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Inventar für Kollektive Selbstwirksamkeitserwartung (I-KSWE)

  • Autor/in: Fischer, J. A.
  • In ZIS seit: 2020
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis275
  • Zusammenfassung: Durch den I-KSWE wird das Konstrukt kollektive Selbstwirksamkeitserwartung gemessen. Damit ist die von den Mitgliedern einer Arbeitsgruppe geteilte Überzeugung gemeint, auch im Angesicht widriger Umst ... mehrände erfolgsreich zu sein und positive Arbeitsergebnisse zu erzielen. Der I-KSWE verfügt über eine hohe psychometrische Güte. Substantielle Korrelationen mit anderen Konstrukten weisen sowohl auf die konvergente Konstruktvalidität als auch auf die Kriteriumsvalidität des I-KSWE hin. Insbesondere die inkrementelle Validität des I-KSWE sei an dieser Stelle betont. weniger
    Abstract: The I-KSWE captures the construct group potency that describes the shared expectations of members of a work group to overcome even tough impediments and eventually to achieve positive results. I-KSWE ... mehrdisplays high psychometric qualities. Substantial correlations with related team constructs are indicators for both, convergent construct validity and criterion validity of the instrument. The incremental validity of the I-KSWE is especially pronounced. weniger
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 3
  • Erhebungsmodus: CSAQ (Internetumfrage)
  • Bearbeitungszeit: 1 Minute
  • Reliabilität: Cronbachs Alpha = .80; McDonalds Omega = .80
  • Validität: Hinweise auf konvergente Konstruktvalidität, Kriteriumsvalidität und inkrementelle Validität
  • Konstrukt: Kollektive Selbstwirksamkeitserwartung
  • Schlagwörter: Zusammenarbeit, Team Kognitionen, Selbstwirksamkeitserwartung | cooperation, team cognitions, self-efficacy expectation
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein
  • Entwicklungsstand: erprobt
    • Instruktion

      Ziel der Befragung ist es, Ihre Wahrnehmung der Zusammenarbeit in folgendem Team zu erfassen: Name des Teams.

      Bitte kreuzen Sie jeweils das Antwortfeld an, das am besten beschreibt, inwieweit Sie der jeweiligen Aussage zustimmen.

      Items

      Alle Items des I-KSWE sind positiv formuliert. Da es sich bei dem zu messenden Konstrukt um ein kollektives Konstrukt auf Gruppenebene handelt (Guzzo et al., 1993), wurden die Items gemäß Chan (1998) als reference-shift-consensus models konzeptualisiert: Es wird eine kollektive Bewertungsreferenz verwendet, um damit die Wahrnehmung der Teammitglieder bezogen auf ihre generalisierte Selbstwirksamkeitserwartung zu erfassen. Entsprechend wichtig ist es, zu Befragungsbeginn für die Teilnehmer klar zu definieren, für welches Team die Zusammenarbeit bewertet werden soll. Um Missverständnisse zu reduzieren, wird empfohlen, bereits bei der Instruktion zum Ausfüllen des I-KSWE den Namen des zu bewerteten Teams abzubilden.

      Tabelle 1

      Items des I-KSWE

      Nr.

      Item

      Polung

       

      Mein Team...

       

      1

      ... hat Vertrauen in sich selbst.

      +

      2

      ... kann viel erreichen, wenn es hart arbeitet.

      +

      3

      ... glaubt daran, sehr erfolgreich sein zu können.

      +

       

      Antwortvorgaben

      Die Beantwortung jedes Items des I-KSWE erfolgt auf Basis der folgenden fünfstufigen Skalenanker:

      (1) stimme überhaupt nicht zu

      (2) stimme eher nicht zu

      (3) teils/ teils

      (4) stimme eher zu

      (5) stimme voll und ganz zu

       

      Auswertungshinweise

      Alle drei Items sind positiv kodiert. Es wird für die Auswertung des I-KSWE empfohlen, einen nichtgewichteten Mittelwert-Index zu bestimmen. Es werden folgende Empfehlungen für den Umgang mit fehlenden Werten ausgesprochen: Es sollten für die Berechnung eines Skalen-Index die Antworten der Teilnehmer berücksichtigt werden, für die mindestens zwei Items gültige Werte vorliegen.

       

      Anwendungsbereich

      Der I-KSWE kann für unterschiedliche team-diagnostische Zwecke verwendet werden und ist für jede Art von Arbeitsgruppen geeignet (z. B. studentische Projektgruppen, Abteilungen in der öffentlichen Verwaltung oder Arbeitsgruppen in Industriebetrieben). Jede Arbeitsgruppe profitiert von einer hohen kollektiven Selbstwirksamkeitserwartung. Entsprechend empfiehlt sich der Einsatz des I-KSWE besonders dann, wenn ein Team besonders herausfordernde Aufgaben zu bewältigen hat. Dies gilt für Einheiten, die sich kritischen Situationen stellen müssen (z. B. Einsatzkommandos bei Polizei und Militär). Auch im Kontext von agiler Projektarbeit erscheint der Einsatz des I-KSWE sinnvoll. Beispielsweise kann ein agiles Entwicklungsteam über den I-KSWE das Ausmaß an kollektiver Selbstwirksamkeitserwartung vor einem ambitionierten Sprint bestimmen und auf Basis der Ergebnisse Maßnahmen für die weitere Zusammenarbeit ableiten. Aufgrund der kurzen Bearbeitungsdauer von einer Minute ist der I-KSWE für den Einsatz in Workshops oder in Team-Meetings besonders gut geeignet. Neben der web-basierten Anwendung (Computer Self Administered Questionnaire, CSAQ), ist die Anwendung des I-KSWE in Form von mündlichen Befragungen ebenfalls möglich und wurde im Rahmen von Team-Coachings bereits erfolgreich erprobt.

       

    Das Konzept Selbstwirksamkeitserwartung hat seinen theoretischen Ursprung in der sozio-kognitiven Motivationstheorie Albert Banduras (1982): Nach dieser wird das Erleben von Selbstwirksamkeitserwartung als die subjektive Gewissheit definiert, neue oder schwierige Herausforderungen aufgrund eigener Talente und Fähigkeiten bewältigen zu können.

    Kollektive Selbstwirksamkeitserwartung bezieht sich nicht auf das Kompetenzerleben einzelner Personen, sondern auf die geteilte Erwartung von Mitgliedern einer Gruppe (Sosik, 2010). Damit ist die von den Mitgliedern einer Arbeitsgruppe geteilte Überzeugung gemeint, auch im Angesicht widriger Umstände und kritischer Rahmenbedingungen erfolgsreich zu sein und positive Arbeitsergebnisse zu erzielen. Kollektive Selbstwirksamkeitserwartung ist nicht auf spezifische Arbeitsaufgaben beschränkt, sondern beschreibt vielmehr die generalisierte Überzeugung, ambitionierte Herausforderungen zu meistern und Widerstände im Allgemeinen zu bewältigen (Guzzo et al., 1993). In der Literatur wird kollektive Selbstwirksamkeitserwartung auch durch das gemeinsame Kompetenzerleben in der Arbeitsgruppe beschrieben (Kirkman et al., 2004; Seibert et al., 2011). Kollektive Selbstwirksamkeitserwartung ist ein wichtiger Prädiktor für unterschiedliche Teameffektivitätskriterien (z. B. Gruppenleistung oder Zufriedenheit mit der Arbeitsgruppe). In unterschiedlichen Meta-Analysen konnte die Bedeutsamkeit des Konstrukts kollektive Selbstwirksamkeitserwartung für den Erfolg von Arbeitsgruppen bestätigt werden (Gully et al., 2002; Seibert et al., 2011; Stajkovic et al. 2009).

     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

    Grundlage ist die englischsprachige Skala von Kirkman und Kollegen (2004). Die Meta-Analyse von Seibert et al. (2011) demonstriert, dass diese Skala über substantielle Korrelationen mit unterschiedlichen Effektivitätskriterien der Teamarbeit verfügt.

    Bei der Übersetzung des englischen Fragebogens wurden das von Brislin (1970) vorgeschlagenen Vorgehen befolgt: Im ersten Schritt übersetzte der Autor des vorliegenden Manuskripts die englischen Items ins Deutsche. Im zweiten Schritt verbesserten deutschsprachige Experten im Bereich der Teamforschung seinen Vorschlag. Im Anschluss wurden in einem dritten Schritt die deutschsprachigen Items von einem professionellen Übersetzer wieder ins Englische zurückübersetzt. Sprachliche Unschärfen wurden gemeinsam diskutiert und in der deutschen Version des I-KSWE entsprechend angepasst.

     

    Die Analysen wurden mit IBM SPSS Statistics 23, IBM SPSS Amos 25 sowie JASP 0.11.1 durchgeführt. Teilnehmer mit mehr als 20% fehlender Werte wurden bei der Analyse nicht berücksichtigt. Die fehlenden Werte der verbleibenden Teilnehmer wurden mit der Software Norm (2.03) anhand des Expectation-Maximization Algorithmus (EMA) imputiert.

     

    Stichproben

    Die Daten wurden in einem Innovations- bzw. Entwicklungsprojekt eines Unternehmens im Bereich Fahrzeugbau in Deutschland im Jahr 2011 erhoben. 502 Mitarbeiter in 49 Teams wurden für die Datenerhebung über einen Online-Fragebogen (Computer Self-Administered Questionnaire; CSAQ) eingeladen. Sie hatten 3 Wochen Zeit, den Fragebogen auszufüllen.

    Die Stichprobe zur Validierung des Fragebogens zur Teamprozess-Messung setzt sich aus 41 Teams mit insgesamt 210 Personen zusammen. 42% der eingeladenen Mitarbeiter haben an der Studie mitgemacht. Die Teilnehmer wurden nicht entlohnt. Die Teilnehmer konnten am Ende des Fragebogens angeben, wie lange sie bereits in ihrem Team arbeiten.

    Zugehörigkeit zum Team:

      • weniger als 1 Jahr: 22%
      • zwischen 1 und 2 Jahren: 39%
      • länger als 2 Jahre: 31%
      • keine Angabe: 8%

     

    Aus Gründen des betrieblichen Datenschutzes durften keine weiteren demographischen Variablen erhoben werden. 92% der zu der Befragung eingeladenen Personen waren männlichen Geschlechts.

    Eine weitere Differenzierung der befragten Stichprobe ist nicht möglich.

    Bezogen auf den Industriezweig können die folgenden Angaben hinsichtlich der allgemeinen Verteilung der beiden soziodemographischen Merkmale Geschlecht und Alter gemacht werden:

    Geschlecht:

      • Frauen: 18%
      • Männer: 82%

    Alter:

      • weniger als 30 Jahre: 18%
      • Zwischen 30 und 50 Jahren: 57%
      • mehr als 50 Jahre: 26%

    Itemanalysen

    Alle drei Items des I-KSWE wurden im ersten Schritt anhand einer exploratorischen Hauptachsenfaktorenanalyse untersucht. Es wurde die oblique Rotationstechnik Promax (Kappa = 4) gewählt. Dabei wurde ein Faktor mit einem Eigenwert größer 1 extrahiert, dieser erklärt 73% der Varianz.

    Mittels linearer Strukturgleichungsmodelle und unter Verwendung des Maximum Likelihood-Schätzers soll im zweiten Schritt die Modellgüte für den I-KSWE bestimmt werden. Da es sich um eine 1-Faktoren-Skala mit drei manifesten Items handelt, ist das zu schätzende Modell just identified (Wu & Estabrook, 2016). Entsprechend können keine Fit-Indizes im Sinne einer globaler Modellgüte bestimmt werden. Es lassen sich aber die standardisierten Faktorladungen für die lokale Modellgüte des I-KSWE bestimmen. Diese sind in Tabelle 2 - zusammen mit den Ladungen der exploratorischen Faktorenanalyse - abgebildet. Die hohen Ladungen der exploratorischen und konfirmatorischen Faktorenanalyse unterstützen die 1-Faktorenstruktur des I-KSWE.

     

    Tabelle 2

    Standardisierte Ladungen der Items des I-KSWE der exploratorischen und konfirmatorischen
    Faktorenanalyse

    Mein Team...

    Exploratorische Faktorenanalyse

    Konfirmatorische
    Faktorenanalyse

    ... hat Vertrauen in sich selbst.

    .85

    .76

    ... kann viel erreichen, wenn es hart arbeitet.

    .80

    .64

    ... glaubt daran, sehr erfolgreich sein zu können.

    .88

    .86

     

    Itemkennwerte

    In Tabelle 3 sind Mittelwert, Standardabweichung, Trennschärfen, Schiefe und Exzess aller drei Items des I-KSWE abgebildet. Nach Bortz und Döring (2006) sollte die Trennschärfe einen Wert von mindestens .50 betragen. Items mit einer Trennschärfe kleiner als .30 sind als kritisch zu bewerten.

    Im Falle des I-KSWE dürfen die part-whole-korrigierten Trennschärfen gemäß den Konventionen nach Bortz und Döring (2006) insgesamt als sehr gut bewertet werden.

     

    Tabelle 3

    Mittelwerte, Standardabweichungen, Schiefe und Exzess und Trennschärfen der manifesten Items.

     

    Mittelwert

    Standardabweichung

    Schiefe

    Exzess

    Trennschärfe a

    Item 1

    3.89

    .80

    -.42

    .12

    .66

    Item 2

    4.37

    .70

    -.75

    .16

    .58

    Item 3

    4.11

    .75

    -.46

    .05

    .71

    Anmerkung. Skala von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 5 (stimme voll und ganz zu), = 210.

     

     

    Objektivität

    Wenn die in diesem Manuskript vorgestellten Empfehlungen zur Durchführung und Auswertung des I-KSWE berücksichtigt werden, ist die Objektivität gewährleistet. Für die Interpretation und der Einordnung der Ergebnisse können sich Anwender an den in diesem Manuskript vorgestellten deskriptiven Ergebnissen orientieren. Darüber hinaus bietet es sich an, das Ausmaß an kollektiver Selbstwirksamkeitserwartung zu bestimmen, dass für die erfolgreiche Bewältigung der bevorstehenden Arbeitsaufgaben notwendig erscheint. Dieser Ansatz orientiert sich an der Methode kritischer Ereignisse nach Flanagan (1954): Teams können auf Basis von gemeinsam gemachten Erfahrungen aus der Vergangenheit besonders kritische bzw. herausfordernde Ereignisse erarbeiten, die erfolgreich gemeistert wurden. Das Ereignis, das die (mit Abstand) größte Herausforderung dargestellte, dient als Referenzpunkt im Sinne maximal notwendiger kollektiver Selbstwirksamkeitserwartung". Die aktuell bevorstehende Aufgabe, die es zu meistern gilt, wird in Relation zu besagtem Referenzereignis in der Vergangenheit gesetzt - auf Basis dieses Vergleichs wird das Ausmaß an kollektiver Selbstwirksamkeitserwartung bestimmt, das für die erfolgreiche Bewältigung der aktuell bevorstehenden Arbeitsaufgaben notwendig erscheint.

     

    Reliabilität

    Als Schätzer für die Reliabilität wird für den I-KSWE jeweils neben Cronbachs α zusätzlich noch McDonalds ω berichtet. Es ergeben sich folgende Werte: Cronbachs α = .80 und McDonalds ω = .80. Die Reliabilitäten des I-KSWE dürfen als gut bewertet werden.

     

    Validität

    Zur Bestimmung der konvergenten Konstruktvalidität werden die Zusammenhänge zwischen dem I-KSWE und anderen Team-Konstrukten ermittelt: Kohäsion im Team, Transaktive Wissenssysteme sowie Teamprozesse.

    Kohäsion im Team bezieht sich nach Carless und De Paola (2000) auf den Zusammenhalt der Mitglieder, um gemeinsam die Aufgaben zu bewältigen. Zur Messung von Kohäsion im Team wurden drei Items der Skala von Carless und De Paola (2000) verwendet. (Beispiel-Item: Die Teammitglieder setzen sich gleich stark für die Leistung meines Teams ein.).

    Das Konstrukt Transaktive Wissenssysteme beschreibt den vertrauensvollen Umgang und Austausch von spezialisiertem Wissen in Teams mit ausgewiesenen Fachexperten. Es wird operationalisiert über die Skala von Ellwart und Konradt (2007). (Beispiel-Item: Ich kann mich auf die von den anderen Teammitgliedern eingebrachten Informationen absolut verlassen.")

    Transitionsprozesse beschreiben gemäß Marks et al. (2001) strategische Tätigkeiten eines Teams. Aktionsprozesse beziehen sich auf operative und umsetzungsorientierte Aktivitäten. Interpersonelle Prozesse charakterisieren beziehungsorientierte Teamaktivitäten. Die drei Teamprozesse werden über den Fragebogen der Teamprozess-Messung (Fischer, 2020) operationalisiert.

     

    Es zeigen sich substantiell positive Korrelationen zwischen dem I-KSWE und Kohäsion im Team (r = .67; p < .01), Transaktive Wissenssysteme (r = .59; p < .01), Transitionsprozesse (r = .44; p < .01), Aktionsprozesse (r = .42; p < .01) und interpersonelle Prozesse (r = .45; p < .01). Diese Ergebnisse sprechen für die konvergente Konstruktvalidität des I-KSWE.

     

    Um die Kriteriumsvalidität des I-KSWE zu überprüfen, wird der Zusammenhang mit Teamkreativität bestimmt. Teamkreativität wird durch 4 Items der Skala von Eisenbeiss et al. (2008) gemessen (Beispiel-Item: Mein Team schlägt neue Wege vor, um Arbeitsaufgaben auszuführen.). Die Pearson-Korrelation beträgt r = .61 (p < .01). Dieses Resultat unterstützt die Kriteriumsvalidität des I-KSWE.

     

    Abschließend wird die inkrementelle Validität des I-KSWE bestimmt. Hierfür wird der Anteil der erklärten Varianz im Kriterium Teamkreativität bestimmt, den der I-KSWE über den Beitrag der anderen oben genannten Konstrukte hinaus zu erklären vermag. Hierfür wird eine schrittweise multiple Regressionsanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse in Tabelle 4 zusammengefasst sind: Im ersten Schritt wird die abhängige Variable Teamkreativität durch die Konstrukte Kohäsion im Team, Transaktive Wissenssysteme sowie Transitions- und Aktionsprozesse und interpersonelle Prozesse vorhergesagt. Im zweiten Schritt wird kollektive Selbstwirksamkeitserwartung – gemessen über den I-KSWE – in das Modell aufgenommen. Der I-KSWE erklärt einen inkrementellen Varianzbeitrag im Kriterium Teamkreativität von 8%, der über den Erklärungseffekt der anderen Team-Konstrukte hinausgeht (β = .40, p < .001). Dieses Ergebnis spricht für die Relevanz des Konstrukts kollektive Selbstwirksamkeitserwartung sowie für die inkrementelle Validität des I-KSWE – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der I-KSWE lediglich drei Items umfasst.

    Tabelle 4

    Standardisierte Regressionskoeffizienten zur Vorhersage des Kriteriums Teamkreativität

     

    Schritt 1

    Schritt 2

    Kohäsion im Team

    .42***

    .24**

    Transaktive Wissenssysteme

    -.02

    -.12

    Aktionsprozesse

    -.01

    -.014

    Transitionsprozesse 

    .20*

    .17*

    interpersonelle Prozesse

    .14

    .12

    kollektive Selbstwirksamkeitserwartung (I-KSWE)

     

    .40***

    R2

    .37

    .45

    ΔR2

     

    .08

    angepasstes R2

    .36

    .43

    * p < .05; ** p < .01; *** p < .001

     

     

     


     

    Deskriptive Statistiken

    Die Ergebnisse basieren auf einer Stichprobe von N = 210. Der Skalenmittelwert liegt bei 4.12, die Standardabweichung beträgt .63. Die Schiefe ist -.21 und der Exzess entspricht -.30.

     

    Nebengütekriterien

    Ökonomie

    Da das Kosten-Nutzen-Verhältnis hinsichtlich der kurzen Bearbeitungsdauer (eine Minute) sehr günstig ist, darf die Testökonomie des I-KSWE als sehr gut eingestuft werden.

     

    Augenscheinvalidität

    Sämtliche Items des I-KSWE sind für die Nutzer inhaltlich nachvollziehbar und werden als plausibel bewertet. Folglich darf die Augenscheinvalidität als hoch bezeichnet werden.

    Dr. Josef A. Fischer, E-Mail: josef.a.fischer@web.de