Open Access Repositorium für Messinstrumente

AkkordeonDetailedScaleViews

Deutsche Self-Monitoring Skala

  • Autor/in: Schyns, B. & Paul, T.
  • In ZIS seit: 2002
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis55
  • Zusammenfassung: Der Fragebogen erfasst Self-Monitoring mit den Subskalen „Sensitivität gegenüber dem Ausdruckverhalten anderer“ und „Fähigkeit zu Veränderung der Selbstdarstellung“. Die hier da ... mehrrgestellte Version entspricht einer deutschen Version der Self-Monitoring Scale von Lennox und Wolfe (1984). weniger
    Abstract: The questionnaire covers self-monitoring with the subscales "Sensitivity to the expressive behaviour of others" and "Ability to change self-representation". The version shown here corresponds to a ... mehrGerman version of the Self-Monitoring Scale by Lennox and Wolfe (1984). weniger
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 13
  • Reliabilität: Cronbachs Alpha = .62 bis .70
  • Validität: Es liegen keine Hinweise vor.
  • Konstrukt: Selbstüberwachung
  • Schlagwörter: Selbstdarstellung, Sensitivität, Verhalten | self-portrayal, sensitivity, behaviour
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein
  • Entwicklungsstand: erprobt
    • Instruktion

      Im Folgenden geht es um Ihr Verhalten in sozialen Situationen. Kreuzen Sie bitte, ohne groß nachzudenken, an. Es gibt keine richtigen und keine falschen Antworten.

       

      Items

      Nr.

      Sensitivität

      Polung

      1

      Ich bin häufig in der Lage, die wahren Gefühle anderer Personen in deren Augen zu erkennen.

      +

      2

      In Gesprächen bin ich für die kleinste Veränderung im Mienenspiel meines Gegenübers sensibel.

      +

      3

      Meine Intuition ist ziemlich gut, wenn es um das Verständnis der Gefühle und Motive anderer geht.

      +

      4

      Ich merke gewöhnlich, wenn andere einen Witz schlecht finden, selbst wenn sie überzeugend lachen.

      +

      5

      Ich merke gewöhnlich an den Augen meines Zuhörers, wenn ich etwas Unangemessenes gesagt habe.

      +

      6

      Wenn mich jemand anlügt, merke ich das gewöhnlich sofort an der Art seines Ausdrucks.

      +

       

      Nr.

      Selbstdarstellung

      Polung

      1

      In sozialen Situationen habe ich die Fähigkeit, mein Verhalten zu verändern, wenn ich fühle, dass etwas anderes erwartet wird.

      +

      2

      In Abhängigkeit davon, welchen Eindruck ich erwecken möchte, bin ich fähig, die Art und Weise, wie ich Menschen gegenübertrete, zu kontrollieren.

      -

      3

      Wenn ich das Gefühl habe, dass das Bild, das ich vermittle, nicht wirkt, kann ich es so ändern, dass es wirkt.

      +

      4

      Ich habe Schwierigkeiten, mein Verhalten an verschiedene Menschen bzw. an verschiedene Situationen anzupassen.

      +

      5

      Ich habe festgestellt, dass ich mein Verhalten an die Erfordernisse jeder Situation, in der ich mich befinde, anpassen kann.

      -

      6

      Selbst wenn es zu meinem Vorteil sein könnte, habe ich Schwierigkeiten, eine gute Miene zu machen.

      +

      7

      Wenn ich einmal weiß, was die Situation erfordert, ist es leicht für mich, meine Handlungen entsprechend auszurichten.

      +

       

       

      Antwortvorgaben

      6-stufige Ratingskala mit den Bezeichnungen: 1=immer richtig, 2=meist richtig, 3=manchmal richtig, 4=manchmal falsch, 5=meist falsch, 6=immer falsch.

       

      Auswertungshinweise

      Die Summenwerte werden durch Addition der Antwortwerte für die Einzelitems der Subskalen generiert. Die Items Selbstdarstellung 2 und 5 werden umcodiert.

       

       

    Das Konstrukt Self-Monitoring geht auf Snyder (1974) zurück. Nach Snyder (1979) sind Personen mit einer hohen Ausprägung von Self-Monitoring besonders sensibel für das Ausdrucksverhalten und die Selbstdarstellung anderer in sozialen Situationen. Daraus leiten sie Hinweise für ihre eigene verbale und nonverbale Selbstdarstellung ab, womit diese Personen eine größere Verhaltensvariabilität in Abhängigkeit von sozialen Situationen zeigen als Personen mit niedrigem Self-Monitoring.

    Während Snyder (1974) fünf Komponenten des Self-Monitoring differenziert (1. Sorge um die Angemessenheit sozialen Verhaltens, 2. Beachtung sozialer Vergleichsinformation, 3. Fähigkeit, die Selbstdarstellung zu kontrollieren oder zu verändern, 4. der Gebrauch dieser Fähigkeit in bestimmten Situationen sowie 5. die situationsübergreifende Variabilität von Verhalten), fanden Briggs, Cheek und Buss (1980) nur drei Faktoren (siehe auch Briggs & Cheek, 1986): Schauspielerische Fähigkeit, Extraversion und Orientierung an anderen.

    Die hier vorgestellte deutsche Version der Skala von Lennox und Wolfe (1984) beruht auf dem Versuch, das Konstrukt Self-Monitoring weniger breit anzulegen. Diese Autoren kommen aufgrund verschiedener Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass sich Self-Monitoring in zwei Faktoren aufteilen lässt: Sensitivität gegenüber dem Ausdrucksverhalten anderer und Fähigkeit zur Veränderung der Selbstdarstellung. Daraus folgt, dass Personen mit hohem Self-Monitoring zum einen sensibel gegenüber sozialen Situationen sind, d.h. sie wissen, was ihr Gegenüber von ihnen erwartet, zum anderen können sie ihr eigenes Ausdrucksverhalten kontrollieren (Lennox & Wolfe, 1984).

     


     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

    Die hier vorgelegte Skala ist eine Übersetzung des Instrumentes von Lennox und Wolfe. Lennox und Wolfe (1984) fanden die zwei Faktoren Sensitivität gegenüber dem Ausdrucksverhalten anderer und Fähigkeit zur Veränderung der Selbstdarstellung, mit sechs bzw. sieben Items.

     

    Stichproben

    Befragt wurden 141 berufstätige Personen. Davon waren 61 Männer und 80 Frauen. Das Durchschnittsalter betrug 37.4 Jahre (SD = 12.9). Von den Befragten hatten 39.1% Abitur.

     

    Itemanalysen

    In einer Faktorenanalyse (Maximum Likelihood) wurden zwei Faktoren vorgegeben (Tabelle 1). Für die Skala Sensitivität lässt sich die Faktorstruktur gut replizieren. Für die Subskala Selbstdarstellung ergibt sich keine so eindeutige Lösung. Einige Items (Selbstdarstellung 3, 4, 6) dieser Subskala laden auf beiden Faktoren hoch. Das Item Selbstdarstellung 5 hat auf beiden Faktoren eine geringe Ladung.

    Werden Faktorenanalysen mit den Items pro Subskala berechnet, ergibt sich für Sensitivität eine eindeutig eindimensionale Struktur (Varianzaufklärung des 1. Faktors: 40.8%, des zweiten Faktors: 16.2%). Die Faktorladungen der Items können als ausreichend bezeichnet werden.

    Für die Skala Selbstdarstellung ist die Eindimensionalität nicht gleich eindeutig (Varianzaufklärung des 1. Faktors: 33.9%, des zweiten Faktors: 18.1%). Zwei Items (Selbstdarstellung 2 und Selbstdarstellung 5) laden sehr gering oder gering auf dem Faktor. Das Item Selbstdarstellung 1 könnte ebenfalls aufgrund niedriger Ladung aus der Skala ausgeschlossen werden. Werden alle drei Items ausgeschlossen, erhöht sich die interne Konsistenz der Skala auf Cronbachs Alpha = .71.

    Somit kann die für die Subskala Sensitivität erwartete Dimensionalität in dieser Stichprobe als bestätigt angesehen werden. Für die Subskala Selbstdarstellung sind die Ergebnisse nicht ganz eindeutig. Allerdings ist die interne Konsistenz für eine 4-Item-Skala ausreichend.

     

    Tabelle 1

    Mittelwerte (M), Standardabweichungen (SD), Trennschärfen (T) und Faktorladungen (F) der Items

    Sensitivität

    Item

    M

    SD

    T

    F

    1

    4.17

    .96

    .54

    .07

    2

    4.62

    .85

    .44

    .56

    3

    4.47

    .95

    .43

    .53

    4

    4.19

    1.00

    .29

    .33

    5

    4.58

    .90

    .45

    .50

    6

    4.11

    .95

    .46

    .58

    Selbstdarstellung

    Item

    M

    SD

    T

    F

    1

    4.64

    .79

    .37

    .38/.38*

    2

    4.07

    1.23

    .26

    .23/.23

    3

    4.45

    1.03

    .48

    .72/.72

    4

    4.46

    .91

    .38

    .53/.53

    5

    3.08

    1.21

    .11

    .09

    6

    3.66

    1.10

    .36

    .56/.56

    7

    4.53

    .92

    .47

    .64/.64

    Anmerkungen. * Die zweiten Faktorladungen wurden nach Eliminierung von Item Selbstdarstellung 5 erreicht

     

    Itemkennwerte

    Die Trennschärfen und Faktorladungen für die Items werden in Tabelle 1 berichtet.

     

     

    Reliabilität

    Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) der Skala Sensitivität beträgt .70, die der Skala Selbstdarstellung .62 (ohne Item Selbstdarstellung 5: .66).

     

    Validität

    Zur Validität liegen aus dieser Studie keine Ergebnisse vor. Lediglich die Korrelation der Subskalen untereinander konnte berechnet werden. Sie beträgt .44 bzw. .40 bei Ausschluss des Items Selbstdarstellung 5. Die Effektgröße der Korrelation ist mittel bis hoch. Die Höhe der Korrelation könnte  neben inhaltlichen Erwägungen  auch durch die teilweisen Überschneidungen der Itemladungen erklärt werden bzw. diese erklären. Trotz dieser Überschneidungen ist auch die korrigierte Korrelation so niedrig (.62 bzw. .59 für die Selbstdarstellungsskala mit bzw. ohne das Item Selbstdarstellung 5), dass von getrennten Subskalen ausgegangen werden kann.

     

    Deskriptive Statistiken

    Die Mittelwerte und Standardabweichungen für die Items liegen vor (Tabelle 1).

    Für die Skala Sensitivität beträgt der Skalenmittelwert 4.35 (Standardabweichung 0.59). Die Schiefe beträgt 0.94 (Standardfehler 0.21), die Kurtosis 3.35 (Standardfehler 0.41).

    Für die Skala Selbstdarstellung (Werte der Skala ohne Selbstdarstellung 5 in Klammern) beträgt der Skalenmittelwert 4.35 (4,30) (Standardabweichung 0.64 (0.62)). Die Schiefe beträgt 1.18 (0.82) (Standardfehler 0.21 (0.21)), die Kurtosis 3.70 (2.06) (Standardfehler 0.41 (0.41)).

    Aufgrund der Itemanalyse kann das Item Selbstdarstellung 5 aus der Subskala Selbstdarstellung ausgeschlossen werden. Danach ergeben sich folgende Werte für diese Subskala: Skalenmittelwert 4.30 (Standardabweichung 0.62), Schiefe 0.82 (Standardfehler 0.21), Kurtosis 2.06 (Standardfehler 0.41).