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Gerechtigkeitsideologien mit Bezug zur Altersvorsorge

  • Autor/in: Mühleck, K. & Scheller, P.
  • In ZIS seit: 2008
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis163
  • Zusammenfassung: Gerechtigkeitsideologien sind kollektive Überzeugungen, die Präferenzen für Verteilungsregime begründen. Gerechtigkeitsideologien sind nicht argumentativ begründbar, besitz ... mehren aber für die Betroffenen eine hohe Glaubwürdigkeit. Hier wird ein neues Erhebungsinstrument zur Erfassung von Gerechtigkeitsideologien mit Bezug zur Altersvorsorge vorgestellt. weniger
    Abstract: Ideologies of justice are collective convictions that justify preferences for distribution regimes. Ideologies of justice cannot be justified by arguments, but they are highly credible for those af ... mehrfected. This paper presents a new survey instrument for recording justice ideologies with reference to old-age provision. weniger
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 9
  • Reliabilität: Cronbachs Alpha = .40 bis .69
  • Validität: Hinweis auf die faktorielle Validität
  • Konstrukt: Ideologien
  • Schlagwörter: Verteilung, Altersvorsorge | distribution, retirement provision
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: ja
  • Entwicklungsstand: erprobt, normiert
    • Instruktion

      In den folgenden Aussagen geht es um die Altersvorsorge in Deutschland. Sagen Sie mir bitte zu jeder Aussage, ob Sie voll zustimmen, etwas zustimmen, weder zustimmen noch ablehnen oder ob Sie sie etwas ablehnen oder ganz ablehnen.

       

      Items

      Nr.

      Indikatoren für den altersvorsorgebezogenen Fatalismus

      Polung

      Variablen-bezeichnung

      1

      Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen.

      +

      v50128(F70c)

      2

      Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt.

      +

      v5013(F70f)

       

      Nr.

      Indikatoren für den altersvorsorgebezogenen Askriptivismus

      Polung

      Variablen-bezeichnung

      3

      Wer es im Beruf weit gebracht hat, sollte im Alter Ansehen und Wohlstand genießen.

      +

      v50132(F70g)

      4

      Es ist ungerecht, dass die, die in ihrem Beruf viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen.

      -

      v50129(F70d)

      5

      Diese Aussagen beschäftigen sich damit, was man in Deutschland für gerecht halten kann. Würden Sie bitte wieder sagen: ob Sie voll zustimmen, etwas zustimmen, weder zustimmen noch ablehnen, etwas ablehnen oder ganz ablehnen: Es ist gerecht, dass Leute mit höherem Einkommen höhere Rente bekommen können als andere.

      +

      v212

       

      Nr.

      Indikatoren für den altersvorsorgebezogenen Egalitarismus

      Polung

      Variablen-bezeichnung

      6

      Die staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen.

      +

      v50126(F70a)

      7

      Wer über ein großes Vermögen verfügt, sollte weniger gesetzliche Rente erhalten.

      +

      v50133(F70h)

       

      Nr.

      Indikatoren für den altersvorsorgebezogenen Individualismus

      Polung

      Variablen-bezeichnung

      8

      Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen.

      +

      v50127(F70b)

      9

      Es ist ausreichend, wenn die gesetzliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt.

      +

      v50130(F70e)

       

      Antwortvorgaben

       

      5-stufige Antwortskalen mit den Antwortoptionen: 1 = stimme voll zu, 2 = stimme etwas zu, 3 =  weder/noch, 4 = lehne etwas ab, 5 = lehne ganz ab.

      Eine Darstellung der vollständigen Fragebatterien kann den Projektdokumentationen des ISJP entnommen werden (Legewie et al., 2007).

       

      Auswertungshinweise

      Die altersvorsorgebezogenen Gerechtigkeitsideologien lassen sich als Explanandum (abhängige oder intervenierende Variable) und als Explanans (unabhängie Variable) verwenden:

      -       zum einen bilden die Faktoren vier unabhängige Ideologien ab, deren Ausprägung selbst analysiert werden kann  z.B. in komparativen Studien,

      -       zum anderen können die aus der Faktoranalyse gewonnen Faktoren als unabhängige Variablen in Regressions- oder Strukturgleichungsmodellen verwendet werden.

      Die Bildung von Summenindizes ist nicht sinnvoll, da diese eine gleiche Gewichtung der Indikatoren impliziert, was der unterschiedlichen Höhe der einzelnen Faktorladungen widersprechen würde.

      Aus den geschilderten Ergebnissen lässt sich ableiten, dass auch die Ausgestaltung der Altersvorsorge aus dem Blickwinkel von Gerechtigkeitsideologien bewertet wird. Weitere Untersuchungen sollten jedoch prüfen, ob sich die identifizierte vierdimensionale Struktur von Gerechtigkeitsideologien auch für andere Länder bestätigen lässt, also unter anderen institutionellen Voraussetzungen. Ferner sollten die Determinanten der altersvorsorgebezogenen Gerechtigkeits-ideologien bestimmt werden. Dafür ist zu klären, inwieweit altersvorsorgebezogene Gerechtigkeitsideologien normativen Einflüssen unterliegen und welche Rolle soziostrukturelle Faktoren und damit verbundene Eigeninteressen spielen. Wesentlich für die Beantwortung dieser Frage sind komparative Vergleiche von Ost- und Westdeutschland sowie Untersuchungen in den anderen am ISJP 2006 teilnehmenden Ländern (Tschechien, Israel und Chile). Nach dem Residual Variation Approach (Galtung, 1982) können Effekte, die nicht durch strukturelle Unterschiede erklärbar sind, als kulturelle Unterschiede zwischen den Gesellschaften interpretiert werden. Ferner sollte das Verhältnis von generellen und altersvorsorgebezogenen Ideologien präziser bestimmt werden: Wie unterscheiden sich altersvorsorgebezogene Gerechtigkeitsideologien von generellen Gerechtigkeitspräferenzen? Entsprechen sie sich, sind altervorsorgebezogene Einstellungen bereichsspezifisch (Walzer, 2006) oder treten gar Widersprüche auf, d.h.  besteht split consciousness (Kluegel, 1989; Kluegel & Mateju, 1995) für unterschiedliche Gerechtigkeitssphären? Schließlich ist zu prüfen, welchen eigenständigen Erklärungsbeitrag altersvorsorgebezogene Gerechtigkeitsideologien für die Akzeptanz von Veränderungen des Rentensystems liefern.


       

    Die deutsche Gesellschaft durchlebt einen Prozess der beständigen Alterung, für den vor allem zwei Phänomene ursächlich sind: die bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts sinkenden Geburtenzahlen und die steigende Lebenserwartung (Bomsdorf, 2004). Im Zusammenspiel führen Geburtenrückgang und Langlebigkeit zu einer Bevölkerung, in der die jüngeren Jahrgänge zahlenmäßig geringer besetzt sind als die älteren. Daraus sind Konsequenzen für die sozialen Sicherungssysteme, d. h. Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungen, für den Arbeitsmarkt und die öffentlichen Haushalte zu erwarten (vgl. ausführlicher Mühleck & Wegener, 2004; Wegener, 2005). Diese Entwicklung beinhaltet großes Konfliktpotenzial und gewinnt in der öffentlichen Debatte in Deutschland fortwährend an Aufmerksamkeit. Es wird vor allem die Frage gestellt, wer die zusätzlichen Belastungen tragen soll und ob der Kostenanstieg sowohl auf die Beitragszahler in Form höherer Beiträge als auch auf Leistungsempfänger in Form gekürzter Leistungen aufgeteilt werden kann (Tremmel, 2003; Rürup, 2004; Schmähl, 2002; Bäcker, 2004). Zwei konträre Positionen bilden dabei das Spektrum der öffentlichen Debatte ab: die Furcht vor Ungerechtigkeit gegenüber späteren Generationen und die Bewertung als Krisenrhetorik: Einerseits wird argumentiert, dass das Verhältnis von Beiträgen und späterem Leistungsumfang für die jetzt und später Erwerbstätigen im Vergleich mit den bereits im Ruhestand befindlichen Alterskohorten in ungerechter Weise nachteilig ausfällt. Insbesondere höhere Sozialversicherungsbeiträge werden als Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung beurteilt. Ferner wird befürchtet, dass Korrekturen am Leistungsumfang der Sozialversicherungen bald nicht mehr möglich sind, weil mit der Zunahme des Anteils älterer Menschen auch der Anteil älterer Wähler zunehmen wird, deren Interessenvertreter nachteilige Gesetzesänderungen verhindern könnten. Auf der anderen Seite bezweifeln Autoren wie Bernd Rürup (2004, S. 42-43), dass "Berechnung[en] intertemporaler Verteilungswirkungen .." normative Maßstäbe von intergenerativer Gerechtigkeit sein können oder halten dieses Argument für "Krisenrhetorik"" (Schmähl, 2002, S. 306). Nach Bäcker (2004, S. 24) sind mit anhaltenden Wachstumsraten Nettoreallohnzuwächse auch bei steigenden Beitragssätzen möglich.

    Unabhängig von Umfang und Art der empfohlenen Reformen hängt ihr Erfolg nicht zuletzt von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab. Eine mangelnde Akzeptanz würde mindestens vier konkrete Probleme nach sich ziehen (Mühleck & Wegener, 2004, S. 3): "(1) demokratietheoretisch: den Institutionen fehlt die Unterstützung des Volkes und damit die Legitimität, (2) realpolitisch: Regelungen, die auf starke Ablehnung stoßen, sind unausgesetzt Objekt politischer Debatten und vermutlich nicht lange von Bestand, (3) machtpolitisch: Regierungen, die Regeln einführen oder beibehalten, die allgemein abgelehnt werden, laufen Gefahr, dafür durch Abwahl zur Verantwortung gezogen zu werden, (4) institutionentheoretisch: Regeln, die von den Betroffenen für legitim gehalten werden, werden eher befolgt. Dadurch verringert sich der Kontrollaufwand." Die Akzeptanz sozialer Institutionen hängt jedoch nicht nur von der Befriedigung der materiellen Interessen der Akteure ab, sondern auch davon, ob sie als gerecht oder ungerecht empfunden werden (Rothstein, 1998, S. 72). Aber was ist gerecht und ungerecht? Es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Wege, sich dieser Frage zu nähern (Wegener, 2001): (1) Die Gerechtigkeitsphilosophie formuliert verschiedene Gerechtigkeitsprinzipien, wie das Gleichheits-, das Bedarfs- und das Leistungs- bzw. Proportionalitätsprinzip und liefert philosophische Entwürfe, die Leitlinien für gerechte Verteilungsregeln enthalten (Rawls, 1971; Walzer, 1983). Zwar können Prinzipien oder Grundpositionen den Anspruch erheben, gerecht zu sein. Damit ist aber noch nicht gewährleistet, dass sie auch in der Bevölkerung als gerecht akzeptiert werden. (2) Die empirische Gerechtigkeitsforschung behandelt das Akzeptanzproblem direkt. Sie erkundet, was als gerecht empfunden wird, welches Ausmaß an Ungerechtigkeit wahrgenommen wird, warum etwas als ungerecht empfunden wird und welche möglichen Einstellungs- und Verhaltenskonsequenzen daraus resultieren (Jasso & Wegener, 1997). Sie erhebt dabei jedoch nicht den Anspruch, die Gerechtigkeitsphilosophie durch eine Art "demokratischen Ansatz" zu ersetzen, sondern versteht sich als zu dieser komplementär.

    Die empirische Gerechtigkeitsforschung unterscheidet gewünschte Verteilungsergebnisse von Vorstellungen darüber, wie und nach welchen Prinzipien ein knappes Gut verteilt werden soll. Erstere werden als Ergebnis-/Belohnungsgerechtigkeit bezeichnet, letztere als ordungsbezogene bzw. Prinzipien-Gerechtigkeit (Wegener, 1999). In beiden Fällen entstehen Ungerechtigkeitsempfindungen aus einem Vergleich von Wunsch (Soll) und Realität (Ist). Soll-Vorstellungen von Verteilungsprinzipien sind in den meisten Alltagssituationen weniger klar als Vorstellungen von gewünschten Verteilungsergebnissen: "Das ändert aber nichts daran, dass wir dennoch in den meisten Situationen tief davon überzeugt sind, dass es bestimmte gerechte Verteilungsregeln gibt und dass für uns außer Frage steht, welche Regeln das sind" (Wegener, 1999, S. 190).

    Frühe Ansätze der empirischen Gerechtigkeitsforschung versuchten, ordnungsbezogene Gerechtigkeitsvorstellungen als Gleichheits- und Ungleichheitsorientierung bzw. als Präferenz von Leistung oder Gleichheit zu konzeptualisieren (Robinson & Bell, 1978). Dies führte aber zu dem Problem, dass Gleichheit einmal als chancengleich und ein anderes Mal als ergebnisgleich zu verstehen ist (d'Anjou, Steijn & Van Aarsen, 1995, S. 355; Liebig, 1997, S. 156). Deshalb ist es sinnvoller, zwischen individualistischen und egalitaristischen Orientierungen zu unterscheiden. Die neuere empirische Gerechtigkeitsforschung führt zudem ergänzend zwei weitere Idealvorstellungen ein: (1) askriptivistische Gerechtigkeitsvorstellung, nach der Güter gerechterweise auf Grundlage zugeschriebener Rechte (Stand, Zunft oder heute der Beruf) verteilt werden sollen, und (2) fatalistische Orientierungen, d.h. die Überzeugung, dass Gerechtigkeit ohnehin nicht zu erreichen ist oder auch das - an Durkheims Anomiebegriff anlehnend - Fehlen von Gerechtigkeitsvorstellungen (Liebig, 1997, S. 159-61).

    Gerechtigkeitsprinzipien sind kollektive Überzeugungen, "die im Sinne der Derivation Paretos Rechfertigungen von Präferenzen für Verteilungsregime darstell(en)" (Wegener & Liebig, 1993, S. 190, Hervorhebung im Original; vgl. auch Eisermann, 1962). Sie sind nicht mehr oder weniger argumentativ begründbar, besitzen aber dennoch für die Betroffenen eine hohe Glaubwürdigkeit. In der empirischen Gerechtigkeitsforschung werden sie deshalb als Gerechtigkeits-Ideologien bezeichnet. Die neuere empirische Gerechtigkeitsforschung (Wegener & Liebig, 1993) verknüpft diese Ideologien mit der cultural theory von Mary Douglas. Diese Verknüpfung inspirierte nicht nur die Idee der Ideologien und half, sie schärfer herauszuarbeiten, sondern sie bietet auch Erklärungen für die Neigung zu einer bestimmten Orientierung - oder eben "Weltsicht" (Douglas 1982).

    Festzuhalten ist somit: Wohlfahrtsstaatliche Leistungen, wie die Alterssicherung, sind Verteilungsarrangements (Liebig & Scheller, 2007). Die Akzeptanz von wohlfahrtsstaatlichen Einrichtungen hängt deshalb auch von den Verteilungspräferenzen der Beteiligten ab. Daher ist zu erwarten, dass die Erhebung von Gerechtigkeitsideologien über die Akzeptanz von Veränderungen der Altersvorsorge informieren kann, die sich nicht nur über die Interessenlage der Betroffenen erklären lassen. Es ist noch zu prüfen, ob die Gerechtigkeitsideologien kontextabhängig sind. Deshalb sollte eine Untersuchung des Zusammenhanges zwischen Akzeptanz, sozialem Kontext und Gerechtigkeitsideologien letztere in Bezug zur Altersvorsorge setzen.

    Ein zur Beantwortung dieser Fragen geeignetes neues Instrument zur Erfassung von Gerechtigkeitsideologien wird hier vorgestellt. Es wurde im International Social Justice Project (ISJP) entwickelt, in dessen vierter Welle Einstellungen zur Altersvorsorge neben Einstellungen zu familiären Unterstützungsleistungen als Teilaspekte des Schwerpunktthemas Generationengerechtigkeit untersucht wurden. Gegenstand früherer ISJP-Erhebungen war die Analyse von Transformationsprozessen der osteuropäischen Gesellschaften (1991 und 1996, vgl. Kluegel et al., 1995; Wegener & Liebig, 1998, S. 38-39) sowie die Stabilität von Gerechtigkeitseinstellungen im Rahmen einer Paneluntersuchung (2000-2002, vgl. z. B. Mühleck, 2003).

    Mit einem Instrument zu altersvorsorgebezogenen Gerechtigkeitsideologien können mehrere Fragestellungen untersucht werden:

    1.     Lassen sich auch bei einer stärkeren inhaltlichen Rahmung Gerechtigkeitsideologien identifizieren, d.h. gibt es bereichsspezifische Gerechtigkeitsideologien im Sinne von Walzers "Sphären der Gerechtigkeit" (1983) und welchen Zusammenhang haben diese spezifischen Gerechtigkeitsideologien zu allgemeiner konzipierten Gerechtigkeitsideologien?

    2.     Was bestimmt die Haltung von Jüngeren zur Altersvorsorge und damit zum Generationenvertrag? Empirische Untersuchungen (Krömmelbein & Nüchter, 2006; Kohl, 2003) zeigen, dass die Akzeptanz des Generationenvertrags und des Rentenversicherungssystems nach wie vor auch bei Jüngeren sehr hoch ist, obwohl in der öffentlichen Debatte die Meinung überwiegt, dass sie vor allem die Jüngeren belasten werden. Beruht diese Akzeptanz auf Eigeninteressen, weil die Jüngeren davon ausgehen auch einmal Nutznießer dieses Systems zu sein? Sind es Solidaritätsnormen, welche den Generationenkonflikt abfedern? Wenn beides eine Rolle spielt, ist zu fragen, welches Gewicht der jeweiligen Gruppe von Erklärungsfaktoren zukommt?

    Die Forschung und Literatur hat Einstellungen zur gerechten Verteilung zwischen den Generationen bisher so gut wie nicht behandelt (Köcher, 2003; forsa, 2003; Dallinger, 2003; Dallinger & Liebig, 2004; Mühleck & Wegener, 2004). Baltes und Mayer (1999) sowie Pohlmann (2001) untersuchten allgemeine Einstellungsmuster älterer Mitbürger. Auch die Umfragen zu Einstellungen über Fertilität und Familienpolitik (Dorbritz & Fux, 1997; Engelhardt, 2004; Goldstein, Lutz & Testa, 2003; Herter-Eschweiler, 1998) oder die Erfassungen von Zufriedenheit mit der Alterssicherung (Kistler & Widmann, 2003; Wunder & Schwarze, 2004) können als Arbeiten zu Aspekten der Generationengerechtigkeit angeführt werden. Das Thema Einstellungen zu gerechten Verteilungen zwischen den Generationen wird aber in keiner der Untersuchungen zentral. Weitere Analysen bearbeiten Generationengerechtigkeit lediglich in Bezug auf kologische Nachhaltigkeit (Zwick, 2002; Schleicher, 2002; Russell, Kals & Montada, 2003; Kuckartz & Rheingans-Heintze, 2004; Grunenberg & Kuckartz, 2003; de Haan & Kuckartz, 2002; Bolscho & Michelsen, 2002). So konnte kaum auf Vorarbeiten zurückgegriffen werden, um die bisherige Operationalisierung in den Kontext von Altersvorsorge zu setzen. Neben dem ISJP selbst wurde vor allem das Eurobarometer 2001 (siehe Tabelle 1) (Frage 62; European Opinion Research Group 2001, Kohl 2003) verwendet.

     

     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

    Vorgestellt wird ein neues Erhebungsinstrument zur Erfassung von Gerechtigkeitsideologien mit Bezug zur Altersvorsorge.

    Ausgangspunkt sind vier "generelle" Gerechtigkeitsideologien  -Askriptivismus, Egalitarismus, Individualismus und Fatalismus, die Einstellungen zur gesellschaftlichen Güterverteilung im Allgemeinen erfassen. Das neue Instrument beschränkt sich auf den Bereich der Altersvorsorge und wurde in Hinblick auf die Frage der Generationengerechtigkeit entwickelt. Die Operationalisierung der generellen Gerechtigkeitsideologien wurde erstmals 1999 im ZIS veröffentlicht (Stark, Liebig & Wegener, 2008). Die ideologische Orientierung wird dort über die Zustimmung oder Ablehnung von acht Aussagen, zwei je Gerechtigkeitsideologie, erfasst.

    -       Askriptivismus wurde über die Zustimmung zu zwei Aussagen bestimmt: "Es ist gerecht, dass man das, was man sich durch Arbeit verdient hat, behält, auch wenn das heißt, dass einige reicher sind als andere" sowie "Es ist gerecht, dass Eltern ihr Vermögen an ihre Kinder weitergeben, auch wenn das heißt, dass die Kinder reicher Eltern im Leben bessere Chancen haben".

    -       Individualismus wurde durch die Zustimmung zu den beiden Ungleichheit rechtfertigenden Aussagen erfasst "Ein Anreiz für Leistung besteht nur dann, wenn die Unterschiede im Einkommen groß genug sind" und "Es hat schon seine Richtigkeit, wenn Unternehmer große Gewinne machen, denn am Ende profitieren alle davon".

    -       Egalitarismus bzw. Etatismus wurde mit zwei Aussagen, die staatliche Umverteilung bewerten, erhoben: "Der Staat sollte für alle einen Mindestlebensstandard garantieren" und "Der Staat sollte für alle, die arbeiten wollen, einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen".

    -       Fatalismus, also eine resignative Grundhaltung, wurde über die Zustimmung zu den Aussagen erfasst "Es ist zwecklos, sich über soziale Gerechtigkeit zu streiten, weil sich die Verhältnisse doch nicht ändern lassen" und "So wie die Zustände heute sind, weiß man gar nicht mehr, was eigentlich gerecht ist".

    Sie erfolgte später aber auch mit variierenden Indikatorvariablen (Liebig & Wegener, 1995; Wegener, Lippl & Christoph, 2000; Wegener, 1999, Wegener & Liebig, 1993; Stark et al., 2006; Wegener & Liebig, 1998).

    In dem hier vorgestellten neu konstruierten Erhebungsinstrument (Übersicht in Tabelle 1) werden die vier Ideologien Askriptivismus, Individualismus, Egalitarismus und Fatalismus in Beziehung zur Altersvorsorge gesetzt. Es beinhaltete eine Eingangsfrage sowie in der ersten Version 12 zu bewertende Aussagen: drei Items für jede Gerechtigkeitsideologie. Genauere Angaben zur Herkunft der Items liegen in Tabelle 1 vor. Das neu konstruierte Instrument wurde einem Online-Pretest durch die ISJP-Projektgruppe unterzogen. Er führte zu einer Kürzung und mehreren Änderungen von Itemaussagen.

    Das Instrument wurde nach einem Pretest überarbeitet: Die Aussage von Pretestitem 10 (Pre1.10) wurde für das Item F70a der Hauptuntersuchung vereinfacht. Für die entsprechenden Pretestitems 5 (Pre1.5) und 11 (Pre1.11) wurde der askriptivistische Gehalt deutlicher herausgearbeitet (Items F70d und F70g), indem der Stimulus "Beruf" statt "Arbeits- bzw. Erwerbsleben" verwendet wurde. In Item F70e wurde anders als in Pretestitem Pre1.6 der in Bezug auf das deutsche Sozialversicherungssystem irritierende Begriff "gesetzliche Rente" statt "staatliche Rente" verwendet sowie in Item F70h der Ausdruck "reich" (Pre1.12) durch "großes Vermögen" präzisiert. Der Pretest lieferte zudem Informationen für die angestrebte Reduktion der Itembatterie. Zusammen mit einem weiteren, bereits in einer anderen Fragebatterie, aber nicht mehr im Pretest verwendeten Item (v212 der Endversion des hier dokumentierten Instruments) umfasst die Endversion des Instruments neun Items.

     

    Tabelle 1

    Übersicht der Formulierungen in Eurobarometer, Pretest und Hauptuntersuchung

    Untersuchung

    Formulierung

    Codierung

    ISJP-HU

    -----

    -----

    ISJP-Pretest

    Eine gute staatliche Altersvorsorge sollte jedem seinen erreichten Lebensstandard sichern

    Pre1.1

    Eurobar. 56.1

    Eine gute Altersvorsorge sollte jedem einen angemessenen Lebensstandard im Verhältnis zu seinem Einkommen vor dem Ruhestand ermöglichen

    Q62.5

    ISJP-HU

    Die staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen

    F70a

    ISJP-Pretest

    Eine gute staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen

    Pre1.10

    Eurobar. 56.1

    Eine gute Altersvorsorge sollte zu einer größeren Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen

    Q62.7

    ISJP-HU

    Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen

    F70b

    ISJP-Pretest

    Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen

    Pre1.2

    Eurobar. 56.1

    Es sollte vollkommen dem Einzelnen überlassen bleiben, ob er/sie zusätzlich private Vorkehrungen für das Alter trifft

    Q62.12

    ISJP-HU

    Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen

    F70c

    ISJP-Pretest

    Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen

    Pre1.3

    Eurobar. 56.1

    -----

    -----

    Untersuchung

    Formulierung

    Codierung

    ISJP-HU

    -----

    -----

    ISJP-Pretest

    Alle Deutschen sollten eine Grundrente bekommen, unabhängig davon, ob sie berufstätig gewesen sind

    Pre1.4

    Eurobar. 56.1

    Eine garantierte Mindestrente sollte ein grundlegendes soziales Recht eines jeden Bürgers sein

    Q62.4

    ISJP-HU

    Es ist ungerecht, dass die, die in ihrem Beruf viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen

    F70d

    ISJP-Pretest

    Es ist ungerecht, dass die, die im Arbeitsleben viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen

    Pre1.5

    Eurobar. 56.1

    -----

    -----

    ISJP-HU

    Es ist ausreichend, wenn die gesetzliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt

    F70e

    ISJP-Pretest

    Es ist ausreichend, wenn die staatliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt

    Pre1.6

    Eurobar. 56.1

    Die gesetzliche Rente sollte nur einen Grundbedarf abdecken, aber die Menschen sollen verpflichtet sein, zusätzliche private Vorkehrungen für das Alter zu treffen

    Q62.11

    ISJP-HU

    -----

    -----

    ISJP-Pretest

    Jeder Einzelne sollte selbst entscheiden, wie viel er für seine Versorgung im Alter zurücklegt

    Pre1.7

    Eurobar. 56.1

    -----

    -----

    ISJP-HU

    Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt

    F70f

    ISJP-Pretest

    Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt

    Pre1.8

    Eurobar. 56.1

    -----

    -----

    ISJP-HU

    -----

    -----

    ISJP-Pretest

    Niemand kann heute absehen, ob er einmal eine ausreichende Rente bekommen wird

    Pre1.9

    Eurobar. 56.1

    -----

    -----

    ISJP-HU

    Wer es im Beruf weit gebracht hat, sollte im Alter Ansehen und Wohlstand genießen

    F70g

    ISJP-Pretest

    Wer sich im Erwerbsleben einen hohen Status erarbeitet hat, sollte dies auch im Alter genießen können

    Pre1.11

    Eurobar. 56.1

    -----

    -----

     

    Untersuchung

    Formulierung

    Codierung

    ISJP-HU

    Wer über ein großes Vermögen verfügt, sollte weniger gesetzliche Rente erhalten

    F70h

    ISJP-Pretest

    Wer reich ist, sollte keine staatliche Rente erhalten

    Pre1.12

    Eurobar. 56.1

    Ältere Leute, die wohlhabend sind oder ein ausreichendes Einkommen aus anderen Quellen haben, sollten keine gesetzliche Rente durch den Staat erhalten

    Q62.6

     

    Die endgültige Version des Instruments umfasst neun Items und war Bestandteil des Fragebogens der Hauptuntersuchung des ISJP 2006. Ziel war es, zu untersuchen, ob sich die Itembatterie auch in einer repräsentativen Umfrage als reliabel erweisen würde. Ein weiterer Pretest unter Feldbedingung durch das Befragungsinstitut Infas legte keine weiteren Änderungen nahe. Deshalb wird er hier nicht detaillierter beschrieben.

     

    Stichproben

    -       Online-Pretest: 277 Personen einer webbasierten Befragung. 59% von ihnen waren männlich, 5% waren älter als 59 Jahre, 22% waren zwischen 35 und 59 Jahre und 73% unter 35 Jahre alt.

    -       Bevölkerungsstichprobe: 3059 Personen der Allgemeinbevölkerung, die einem Face-to-Face-Interview unterzogen wurden. 51% von ihnen waren weiblich, 77% lebten in den alten Bundesländern. 29% waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 35% zwischen 35 und 59 Jahre und 36% zwischen 60 und 85 Jahre.

     

    Variablen und Auswertungsmethode

    -       Online-Pretest:

    Für die webbasierte Befragung wurde ein HTML-Fragebogen erstellt und eine E-Mail mit der Bitte um Teilnahme an eine Reihe von Sozialforschern an deutschen Universitäten und Forschungsinstituten sowie an Studierende des Instituts für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin versandt. Die Angeschriebenen wurden darüber hinaus gebeten, Verwandte und Bekannte zur Teilnahme an diesem Online-Pretest zu ermuntern. Der Fragebogen konnte zwischen dem 25.1.2006 und dem 29.1.2006 über die Internetseite www.empisoz.de anonym beantwortet werden. Neben dem hier beschriebenen Instrument umfasste er drei weitere Itembatterien zu intergenerationaler familialer Verpflichtung und zu familialen Gerechtigkeitsideologien sowie zu intergenerationalen gesellschaftlichen Verpflichtungen. Die Teilnehmer bewerteten so insgesamt 38 Aussagen. Am Ende des Online-Fragebogens konnten sie Kommentare und Verständnisprobleme äußern.

    -       Bevölkerungsstudie:

    Die Hauptuntersuchung war Bestandteil der vierten Welle des International Social Justice Project (ISJP) 2006. Sie wurde in Deutschland, Tschechien, Israel und Chile durchgeführt. Es handelt sich um eine standardisierte allgemeine Bevölkerungsumfrage, die in den teilnehmenden Ländern anhand repräsentativer Stichproben durchgeführt wurde. Die Daten für Deutschland wurden vom 15. Mai bis zum 27. Juli 2006 erhoben. Dafür wurden etwa eineinhalbstündige Face-to-Face-Interviews in den Wohnungen der Befragten durchgeführt. Die Grundgesamtheit waren alle wahlberechtigten, in Privathaushalten lebenden Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 18 bis 85 Jahren. Das Auswahlverfahren war zweistufig angelegt: In der ersten Stufe wurden 161 Gemeinden bzw. Stadtteile in Großstädten ausgewählt. Die Auswahl der Zielpersonen erfolgte im zweiten Schritt direkt aus den Einwohnermelderegistern. Die primären Erhebungseinheiten wurden proportional zur Anzahl der Zielpersonen ausgewählt. Pro ausgewählter Primäreinheit wurde die gleiche Anzahl von Sekundäreinheiten entnommen. Die zweite Auswahlstufe unterteilt sich wiederum in zwei Schritte. Zunächst wurden von den ausgewählten Gemeinden nach einem vorgegebenen Ziehungsverfahren zufällig zu ziehende Personenstichproben aus den Einwohnermelderegistern angefordert, aus denen dann im zweiten Schritt die nach drei Altersgruppen disproportional stratifizierte Einsatzstichprobe für das Feld gezogen wurde: Für die drei Altersgruppen der 18-34, 35-59 und 60-85jährigen wurde eine Bruttoeinsatzstichprobe von jeweils 3000 Personen angestrebt. Die realisierte Bruttoeinsatzstichprobe enthielt 2929 Personen zwischen 18 und 34 Jahren, 2916 Personen zwischen 35 und 59 Jahren sowie 3101 Personen zwischen 60 und 88 Jahren. Pro Sample-Point wurde eine gleiche Zahl von Personenadressen eingesetzt. Das hier beschriebene Instrument war Bestandteil eines insgesamt 106 Fragen umfassenden Fragebogens. Die acht neuen Items wurden als Fragebatterie im neu konstruierten Teil des Fragebogens platziert. Das bereits in den früheren Erhebungswellen verwendete Item v212 der Endversion wurde in seinem sequenziellen Kontext und damit im Fragebogenkern belassen.

     

    Itemanalysen

    Pretestergebnisse:

    Um die Gesamtdauer der persönlichen Befragung zu begrenzen, sollte der Pretest auch dazu dienen, aus den ursprünglich zwölf Items acht Aussagen für die Hauptstudie auszuwählen, mit je zwei Items pro Gerechtigkeitsideologie. In einem ersten Schritt wurde getestet, ob die zwölf Items eine zulässige Faktorlösung mit Einfachstruktur ergeben. Dies war nicht der Fall. Erst nach Ausschluss der stark schief verteilten Items 4 und 9, d.h. mit einer Unterauswahl von zehn Items, wurde eine zulässige Lösung mit Einfachstruktur und vier Faktoren erzielt: Nach dem Kaiser-Meyer-Olkin-Kriterium sind diese zunächst beibehaltenen zehn Items  "ziemlich gut" (Backhaus, 2003) für eine Faktorenanalyse geeignet. Nach einer entsprechenden Analyse mit Maximum-Likelihood Extraktion und obliquer Rotation (Promax) ordnen sie sich wie erwartet den vier Gerechtigkeitsdimensionen (Tabelle 2) zu, auch wenn polychorische Korrelationen (Olsson, 1979) analysiert werden, die nur Ordinalität der manifesten Indikatoren voraussetzen.

     

    Tabelle 2

    Faktorladungen (Maximum-Likelihood und Promax Rotation) für die Items zu Individualismus (I), Fatalismus (F), Askriptivismus (A) und Egalitarismus (E) sowie durch die Faktoren erklärte Itemvarianz (N = 232)

    Item

    I

    F

    A

    E

    1. Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen (Item 2)

    .61

    -.08

    -.08

    -.07

    2. Jeder Einzelne sollte selbst entscheiden, wie viel er für seine Versorgung im Alter zurücklegt (Item 7)

    .61

    .14

    -.12

    .14

    3. Es ist ausreichend, wenn die staatliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt (Item 6)

    .60

    .03

    .13

    -.06

    4. Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen (Item 3)

    .03

    .94

    .07

    -.08

    5. Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt (Item 8)

    .01

    .50

    .01

    .12

    6. Es ist ungerecht, dass die, die im Arbeitsleben viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen (Item 5)

    .10

    -.02

    -.76

    .26

    7. Wer sich im Erwerbsleben einen hohen Status erarbeitet hat, sollte dies auch im Alter genießen können (Item 11)

    .21

    -.14

    .70

    .13

    8. Eine gute staatliche Altersvorsorge sollte jedem seinen erreichten Lebensstandard sichern (Item 1)

    -.32

    .13

    .33

    .27

    9. Wer reich ist, sollte keine staatliche Rente erhalten (Item 12)

    .02

    -.09

    .13

    .57

    10. Eine gute staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen (Item 10)

    -.39

    -.05

    .20

    .41

    durch die Faktoren erklärte Itemvarianz

    .35

    .31

    .29

    .24

    Anmerkungen. Quelle: ISJP Online-Pretest 2006. Log Likelihood (4 Faktoren) = -4.75; Likelihood-Ratio-Test independent vs. saturated Chiquadrat (45) = 434.64, p = .00; 4 factors vs. saturated Chiquadrat (11) = 9.23; p = .60; BIC: 2 factors = 224.38; 3 factors = 182.24; 4 factors = 194.70; 5 factors = 219.69

     

    Ein Likelihood-Ratio-Test sowie das Bayes Information Criterion (BIC) zeigen, dass nicht mehr als vier Faktoren benötigt werden, um die Antwortkorrelationen hinreichend aufzuklären. Lösungen mit zwei und drei Faktoren waren aufgrund jeweils eines Heywood-Falls (negative Residuenvarianz) nicht akzeptabel. Die vier Faktoren sind schwach bis mittelstark assoziiert (Tabelle 3). Danach wäre eine orthogonale Rotation der gefundenen Faktorstruktur unangemessen gewesen.

     

    Tabelle 3

    Korrelationen der Faktoren Individualismus, Fatalismus, Askriptivismus und Egalitarismus (N = 237)

     

    Individualismus

    Fatalismus

    Askriptivismus

    Individualismus

     

     

     

    Fatalismus

    -.19

     

     

    Askriptivismus

    .14

    -.08

     

    Egalitarismus

    -.27

    .49

    -.04

    Anmerkungen. Quelle: ISJP Online-Pretest 2006

     

    Die drei Eigenverantwortlichkeit betonenden Aussagen (Pretestitems 2, 6, 7) ordnen sich einem ersten Faktor (siehe Tabelle 2) zu, der somit als Individualismusfaktor interpretierbar ist. Er ist nur schwach mit Items der drei anderen Faktoren assoziiert. Die Faktorlösung hat damit die unterstellte Einfachstruktur. Der zweite Faktor (siehe Tabelle 2) erklärt die Assoziationen der beiden resignativen Aussagen und repräsentiert demnach Fatalismus. Er ist insbesondere hoch mit den Antworten zu Item 3 korreliert. Der dritte Faktor (siehe Tabelle 2) ist durch drei Items markiert, die askriptivistische Ansichten zum Ausdruck bringen. Wie zu erwarten, korreliert er negativ mit dem umgekehrt gepolten Item 5. Die Faktorladungen für Item 5 und 11 sind hoch. Die Ladung von Item 1 fällt dagegen deutlich ab. Es ist zudem in ähnlicher Höhe negativ mit Individualismus assoziiert. Dem vierten Faktor (siehe Tabelle 2) ordnen sich schließlich die beiden Umverteilung propagierenden Items zu. Er repräsentiert somit Egalitarismus. Obwohl die Faktorladung für Item 10 relativ schwach ist und dieses eine hohe Nebenladung für Individualismus hat, identifizieren die zwei Items doch eine deutlich abgrenzbare theoriekonforme egalitaristische Gerechtigkeitsideologie.

    Diese Lösung enthält somit je zwei Indikatoren für Egalitarismus und Fatalismus. Es mussten deshalb nochmals zwei Indikatoren eliminiert werden - ein Askriptivismus- und ein Individualismusindikator - um zur angestrebten Anzahl von acht Items zu kommen. Auswahlkriterien dafür waren eine möglichst hohe Antwortvarianz, eine geringe Schiefe der Verteilung und eine möglichst hohe Item-Faktor Assoziation. Die Askriptivismus Indikatoren 5 und 11 sind am höchsten mit diesem Faktor korreliert (siehe Tabelle 2). Sie sind zudem etwas "normaler" verteilt (Tabelle 4) als Indikator 1, der folglich nicht für die Hauptuntersuchung ausgewählt wurde.


     

    Tabelle 4

    Häufigkeitsverteilung der Antworten zu den zwölf Pretestitems zur Altersvorsorge (N = 277)

    (A = stimme voll zu B = stimme etwas zu C = weder noch D = lehne etwas ab E = lehne ganz ab)

    Item

    A

    B

    C

    D

    E

    1. Eine gute staatliche Altersvorsorge sollte jedem seinen erreichten Lebensstandard sichern

    32.2

    38.5

    13.3

    13.0

    3.0

    2. Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen

    6.6

    26.5

    11.4

    36.0

    19.5

    3. Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen

    4.0

    17.3

    27.9

    30.9

    19.9

    4. Alle Deutschen sollten eine Grundrente bekommen, unabhängig davon, ob sie berufstätig gewesen sind

    34.6

    34.2

    9.8

    13.2

    8.3

    5. Es ist ungerecht, dass die, die im Arbeitsleben viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen

    32.2

    34.5

    15.7

    13.5

    4.1

    6. Es ist ausreichend, wenn die staatliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt

    14.2

    32.5

    13.8

    24.6

    14.9

    7. Jeder Einzelne sollte selbst entscheiden, wie viel er für seine Versorgung im Alter zurücklegt

    23.1

    34.2

    13.4

    20.8

    8.6

    8. Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt

    2.6

    13.8

    12.3

    23.4

    48.0

    9. Niemand kann heute absehen, ob er einmal eine ausreichende Rente bekommen wird

    48.5

    29.6

    9.5

    9.9

    2.7

    10. Eine gute staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen

    25.5

    35.1

    16.2

    16.2

    7.0

    11. Wer sich im Erwerbsleben einen hohen Status erarbeitet hat, sollte dies auch im Alter genießen können

    26.2

    38.0

    18.5

    11.4

    5.9

    12. Wer reich ist, sollte keine staatliche Rente erhalten

    25.8

    18.9

    18.6

    20.5

    16.3

     

    Von den drei Individualismusindikatoren 2, 6 und 7 hat Item 6 die größte Varianz und die geringste Schiefe. Für die Entscheidung zwischen Item 2 und Item 7 gab die etwas höhere Korrelation (Tabelle 5) von Item 2 mit Item 5 den Ausschlag. Item 7 wurde in der Hauptuntersuchung entsprechend nicht mehr berücksichtigt. Die Überprüfung der Indikatoren anhand des Kaiser-Meyer-Olkin-Kriteriums zeigt, dass unter den Items, die eine askriptivistische bzw. egalitaristische Ideologie indizieren, die beiden Items mit der höchsten "sampling adequacy" ausgewählt wurden. Für die individualistische und fatalistische Ideologie musste zur Wahrung der Dimensionalität auf Items mit etwas geringerer Eignung zurückgegriffen werden.


     

    Tabelle 5

    Korrelationen der Antworten zu den Pretestitems zur Altersvorsorge (N = 277)

    Item

    1

    2

    3

    5

    6

    7

    8

    10

    11

    1

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    2

    -.21

     

     

     

     

     

     

     

     

    3

    .19

    -.17

     

     

     

     

     

     

     

    5

    .13

    .12

    -.14

     

     

     

     

     

     

    6

    -.27

    .37

    -.07

    -.04

     

     

     

     

     

    7

    -.14

    .32

    .09

    .11

    .30

     

     

     

     

    8

    .16

    -.14

    .52

    -.09

    -.08

    .07

     

     

     

    10

    .27

    -.40

    .17

    -.29

    -.24

    -.27

    .19

     

     

    11

    .16

    .25

    -.19

    .51

    .08

    .24

    -.13

    -.25

     

    12

    .14

    -.17

    .13

    -.24

    -.05

    .04

    .18

    .25

    -.08

    Anmerkungen. Quelle: ISJP Online Pretest 2006

     

    Die auf acht Items reduzierte Batterie führt im Pretest-Sample nur mit einer Hauptkomponentenanalyse zu der angestrebten Dimensionalität. Deshalb und wegen einer nicht zu vernachlässigenden Nebenladung für Item 10 und Individualismus wurden die Formulierungen (Tabelle 1) der Items 5, 6, 10, 11 und 12 für die Hauptuntersuchung optimiert. Der Wegfall von Item 1 ließ es zudem ratsam erscheinen, die ursprüngliche Reihenfolge der Aussagen zu verändern. Für die Hauptuntersuchung wurde das ursprüngliche Item 10 an den Anfang gestellt.

     

    Hauptuntersuchung:

    Eine Faktorenanalyse (Tabelle 6) (Maximum-Likelihood Extraktion und Promax-Rotation) mit den Daten der Hauptuntersuchung führte erneut auf die theoretisch erwarteten vier Dimensionen der Gerechtigkeitsideologie.


     

    Tabelle 6

    Faktorladungen (Maximum-Likelihood und Promax Rotation) der altersvorsorgebezogenen Gerechtigkeitsideologien für die Items zu Fatalismus(F), Askriptivismus(A), Egalitarismus(E) und Individualismus(I) sowie durch die Faktoren erklärte Itemvarianz (N = 2820)

    Item

    F

    A

    E

    I

    1. Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt (v50131)

    .95

    -.01

    -.02

    -.04

    2. Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen (v50128)

    .54

    .01

    .01

    .04

    3. Es ist gerecht, dass Leute mit höherem Einkommen höhere Rente bekommen können als andere (v212)

    -.01

    .66

    .05

    .00

    4. Wer es im Beruf weit gebracht hat, sollte im Alter Ansehen und Wohlstand genießen (v50132)

    .03

    .55

    .17

    .08

    5. Es ist ungerecht, dass die, die in ihrem Beruf viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen (v50129)

    .06

    -.42

    .21

    .07

    6. Die staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen (v50126)

    .00

    -.03

    .58

    -.06

    7. Wer über ein großes Vermögen verfügt, sollte weniger gesetzliche Rente erhalten (v50133)

    -.05

    .12

    .42

    .00

    8. Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen (v50127)

    -.08

    -.10

    -.06

    .56

    9. Es ist ausreichend, wenn die gesetzliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt (v50130)

    .03

    .08

    -.01

    .54

    Durch die Faktoren erklärte Itemvarianz

    .40

    .37

    .30

    .21

    Anmerkungen. Quelle: ISJP 2006, deutsches Sample, Frage 70. Log Likelihood (4 Faktoren) = -2.29; Likelihood-Ratio-Test independent vs. saturated Chiquadrat (36) = 2860.21, p = .00; 4 factors vs. saturated Chiquadrat (6) = 4.57, p = .60; BIC: 3 factors = 330.45; 4 factors = 242.92; 5 factors = 278.26

     

    Die Faktoren Fatalismus und Egalitarismus korrelieren (Tabelle 7) positiv mit mittlerer Stärke. Der Faktor Askriptivismus korreliert negativ mit den Faktoren Egalitarismus und Fatalismus.


     

    Tabelle 7

    Korrelationen zwischen den Faktoren Fatalismus, Askriptivismus, Egalitarismus und Individualismus (N = 2820)

     

    Individualismus

    Fatalismus

    Askriptivismus

    Individualismus

     

     

     

    Fatalismus

    -.30

     

     

    Askriptivismus

    .32

    -.47

     

    Egalitarismus

    -.04

    .21

    -.20

    Anmerkungen. Quelle: ISJP 2006, deutsches Sample, vgl. Fragen 70 und 62

     

    Der Kaiser-Meyer-Olkin Gesamtwert für die Iteminterkorrelationen (Tabelle 8) beträgt .66, die entsprechenden Itemkennwerte variieren zwischen .52 und .75.

     

    Tabelle 8

    Pearson Korrelationen für die neun Items zur Altersvorsorge aus der Hauptuntersuchung (N = 3059)

    Item

    1

    2

    3

    4

    5

    6

    7

    8

    1.

     

     

     

     

     

     

     

     

    2.

    -.17

     

     

     

     

     

     

     

    3.

    .10

    -.03

     

     

     

     

     

     

    4.

    .23

    -.13

    .14

     

     

     

     

     

    5.

    -.07

    .29

    .06

    .01

     

     

     

     

    6.

    .16

    -.11

    .52

    .23

    .05

     

     

     

    7.

    -.05

    .15

    -.04

    -.21

    .04

    -.07

     

     

    8.

    .27

    -.14

    .07

    .21

    -.03

    .11

    -.08

     

    9.

    -.18

    .18

    -.11

    -.36

    .03

    -.17

    .32

    -.22

    Anmerkungen. Korrelationen <|.03| nicht signifikant. 1. Die staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen, 2. Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen, 3. Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen, 4. Es ist ungerecht, dass die, die in ihrem Beruf viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen, 5. Es ist ausreichend, wenn die gesetzliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt, 6. Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt, 7. Wer es im Beruf weit gebracht hat, sollte im Alter Ansehen und Wohlstand genießen, 8. Wer über ein großes Vermögen verfügt, sollte weniger gesetzliche Rente erhalten, 9. Es ist gerecht, dass Leute mit höherem Einkommen höhere Rente bekommen können als andere

     

    Itemkennwerte

    Die Beurteilung der formalen Validität und der Reliabilität der Items der Endversion kann auf Basis der Faktorladungen (Tabelle 6) erfolgen.

     

    Reliabilität

    Nach den Pretest- und den Hauptuntersuchungsergebnissen beträgt Cronbachs Alpha für die Subskalen Individualismus .54 bzw. .45, für Fatalismus .69 bzw. .68, für Askritivismus jeweils .53 und für Egalitarismus .40 bzw. .41. Diese Werte unterschreiten zwar einen Wert von .70, der konventionell als kritische untere Grenze für die Beurteilung von Items als intern konsistent herangezogen wird. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass Cronbachs Alpha mit der Zahl der Items zunimmt. Die Subskalen der Ideologien umfassen nur zwei bzw. drei Indikatoren, weshalb ein hoher Alpha-Wert nicht zu erwarten ist. Zudem weicht ein Teil der Indiktoren deutlich von der Normalverteilung ab, die ebenso wie strikt parallele Messungen Voraussetzung für Cronbachs Alpha ist (Cortina 1993).

     

    Validität

    Getrennt für Befragte aus West- und Ostdeutschland (Wo haben Sie etwa im Sommer 1989, also kurz vor der Öffnung der Mauer, gelebt?) sowie für männliche und weibliche und für nach dem Alter gruppierte Befragte (18-34 Jahre, 35-59 Jahre, 60-85 Jahre, entsprechend der disproportionalen Ziehung der Stichprobe) durchgeführte Faktorenanalysen der Daten aus der Hauptuntersuchung zeigen: Nach Likelihood-Ratio-Tests und dem Bayes Informationskriterium (BIC) gilt eine vierdimensionale Faktorstruktur für Frauen und Männer sowie für West- und Ostdeutsche gleichermaßen, allerdings unterscheidet sich die Höhe der Faktorladungen zum Teil deutlich (max. .35). Für die ostdeutsche Stichprobe gilt zudem eine Einfachstruktur nur begrenzt: die Askriptivismusindikatoren 4 und 9 korrelieren stärker mit dem Egalitarismus- als mit dem Askriptivismusfaktor.

    Die Überprüfung der Dimensionalität führte in den drei Altersgruppen wegen des Auftretens eines Heywood-Falls (in der 3-, 4- und 5-Faktorlösung) in allen drei Alterssubgruppen nicht zu einer zulässigen Lösung. In der Altersgruppe von 18-34 Jahren zeigt sich zudem eine hohe Nebenladung des Askriptivismusindidkators 4 und dem Egalitarismusfaktor. Bei den 35 bis 59-Jährigen korrelieren die Askriptivismusindikatoren 4 und 9 stärker mit Egalitarismus als mit Askriptivismus.

     

    Deskriptive Statistiken (Normierung)

    -       Online-Pretest:

    Der Online-Pretest belegte für die Mehrzahl der dort eingesetzten Items die Verständlichkeit ihrer Aussagen. Insbesondere die Antwortverteilungen (Tabelle 4) für die Items 2, 3, 6, 7, 10 und 12 hatten eine hohe, normalverteilte Streuung bei geringer Schiefe. Die Antworten zu den Items 4, 8 und 9 zeigten demgegenüber eine hohe Kurtosis und empfahlen sich entsprechend für Kürzungen. Mit den Items 8 und 9 waren die Antworten für zwei für Fatalismus vorgesehene Indikatoren schief verteilt (Tabelle 4). Um mindestens zwei Indikatoren pro Ideologie zu haben, wurden acht Items beibehalten. Item 4 und 9 wurden nicht in die Hauptuntersuchung einbezogen. Die Korrelationen (Tabelle 5) der Itemantworten spiegeln die intendierte dimensionale Zuordnung zu den vier Gerechtigkeitsideologien wider.

    -       Bevölkerungsumfrage:

    Die Antwortverteilungen (Tabelle 9) für die Items 2, 4 und 5 der Endversion weisen bei hoher Varianz eine geringe Schiefe auf. Die Items 1, 6, 7 und 9 sind leicht schief verteilt. Item 7 hat die geringste Varianz.

     

    Tabelle 9

    Häufigkeitsverteilung der Antworten (Prozentsatz gültiger Werte) zu den neun Items der Endversion zur Altersvorsorge

     

    A

    B

    C

    D

    E

    1. Die staatliche Altersvorsorge sollte zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter den Älteren beitragen

    24.32

    46.24

    16.90

    9.07

    3.48

    2. Jeder sollte selbst die Verantwortung für seine Versorgung im Alter tragen

    15.90

    37.44

    18.72

    18.09

    9.86

    3. Es ist besser, sein Geld heute auszugeben, als es für das Alter aufzusparen

    4.59

    11.98

    22.60

    30.86

    29.96

    4. Es ist ungerecht, dass die, die in ihrem Beruf viel verdient haben, auch eine hohe Rente bekommen

    5.93

    18.50

    17.83

    32.90

    24.83

    5. Es ist ausreichend, wenn die gesetzliche Rente den Grundbedarf der Menschen deckt

    9.18

    21.96

    21.12

    31.50

    16.25

    6. Es hat keinen Sinn für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt

    6.98

    13.12

    17.11

    26.01

    36.78

    7. Wer es im Beruf weit gebracht hat, sollte im Alter Ansehen und Wohlstand genießen

    27.10

    48.04

    16.38

    6.56

    1.93

    8. Wer über ein großes Vermögen verfügt, sollte weniger gesetzliche Rente erhalten

    28.68

    30.18

    16.54

    13.30

    11.30

    9. Es ist gerecht, dass Leute mit höherem Einkommen höhere Rente bekommen können als andere

    25.78

    42.00

    14.81

    10.98

    6.43

    Anmerkungen. N = 3059; A = stimme voll zu B = stimme etwas zu C = weder noch D = lehne etwas ab E = lehne ganz ab; Quelle: ISJP 2006, Deutsches Sample, vgl. Fragen 70 und 62