Open Access Repositorium für Messinstrumente

AkkordeonDetailedScaleViews

Berufliche Selbstwirksamkeitserwartung

  • Autor/in: Schyns, B. & von Collani, G.
  • In ZIS seit: 1999
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis16
  • Zusammenfassung: Diese Skala erfasst die Überzeugung einer Person, ein bestimmtes Verhalten im beruflichen Kontext ausführen zu können. Sie testet die Einschätzung von Fähigkeiten allgemein auf den Beruf und nicht ein ... mehre spezielle Tätigkeit. weniger
    Abstract: This scale measures a person's conviction that he or she can carry out a certain behaviour in a professional context. It tests the assessment of skills in general for the job and not for a specific ac ... mehrtivity. weniger
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 19
  • Reliabilität: Cronbachs Alpha = .88 bis .92; Split-half-Reliabilität = .88; Korrelation mit Langform = .95
  • Validität: Hinweise auf Konstruktvalidität
  • Konstrukt: Selbstwirksamkeitserwartungen
  • Schlagwörter: Beruf, Selbstwirksamkeit | profession, self-efficacy
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein
  • Entwicklungsstand: validiert
    • Instruktion

      Zur Instruktion liegen keine Angaben vor.

       

      Items

      Nr.

      Item

      Polung

      Kurzform

      1

      Wenn ich Pläne bezüglich meiner beruflichen Zukunft mache, dann kann ich diese auch umsetzen.

      -

       

      2

      Wenn ich mir selbst berufliche Ziele setze, erreiche ich diese nur  selten.

      +

       

      3

      Wenn bei meiner Arbeit unerwartete Probleme auftauchen, kann ich diese schlecht bewältigen.

      +

       

      4

      Ich versuche, es zu vermeiden, für meinen Beruf neue Dinge zu  lernen, die mir zu schwierig erscheinen.

      +

       

      5

      Wenn etwas bei meiner Arbeit nicht direkt funktioniert, probiere ich es nur noch stärker.

      -

       

      6

      Ich fühle mich unsicher bezüglich meiner beruflichen Fähigkeiten.

      +

       

      7

      Was meinen Beruf betrifft, bin ich ziemlich selbstsicher.

      -

       

      8

      Wenn etwas im Beruf nicht so gut läuft, gebe ich leicht auf.

      +

       

      9

      Ich scheine nicht in der Lage zu sein, mit den meisten beruflichen Problemen, die auftauchen, umzugehen.

      +

       

      10

      Bei meiner Arbeit gelingt mir auch die Lösung schwieriger Aufgaben, wenn ich mich darum bemühe.

      -

       

      11

      Wenn im Beruf unerwartete Situationen auftauchen, weiß ich  immer, wie ich mich verhalten soll.

      -

      X

      12

      Für jedes Problem bei meiner Arbeit habe ich eine Lösung.

      -

      X

      13

      Beruflichen Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen, weil ich mich immer auf meine Fähigkeiten verlassen kann.

      -

      X

      14

      Wenn ich bei der Arbeit mit einem Problem konfrontiert werde,  habe ich meist mehrere Ideen, wie ich damit fertig werde.

      -

      X

      15

      Wenn ich bei der Arbeit mit einer neuen Sache konfrontiert  werde, weiß ich, wie ich damit umgehen kann.

      -

       

      16

      Was auch immer in meinem Berufsleben passiert, ich werde schon klarkommen.

      -

      X

      17

      Durch meine vergangenen beruflichen Erfahrungen bin ich gut  auf meine berufliche Zukunft vorbereitet.

      -

      X

      18

      Ich erreiche die beruflichen Ziele, die ich mir setze.

       

      X

      19

      Ich fühle mich den meisten beruflichen  Anforderungen gewachsen.

      -

      X

       

       

      Antwortvorgaben

      6-stufige Ratingskalen mit Benennung der Endpunkte: 1 = "stimmt völlig" und 6 = "stimmt überhaupt nicht" zu.

       

      Auswertungshinweise

      Für die Auswertung werden die Antworten zu den  Einzelitems addiert. Die positiv formulierten Items müssen umkodiert werden, so daß ein hoher Wert eine hohe berufliche Selbstwirksamkeitserwartung anzeigt.

       

       

    Hintergrund ist die Theorie von Bandura (1977ff.), der den Begriff Selbstwirksamkeitserwartung in der Literatur einführte. Gemeint ist damit die Überzeugung einer Person, ein bestimmtes Verhalten ausführen zu können (zur Abgrenzung der Selbstwirksamkeitserwartung von anderen Konstrukten siehe Bandura, 1997; Schyns, 2001). Ursprünglich als spezifisch aufgefasst, wurden zur Selbstwirksamkeitserwartung auch generelle Skalen erstellt (z.B. Sherer et al., 1982; von Collani & SchynsName=Generalisierte Selbstwirksamkeit; HotwordStyle=BookDefault; , 2002).

    Die Erstellung der hier dokumentierten Skala hatte eine Verbindung beider Ansätze zum Ziel. Mittels einer bereichsspezifischen Erfassung der Selbstwirksamkeitserwartung sollte es möglich sein, Erwerbstätige (natürlich auch Erwerbslose) bezüglich der Einschätzung ihrer Fähigkeiten allgemein auf den Beruf und nicht auf eine spezielle Tätigkeit hin zu testen. Anhand dieser Skala ist also auch ein Vergleich von Personen verschiedener Berufe und Tätigkeiten möglich.

     

     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

    Entwickelt wurde die Skala aus verschiedenen Skalen zur generellen Selbstwirksamkeitserwartung und verwandten Konstrukten, die für den beruflichen Bereich adaptiert wurden. Im einzelnen gingen Items aus folgenden Skalen ein:

                - Skala zur Generellen Selbstwirksamkeitserwartung von Sherer et al. (1982),

                - Skala zur Generalisierten Kompetenzerwartung von Schwarzer (1994).

                - Hope-Skala von Snyder et al. (1991),

                - Skala Heuristische Kompetenz von Stäudel (1988).

    Ursprünglich bestand die Skala aus 20 Items. Ein Item wurde aufgrund seiner Itemkennwerte aus der Skala ausgeschlossen.

    Aufgrund von statistischen Kriterien (explorative und konfirmatorische Faktorenanalysen, Itemanalysen) wurde auch eine Kurzform mit 8 Items erstellt.

     

     

    Stichproben

    Befragt wurden 108 berufstätige und 45 arbeitslose Personen (88 Frauen, 64 Männer, 1 ohne Angabe).

    Das Durchschnittsalter betrug 38.7 Jahre (SD = 11.2).

    4.7% der Befragten hatten die Hauptschule abgeschlossen, 39.2% hatten mittlere Reife und 55.4% Abitur.

     

    Variablen und Auswertungsmethode

    Es liegen keine Angaben vor.

     

    Itemanalysen

    Das Konstrukt "Berufliche Selbstwirksamkeitserwartung" ist eindimensional. Die Varianzaufklärung der ersten Komponente beträgt nach eine Hauptkomponentenanayse (Tabelle 1)Name=t1; HotwordStyle=BookDefault; fundort=d57;  40.8%.

     

    Tabelle 1

    Hauptkomponentenladungen (K) und Trennschärfen (T) der Items

    Item

     K 

     T

     1. 

    .55

    .51

     2. 

    .56

    .53

     3. 

    .69

    .65

     4. 

    .54

    .49

     5. 

    .54

    .50

     6. 

    .71

    .66

     7. 

    .64

    .58

     8. 

    .57

    .52

     9. 

    .56

    .50

    10. 

    .57

    .50

    11. 

    .66

    .59

    12. 

    .73

    .67

    13. 

    .81

    .75

    14. 

    .70

    .64

    15. 

    .59

    .54

    16. 

    .68

    .62

    17. 

    .69

    .64

    18. 

    .67

    .64

    19. 

    .75

    .70

    Anmerkung. Die Berechnungen erfolgten mit SPSS 8.0.

     

    Itemkennwerte

    Die Ladungen nach einer Hauptkomponentenanalyse und die Trennschärfen für die Items (Tabelle 1)Name=t1; HotwordStyle=BookDefault; fundort=d57;   vor.

     

     

    Reliabilität

    Die Interne Konsistenz der Skala beträgt nach Cronbachs Alpha .92, die Split-Half Reliabilität nach Spearman-Brown .88. Cronbachs Alpha für die 8-Item Kurzform beträgt .88. Sie korreliert mit der Langform (19 Items) .95.

     

     

    Validität

    Ermittelt wurde die Konstruktvalidität anhand korrelativer Beziehungen zu anderen Skalen (Tabelle 2)Name=t2; HotwordStyle=BookDefault; fundort=d57; . Die Korrelationen entsprechen den Erwartungen und können sinnvoll interpretiert werden.

     

    Tabelle 2

    Korrelationen (r) zwischen der Skala "Berufliche Selbstwirksamkeit" und anderen Instrumenten

    (N zwischen 55 und 134)

     

    Skala

      r

    SWE (Sherer)                   

     .69**

    SWE (Schwarzer)                

     .77**

    Work-Related SE (Speier)       

     .73**

    Self-Esteem (Rosenberg)        

     .43**

    Sense of Mastery (Pearlin)     

     .35**

    HOM (Mißerfolg) (Kuhl)         

     .25

    HOP (Planen) (Kuhl)            

     .34*

    Neurotizmus (NEO-FFI. Borkenau)

    -.57**

    Fordern-Können (Ullrich)       

     .65**

    Anmerkung. ** sign. 0.01 * sign. 0.05; Die Berechnungen erfolgten mit SPSS 8.0.

     

    Deskriptive Statistiken (Normierung)

    Der durchschnittliche Gesamtwert der Skala "Berufliche Selbstwirksamkeitserwartung" beträgt in der beschriebenen Stichprobe 43.4 (SD = 12.6). Der Range der Summenwerte reicht von 19 bis 80 Punkten.

     


     

     

    • Prof. Dr. Gernot von Collani, E-Mail: collani@rz.uni-leipzig.de,HotwordStyle=None;  Universtität Leipzig, Institut für Allgemeine Psychologie, Seeburgstr. 14-20, 04103 Leipzig.
    • Dr. Birgit Schyns, E-Mail: schyns@moldzio.com