandlungsinstitutionen:

    1.     Psychiatrische Großkrankenhäuser (ca. 53% der Alkoholiker-Stichprobe),

    2.     Fachkliniken (ca. 38%),

    3.     ambulante Suchtkrankenhilfe (ca. 8%).

    Die Daten der ersten Stichprobe (600 Probanden) wurden für die Exploration und Hypothesengewinnung verwendet, insbesondere für die Entwicklung reliabler und valider Skalen sowie die Typologisierung der Probanden. Schließlich sollte die strikte Trennung von Hypothesengewinnung und Hypothesenüberprüfung (Konfirmation) anhand einer Validierungsstichprobe nichtreproduzierbare Zufallsergebnisse und methodische Artefakte so weit wie möglich ausschließen.

     

    Itemanalysen

    Die Dimensionalität der ursprünglich 255 Items wurde durch Faktoren- und Item-Clusteranalysen bestimmt. Hierbei ergaben sich u.a. nach dem Scree-Test von Cattell (1966) und dem Verlauf der Eigenwertdifferenzen drei Dimensionen, welche in der vorliegenden Testform durch die 38 trennschärfsten Items erhoben werden: 1. Emotionale Insuffizienz bzw. Neurotizismus, 15 Items, 2. Perzipierte (ungünstige vs. günstige) Primärsozialisation, 12 Items, 3. Zukunftsorientiertes Zielstreben, 11 Items.

    Da Faktorenanalysen nur für metrische Variablen zulässig sind, wurden dem Skalenniveau entsprechend Item-Clusteranalysen berechnet. Die Clusteranalyse der Items auf der Basis eines Maximum-Likelihood-Verfahrens konnte ebenfalls drei homogene Itemgruppen identifizieren - allerdings noch erheblich prägnanter und eindeutiger. Diese Itemcluster waren mit den interkorrelierten Faktoren nach der obliquen Rotation identisch.

    Interkorrelationen (Tabelle 2) zwischen den drei Subskalen sind offensichtlich durch eine Überlagerung von Subgruppen bedingt, da innerhalb einzelner Subgruppen (Typen) von Alkoholabhängigen keine Korrelationen zu beobachten sind.

     

    Tabelle 2

    Korrelationen zwischen den drei Subskalen

     

    Skala 1 Neurotizismus

    Skala 2 Primärsozialisation

    Skala 3 Zielstreben

    Skala 1 Neurotizismus     

    1.00

     

     

    Skala 2 Primärsozialisation

    .35(.21)

    1.00

     

    Skala 3 Zielstreben       

    -.62(-.70)

    -.45(-.23)

    1.00

    Anmerkungen. Die eingeklammerten Werte geben die Korrelationen innerhalb der konfirmatorischen Stichprobe an.

     

    Die Eindimensionalität der Subskalen wurde mit gesonderten Faktorenanalysen für jede der drei Subskalen geprüft. Die durch den ersten Eigenwert für jede Subskala aufgeklärten Varianzanteile liegen in Tabelle 3 vor. Der zweite Eigenwert für jede Subskala liegt unter 9%. Die Subskalen sind also eindimensional.

     

    Tabelle 3

    Varianzaufklärung durch den ersten Eigenvektor

    Skala 1 Neurotizismus     

    44.1%

    (40.2%)

    Skala 2 Primärsozialisation

    42.3%

    (43.5%)

    Skala 3 Zielstreben       

    45.4%

    (41.7%)

    Anmerkungen. Die Klammerwerte beziehen sich auf die Überprüfung anhand der zweiten "konfirmatorischen" Stichprobe.

     

    Itemkennwerte

    Die Trennschärfen (Item-Gesamt-Korrelationen, rit) und die Reliabilitäten (bei Faktorisierung) für die Items liegen in Tabelle 4 vor.


     

    Tabelle 4

    Item-Gesamt-Korrelationen (rit), Reliabilitäten bei Faktorisierung (Rel.) und Itemschwierigkeiten (S)

    Neurotizismus

    Primärsozialisation

    Zielgerichtetheit

    Item

    rit

    Rel.

    S

    Item

    rit

    Rel.

    S

    Item

    rit

    Rel.

    S

    N01

    .65

    .71

    .66

    P01

    .68

    .68

    .23

    Z01

    .53

    .60

    .68

    N02

    .55

    .60

    .46

    P02

    .65

    .67

    .37

    Z02

    .61

    .60

    .61

    N03

    .58

    .62

    .49

    P03

    .57

    .58

    .26

    Z03

    .61

    .68

    .53

    N04

    .49

    .53

    .49

    P04

    .49

    .70

    .58

    Z04

    .47

    .52

    .74

    N05

    .54

    .53

    .53

    P05

    .69

    .59

    .40

    Z05

    .47

    .53

    .77

    N06

    .63

    .69

    .57

    P06

    .54

    .59

    .24

    Z06

    .65

    .73

    .61

    N07

    .65

    .72

    .62

    P07

    .61

    .68

    .54

    Z07

    .62

    .70

    .66

    N08

    .56

    .63

    .64

    P08

    .58

    .45

    .23

    Z08

    .54

    .63

    .63

    N09

    .50

    .57

    .68

    P09

    .66

    .50

    .37

    Z09

    .48

    .56

    .60

    N10

    .57

    .61

    .51

    P10

    .65

    .49

    .54

    Z10

    .60

    .67

    .71

    N11

    .52

    .59

    .47

    P11

    .47

    .65

    .35

    Z11

    .49

    .58

    .58

    N12

    .63

    .68

    .64

    P12

    .53

    .69

    .27

     

     

     

     

    N13

    .59

    .65

    .57

     

     

     

     

     

     

     

     

    N14

    .65

    .71

    .58

     

     

     

     

     

     

     

     

    N15

    .55

    .59

    .63

     

     

     

     

     

     

     

     

                               

     

    Nach einer nicht-orthogonalen Rotation der Faktoren (Hauptachsenanalyse mit anschließender OBLIMIN-Rotation in SPSS und der Voreinstellung alpha = 0.0) sind die Ladungen auf den jeweiligen Zielfaktoren hoch, die Nebenladungen auf den anderen Faktoren jedoch sehr niedrig (Tabelle 5). Dieses relativ klare Faktorenmuster konnte an der zweiten, konfirmatorischen Stichprobe reproduziert werden. Das angestrebte Ziel der "Homogenität und Eindimensionalität der Subskalen" und der Eindimensionalität ihrer Items ist somit erreicht.

     

    Tabelle 5

    Ladungsmatrix der Faktoren (nach obliquer Rotation)

     

    F1

      F2

      F3

    N01

     .74

     .08

     .09

    N02

     .54

     .06

    -.06

    N03

     .53

     .14

    -.06

    N04

     .47

     .06

    -.05

    N05

     .55

    -.00

    -.03

    N06

     .62

    -.02

    -.11

    N07

     .63

     .05

    -.12

    N08

     .75

     .03

     .19

    N09

     .55

    -.06

    -.06

    N10

     .53

     .10

    -.06

    N11

     .54

    -.08

    -.10

    N12

     .66

    -.01

    -.05

    N13

     .53

    -.09

    -.23

    N14

     .75

    -.03

     .03

    N15

     .57

     .01

    -.04

    P01

    -.02

     .73

     .06

    P02

     .11

     .61

    -.03

    P03

    -.03

     .68

     .17

    P04

     .12

     .67

     .03

    P05

    -.06

     .60

    -.05

    P06

    -.07

     .58

    -.08

    P07

     .06

     .63

    -.05

    P08

     .09

     .43

     .02

    P09

    -.07

     .45

    -.16

    P10

    -.02

     .44

    -.12

    P11

     .07

     .60

    -.03

    P12

     .03

     .62

    -.10

    Z01

    -.13

    -.06

     .49

    Z02

    -.11

    -.06

     .62

    Z03

    -.14

    -.01

     .58

    Z04

     .01

    -.05

     .51

    Z05

     .03

    -.07

     .51

    Z06

    -.11

     .01

     .66

    Z07

    -.07

    -.02

     .64

    Z08

    -.02

     .02

     .63

    Z09

    -.03

    -.04

     .52

    Z10

     .10

    -.04

     .74

    Z11

    -.08

     .03

     .53

     

     

    Reliabilität

    Die Reliabilität der drei Subskalen ist hoch. Subskala 2, die als eine Vergangenheitsskala anzusehen ist, sollte besonders zuverlässig bei der Testwiederholung sein, da Vorkommnisse in der Vergangenheit nicht mehr veränderbar sind und allenfalls noch unterschiedlich bewertet werden können. Diese Vermutung wird durch die Zahlen bestätigt. Subskala 3 zeigt hingegen einen leichten Abfall der Zuverlässigkeit bei der Testwiederholung. Er kann damit erklärt werden, dass sich Probanden mit ursprünglich ungünstigen Werten im Verlauf von vier Wochen verbesserten. Bei Probanden mit ohnehin ungünstigen Ausgangswerten war keine Veränderung festzustellen. Durch diese Befunde wird nahegelegt, dass bei Testwiederholung alle Skalen ausreichend zuverlässig sind. Skala 3 kann als dynamisch zielorientierte Skala darüber hinaus noch als sensibel hinsichtlich Veränderungen charakterisiert werden.

     

    Tabelle 6

    Testkritische Angaben zu den drei Subskalen

     

    Skala 1 Neurotizismus

    Skala 2 Primärsozialisation

    Skala 3 Zielstreben

    Itemanzahl       

    15

    12

    11

    Mittelwert       

    8.54

    4.06

    7.12

    Standardabweichung

    4.73

    3.74

    3.36

    Reliabilität

     

     

     

    Cronbachs Alpha  

    .90

    .89

    .86

    Spearman-Brown   

    .88

    .86

    .85

    Test-Retest      

    .88

    .92

    .75

     

    Die drei Skalen sind spezifisch auf die mit dem Alkoholismus verbundene Problematik ausgerichtet. Dies bedeutet, dass sie z.B. nicht im gleichen Maße auch für Neurotiker oder andere Gruppen gelten sollen. Umgekehrt lässt sich aber auch schließen, dass allgemeine Skalen, die für Neurotiker oder andere Populationen entwickelt wurden, für die mit dem Alkoholismus verbundene Problematik nur eine sehr beschränkte Aussagekraft haben. Leider werden in den empirischen Untersuchungen zur Alkoholabhängigkeit, in denen für die Normalpopulation oder für andere Zielpopulationen (z.B. Neurotiker) entwickelte Persönlichkeitsinventare zur Anwendung kommen, nicht die Zuverlässigkeitswerte für die Gruppe der Alkoholabhängigen angegeben. Dass dies ein ernst zu nehmendes Problem ist, soll der folgende Vergleich der Alkoholikerskalen mit anderen Populationen aufzeigen. Hierzu werden für andere Zielgruppen, in diesem Fall für Nicht-Alkoholiker, für Psychosomatiker und für Depressive, die entsprechenden Reliabilitätskoeffizienten angegeben (Tabelle 7).

     

    Tabelle 7

    Vergleich der Alkoholikerskalen mit anderen Populationen

     

    Alkoholiker St1

    Alkoholiker St2

    Nicht-Klinische

    Depressive

    Funkt.-

    Psychosomatiker

    Neurotizismus

    .90

    .89

    .86

    .87

    .85

    Primärsozialisation

    .89

    .88

    .76

    .67

    .74

    Zielstreben 

    .86

    .86

    .68

    .78

    .77

    N

    600

    324

    163

    139

    136

     

    Bei der Vergleichsgruppe der Nicht-Alkoholiker handelt es sich um eine "Gelegenheitsstichprobe" von Studentinnen und Studenten sowie um Patienten, die wegen organischen Krankheiten behandelt wurden. Diese Reliabilitäten  für Nicht-Alkoholabhängige fallen zum Teil äußerst gering aus. Während in den beiden Alkoholikerstichproben die Zuverlässigkeitskoeffizienten aller drei Skalen sehr hoch sind, sinken sie in der Kontrollstichprobe, bei den Depressiven und bei den funktionell psychosomatischen Patienten hinsichtlich der Skalen "Primärsozialisation" und "Zielstreben" ab. Diese Ergebnisse machen deutlich, dass es keinen Sinn macht, Persönlichkeitsskalen, die für bestimmte Zielgruppen entwickelt worden sind, auf andere Zielgruppen anzuwenden. Die Zusammensetzung der Skalenwerte basiert im Extremfall auf untereinander unkorrelierten Items, wie die zum Teil geringen Reliabilitätswerte zeigen. Die semantische Bedeutung der Items kann unter Umständen in der Subpopulation eine völlig andere Bedeutung haben, wie ein Vergleich der Faktorenstruktur der verschiedenen Stichproben zeigt. Die Ergebnisse der Faktorenanalysen lassen erkennen, dass die Items unterschiedlichen Dimensionen zugeordnet werden. Eine Überprüfung der einzelnen Skalen mittels der konfirmatorischen Faktorenanalyse (verwendet wurde das Programm LISREL 7) bestätigt den obigen Befund, dass die Skalen nur für die Stichprobe der Alkoholiker Konstruktvalidität aufweisen. Die "Goodness-of-fit"-Koeffizienten, welche die Modellübereinstimmung der einzelnen Stichproben mit den Ergebnissen der explorativen Stichprobe ausdrückt, liegen für die konfirmatorische Stichprobe deutlich über .90, während sie für die anderen Stichproben eindeutig unter dem kritischen Grenzwert von .90 liegen (Tabelle 8). Auch dieser Befund weist wie der Vergleich der Reliabilitäten darauf hin, dass der BIFA-AL spezifisch alkoholbezogene Problembereiche erfasst und die Skalen nur für die Population der Alkoholabhängigen eingesetzt werden sollten.

     

    Tabelle 8

    Goodness-of-Fit-Koeffizienten für verschiedene Stichproben

     

    Alkoholiker St2

    Nicht-Klinische

    Depressive

    Funkt.-

    Psychosomatiker

    Neurotizismus

    .93

    .90

    .84

    .74

    Primärsozialisation

    .94

    .79

    .84

    .70

    Zielstreben 

    .94

    .90

    .85

    .79

    N

    324

    163

    139

    136

     

    Die Reliabilitäten der drei Skalen wurden für verschiedene Untergruppen hinsichtlich Alter, Schulbildung und Geschlecht auf der Basis der internen Konsistenz (Cronbachs Alpha) und der Split-Half-Methode (Spearman-Brown) für beide Stichproben getrennt berechnet (siehe Tabelle 9). Die Reliabilitäten der Subskalen liegen zwischen .85 und .90. Subgruppenanalysen ergaben ebenfalls hohe Zuverlässigkeitswerte in den unterschiedlichen Untergruppen.


     

    Tabelle 9

    Reliabilitäten der drei Subskalen für verschiedene Subgruppen (Alter, Bildung)

     

    Skala 1 Neurotizismus

    Skala 2 Primärsozialisation

    Skala 3 Zielstreben

     

    St 1

    N

    St 2

    N

    St 1

    N

    St 2

    N

    St 1

    N

    St 2

    N

    CA

    .90

     

    .89

     

    .89

     

    .88

     

    .86

     

    .86

     

    S-B

    .88

     

    .87

     

    .86

     

    .87

     

    .85

     

    .87

     

    Bildung

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Volksschule

    .89

    374

    .89

    112

    .90

    374

    .89

    113

    .86

    380

    .82

    111

    Realschule

    .90

    83

    .92

    24

    .85

    80

    .90

    23

    .88

    83

    .91

    24

    Oberschule

    .93

    52

    .90

    12

    .86

    53

    .85

    11

    .84

    53

    .88

    11

    Hochschule

    .91

    50

    .88

    8

    .87

    49

    .79

    8

    .83

    49

    .81

    7

    Alter     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    > 20 Jahre

    .86

    41

    .82

    38

    .58

    10

    .79

    5

    .89

    11

    .81

    5

    20 bis 25 

    .87

    81

    .95

    20

    .83

    39

    .86

    38

    .78

    41

    .84

    39

    26 bis 30 

    .92

    98

    .90

    23

    .87

    79

    .91

    21

    .83

    81

    .87

    21

    31 bis 35 

    .89

    139

    .84

    19

    .88

    97

    .87

    24

    .86

    98

    .70

    21

    36 bis 40 

    .90

    99

    .91

    32

    .90

    136

    .82

    19

    .86

    140

    .83

    18

    41 bis 45 

    .90

    45

    .85

    18

    .83

    43

    .71

    18

    .86

    45

    .73

    17

    46 bis 50 

    .91

    65

    .72

    11

    .84

    67

    .94

    10

    .81

    66

    .73

    11

    Anmerkungen. St = Stichprobe, CA= Cronbachs Alpha, S-B = Spearman-Brown

     

    Validität

    Der Fragebogen wurde mit den sechs Persönlichkeits-Fragebögen bzw. Testbatterien kreuzvalidiert:

    1.     Gießen-Test (GT) von Beckmann und Richter (1981): Skala 1 korreliert positiv (r = .55) mit Skala 4 (Grundstimmung) des GT: depressiv (hohe Skalenwerte) versus hypomanisch (niedrige Skalenwerte); Skala 2 korreliert negativ (r = -.34) mit Skala 1 (soziale Resonanz; niedrige Skalenwerte) des GT; Skala 3 korrelierte nicht mit den Skalen des GT.

    2.     Multidimensionaler Persönlichkeitstest (MPT) von Schmidt (1981); Skala 1 korreliert positiv (r = .64) mit Skala 1 (Ich-Schwäche) des MPT: emotionale Labilität, Depression (hohe Skalenwerte) versus emotionale Stabilität, Belastbarkeit (niedrige Skalenwerte), Skala 1 korreliert signifikant positiv (r = .37) mit Skala 5 (Antriebsspannung) des MPT: innere Unruhe, Getriebensein (hohe Skalenwerte) versus Ausgewogenheit (niedrige Skalenwerte), Skala 1 korreliert signifikant positiv (r = .50) mit Skala 6 (soziale Zurückhaltung) des MPT: kontaktscheu, gehemmt (hohe Skalenwerte) versus kontaktbereit, selbstsicher (niedrige Skalenwerte); Skala 2 wies keinerlei Korrelationen mit den Skalen des MPT auf; Skala 3 korreliert signifikant negativ (r = -.53) mit Skala 6 (soziale Zurückhaltung) des MPT: kontaktscheu, gehemmt (hohe Skalenwerte) versus kontaktbereit, selbstsicher (niedrige Skalenwerte).

    3.     Leistungsmotivationstest (LMT) von Hermans, Petermann und Zielinsky (1978); Skala 1 korreliert signifikant positiv mit Skala F (leistungshemmende Prüfungsangst) des LMT; Skala 2 wies keinerlei Korrelationen mit den Skalen des LMT auf; Skala 3 korreliert signifikant positiv (r = .48) mit Skala L2 (Ausdauer und Fleiß) des LMT; Skala 3 korreliert signifikant negativ (r = -.34) mit F- (leistungshemmende Prüfungsangst) des LMT; Skala 3 korreliert signifikant positiv (r = .33) mit F+ (leistungsfördernde Prüfungsangst) des LMT.

    4.     Biographisches Inventar zur Diagnose von Verhaltensstörungen (BIV) von Jäger (1976); Skala 1 korreliert signifikant positiv (r = .45) mit Skala 2 des BIV (Ich-Stärke): geringe Selbstsicherheit, geringes Durchsetzungsvermögen (hohe Skalenwerte) versus Selbstsicherheit, Durchsetzungsvermögen (niedrige Skalenwerte), Skala 1 korreliert signifikant positiv (r = .48) mit Skala 3 des BIV (soziale Lage): belastete soziale Lage (hohe Skalenwerte) versus unbelastete soziale Lage (niedrige Skalenwerte), Skala 1 korreliert signifikant positiv (r = .72) mit Skala 5 des BIV (Neurotizismus): psychische und emotionale Labilität (hohe Skalenwerte) versus psychische und emotionale Stabilität (niedrige Skalenwerte), Skala 1 korreliert signifikant positiv (r = .53) mit Skala 6 des BIV (soziale Aktivität): Hemmungen (hohe Skalenwerte) versus Kontaktfreudigkeit (niedrige Skalenwerte), Skala 1 korreliert signifikant positiv mit Skala 7 des BIV (psychophysische Konstitution): psychophysische Labilität (hohe Skalenwerte) versus psychophysische Stabilität (niedrige Skalenwerte); Skala 2 korreliert signifikant positiv (r = .66) mit Skala 1 des BIV (familiäre Situation): ungünstige (hohe Skalenwerte) versus günstige (niedrige Skalenwerte) familiäre Situation, Skala 2 korreliert signifikant positiv (r = .65) mit Skala 4 des BIV (Erziehungsverhalten der Eltern): ungünstiges (hohe Skalenwerte) versus günstiges (niedrige Skalenwerte) Erziehungsverhalten; Skala 3 korreliert signifikant negativ (r = -.53) mit Skala 3 des BIV (soziale Lage): belastete soziale Lage (hohe Skalenwerte) versus unbelastete soziale Lage (niedrige Skalenwerte).

    5.     Eysenck-Persönlichkeitsinventar (EPI), Eggert (1974); Skala 1 ("Insuffizienzerleben") korreliert signifikant (p = 0.05) mit der Neurotizismus-Skala des Eysenck-Persönlichkeitsinventars (EPI) (Rho=0.67).

    6.     Eigenschaftswörterliste (EWL) von Janke und Debus (1978); Skala 1 ("Insuffizienzerleben") korreliert signifikant (p = 0.05) mit den folgenden Faktoren der "Eigenschaftswörterliste": (EWL-K) "Allgemeine Desaktivität" (Rho=0.58), "Emotionale Gereiztheit" (Rho=0.49), "Angst" (Rho=0.67), sowie signifikant negativ mit "Leistungsbezogene Aktivität (Rho= -0.57)

     

    Deskriptive Statistiken

    Die Schwierigkeitsindizes, d.h. die relative Häufigkeit der zustimmenden Beantwortung der einzelnen Items, liegen vor (siehe Tabelle 4).

    K.-E. Bühler, Klinik für Psychiatrie, Rudolf-Bultmann-Straße 8, 35039 Marburg.