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Gütergebundenheit

  • Autor/in: Scherhorn, G., Haas, H., Hellenthal, F., & Seibold, S.
  • In ZIS seit: 1999
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis202
  • Zusammenfassung: Die Skala erfasst „Gütergebundenheit“ mit zehn Items. Von der Gütergebundenheit einer Person kann man dann sprechen, wenn der Selbstausdruck der Person in sehr starkem Maße durch materielle Güter erfo ... mehrlgt. weniger
    Abstract: The scale measures "tied goods" with ten items. One can speak of a person being bound by goods if the self-expression of the person is to a very large extent made by material goods.
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 10
  • Reliabilität: Cronbachs Alpha = .80
  • Validität: Es liegen Hinweise auf die faktorielle Validität vor.
  • Konstrukt: Umweltbewusstsein, Gütergebundenheit
  • Schlagwörter: Selbstwert, Lebenszufriedenheit | self-esteem, life satisfaction
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein
  • URL Datenarchiv: http://dx.doi.org/10.4232/1.2421
  • Entwicklungsstand: validiert
    • Instruktion

      Bitte überlegen Sie bei jeder Aussage, in welchem Ausmaß diese auf Sie persönlich zutrifft oder nicht zutrifft, und kreuzen Sie dann die passende Zahl an. Die verschiedenen Zahlen haben dabei die folgende Bedeutung:

       

      1 = "trifft überhaupt nicht zu"

      2 = "trifft überwiegend nicht zu"

      3 = "trifft eher nicht zu"

      4=  "trifft einigermaßen zu"

      5 = "trifft überwiegend zu"

      6 = "trifft vollständig zu"

       

      Items

      Nr.

      Item

      1

      Ich finde es schön, viele Sachen zu haben, z. B. viele Kleider, verschiedene Sportgeräte usw.

      2

      Ich umgebe mich gern mit schönen, wertvollen Dingen.

      3

      Die Atmosphäre in modernen Einkaufszentren und -passagen finde ich anregend.        

      4

      Wenn ich mir etwas Neues gekauft habe, fühle ich mich richtig glücklich.

      5

      Ich finde nichts dabei, ein neues, verbessertes Gerät zu kaufen, auch wenn das alte Modell noch funktioniert.         

      6

      Was mir sehr wichtig ist: eine exklusive Atmosphäre, wertvolles Zubehör, schicke Kleidung.

      7

      Wenn eine neue Mode herauskommt, dann gefallen mir meine älteren Sachen (nach einiger Zeit) nicht mehr so gut.        

      8

      Ich denke oft daran, wie schön es wäre, wenn ich mir mehr Luxus leisten könnte.

      9

      Alles, womit ich mich umgebe, muss einen gewissen Stil und ein gewisses Niveau haben.

      10

      Für mich ist es selbstverständlich, mein Büro/mein Haus/meine Wohnung mit fortschrittlichen Neuentwicklungen auszustatten (z.B. mit arbeitserleichternden oder energiesparenden Geräten).

       

      Antwortvorgaben

      6-stufige Kategorial-Skalen mit Benennung der Endpole 1 = „trifft überhaupt nicht zu“ und 6 = „trifft vollständig zu“

       

      Auswertungshinweise

      Die Probanden geben auf einer sechsstufigen Ratingskala das Ausmaß ihrer Zustimmung zu jedem der 10 Items an (1 = keine Zustimmung; 6 = völlige Zustimmung). Diese Werte werden für die Items aufsummiert. Ein hoher Punktwert zeigt also eine hohe Gütergebundenheit an.

       

    Es ist einleuchtend, dass Gegenstände, die Menschen verwenden und mit denen sie sich umgeben, auch die Persönlichkeit des Besitzers widerspiegeln. Vor allem die Kleidungsstücke, die man trägt, oft aber auch die Möbel in der eigenen Wohnung und das Auto, das man fährt, sind Ausdrucksformen des Selbst (Csikszentmihaly & Rocheberg-Halton, 1981). Von der Gütergebundenheit einer Person kann man erst dann sprechen, wenn der Selbstausdruck der Person in sehr starkem Maße durch materielle Güter erfolgt. D.h. werden Güter nicht wegen der Handlungen, denen sie dienen, geschätzt, sondern um ihrer selbst willen, und stößt das Bedürfnis nach weiteren Gütern auf keine Grenzen, so spricht man von Gütergebundenheit. Damit ist nicht die Tatsache gemeint, dass Dinge wie Kleidung, Möbel oder das Auto, das man fährt, auch in einer gewissen Weise die Persönlichkeit des Besitzers widerspiegeln. Das Ausmaß macht hier den Unterschied: Gütergebundene Personen verwenden in sehr starkem Maße materielle Güter als Ausdruck ihres Selbst, und auch der Selbstwert und die Lebenszufriedenheit hängen von der Verfügbarkeit solcher Güter ab. Gütergebundenheit kann sich darin äußern, dass man es schätzt, viele und/oder neue Güter zu besitzen, aber auch darin, dass man großen Wert auf schicke Kleidung, technische Finessen, wertvolles Zubehör oder exklusive Atmosphäre legt (Gläser, Neuner, Raab, Reisch & Scherhorn, 1993, S. 65).

    Umfassend ist der theoretische Hintergrund des Konstrukts Gütergebundenheit dargelegt bei Scherhorn (1994, 1995). Die Skala "Gütergebundenheit" wurde von Gläser, Neuner, Raab, Reisch & Scherhorn (1993) entwickelt.

     

     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

    Das hier vorgestellte Instrument "Gütergebundenheit" wurde vom Hohenheimer Projekt "Wohlstandskosten und verantwortliches Handeln" der Arbeitsgruppe "Multidisziplinäre Ansätze zur Verhaltensveränderung" des DFG-Schwerpunktprogramms "Mensch und globale Umweltveränderungen" entwickelt.

    Basis für die Testkonstruktion waren die 12 Items der Skala "Gütergebundenheit" von Gläser, Neuner, Raab, Reisch & Scherhorn (1993). Von dieser Version wurde eine Kurzfassung erstellt. Auf Basis der Daten einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage von 1991 (n=1001) wurden dazu die folgenden zwei Items eliminiert, da sie die geringsten Trennschärfenkoeffizienten aufwiesen bzw. Cronbachs Alpha sich bei ihrer Entfernung erhöhte:

    -       5. Ich mag gebrauchte Sachen nicht mehr, wenn sie unansehnlich geworden sind.

    -       8. In meiner Wohnung achte ich darauf, dass alles im Stil zueinander passt.

     

    Die hier dokumentierte Version des Instruments umfasst somit 10 Items, die alle positiv gepolt sind.

     

    Stichproben

    Die Stichprobe umfasste 392 Probanden aus zehn Experimenten, denen jeweils vor der Durchführung des Experiments u.a. das  hier dokumentierte Instrument zur Bearbeitung vorgelegt wurde.

    Diese Stichprobe ist zwar nicht repräsentativ für die bundesdeutsche Bevölkerung. Sie weicht aber auch nicht gravierend von dieser ab: Das Durchschnittsalter liegt bei 39 Jahren, der Anteil weiblicher Probanden bei 62%. Personen mit Hauptschulabschluss sind unter-, Personen mit Hochschulabschluss dagegen überrepräsentiert.

     

    Itemanalysen

    Durch eine Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation) wurden nach dem Kaiser-Kriterium zwei Faktoren extrahiert, die 49.9% der Varianz erklären (siehe Tabelle 1).

     

    Tabelle 1

    Komponenten (K), Eigenwerte € und erklärte Varianzen (%V) für das Instrument „Gütergebundenheit“ nach einer Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation

    K

    E

    %V

    1

    3.7

    37.1

    2

    1.3

    12.8

     

    Itemkennwerte

    Die Trennschärfekoeffizienten und die Ladungen der Items auf den zwei Faktoren werden in Tabelle 2 angegeben.


     

    Tabelle 2

    Trennschärfekoeffizienten (T) und Komponentenladungen (K1 – K3) für die Items des Instruments „Gütergebundenheit“

    Itemnr.

    Item

    T

    K1

    K2

    1

    Ich finde es schön, viele Sachen zu haben, z. B. viele Kleider, verschiedene Sportgeräte usw.

    .65

    .64

     

    2

    Ich umgebe mich gern mit schönen, wertvollen Dingen.

    .52

     

    .71

    3

    Die Atmosphäre in modernen Einkaufszentren und -passagen finde ich anregend.   

    .43

    .66

     

    4

    Wenn ich mir etwas Neues gekauft habe, fühle ich mich richtig glücklich.

    .51

    .72

     

    5

    Ich finde nichts dabei, ein neues, verbessertes Gerät zu kaufen, auch wenn das alte Modell noch funktioniert.    

    .39

    .50

     

    6

    Was mir sehr wichtig ist: eine exklusive Atmosphäre, wertvolles Zubehör, schicke Kleidung.

    .69

    .60

     

    7

    Wenn eine neue Mode herauskommt, dann gefallen mir meine älteren Sachen (nach einiger Zeit) nicht mehr so gut.     

    .47

    .63

     

    8

    Ich denke oft daran, wie schön es wäre, wenn ich mir mehr Luxus leisten könnte.

    .50

    .69

     

    9

    Alles, womit ich mich umgebe, muss einen gewissen Stil und ein gewisses Niveau haben.

    .31

     

    .84

    10

    Für mich ist es selbstverständlich, mein Büro/mein Haus/meine Wohnung mit fortschrittlichen Neuentwicklungen auszustatten (z.B. mit arbeitserleichternden oder energiesparenden Geräten).

    .32

     

    .54

     

     

    Reliabilität

    Cronbachs Alpha beträgt für die Skala "Gütergebundenheit" 0.80.

     

    Validität

    Die Autoren verweisen nur auf die Ergebnisse einer Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation). Durch sie wurden nach dem Kaiser-Kriterium zwei Faktoren extrahiert, die 49.9 % der Varianz erklären (siehe Tabelle 1).

     

    Deskriptive Statistiken (Normierung)

    Die Probanden gaben auf einer sechsstufigen Ratingskala das Ausmaß ihrer Zustimmung zu jedem der 10 Items an (1 = keine Zustimmung; 6 = völlige Zustimmung). Die Mittelwerte und die Standardabweichungen für die Item und das Gesamtinstrument liegen in Tabelle 3 vor.

     

    Tabelle 3

    Mittelwerte (M) und Standardabweichungen (SD) für die Items und das Instrument „Gütergebundenheit“

    Itemnr.

    Item

    M

    SD

    1

    Ich finde es schön, viele Sachen zu haben, z. B. viele Kleider, verschiedene Sportgeräte usw.

    2.97

    1.64

    2

    Ich umgebe mich gern mit schönen, wertvollen Dingen.

    3.09

    1.55

    3

    Die Atmosphäre in modernen Einkaufszentren und -passagen finde ich anregend.        

    3.15

    1.54

    4

    Wenn ich mir etwas Neues gekauft habe, fühle ich mich richtig glücklich.

    3.97

    1.43

    5

    Ich finde nichts dabei, ein neues, verbessertes Gerät zu kaufen, auch wenn das alte Modell noch funktioniert.        

    2.44

    1.52

    6

    Was mir sehr wichtig ist: eine exklusive Atmosphäre, wertvolles Zubehör, schicke Kleidung.

    2.34

    1.34

    7

    Wenn eine neue Mode herauskommt, dann gefallen mir meine älteren Sachen (nach einiger Zeit) nicht mehr so gut.    

    2.41

    1.38

    8

    Ich denke oft daran, wie schön es wäre, wenn ich mir mehr Luxus leisten könnte.

    2.88

    1.59

    9

    Alles, womit ich mich umgebe, muss einen gewissen Stil und ein gewisses Niveau haben.

    3.63

    1.44

    10

    Für mich ist es selbstverständlich, mein Büro/mein Haus/meine Wohnung mit fortschrittlichen Neuentwicklungen auszustatten (z.B. mit arbeitserleichternden oder energiesparenden Geräten).

    3.58

    1.39

    Gesamtskala

    30.46

    8.90


     

     

    Die Skala wurde unter anderem in folgender Studie eingesetzt:

    -       Promaterielle und postmaterielle Lebensstile, 1993