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Arbeitszufriedenheit

  • Autor/in: Neuberger, O. & Allerbeck, M.
  • In ZIS seit: 1997
  • DOI: https://doi.org/10.6102/zis2
  • Zusammenfassung: Arbeitszufriedenheit wird mit 79 Items erfasst. Die Reliabilitätsschätzungen der sieben Subskalen (Meine Kollegen, Mein Vorgesetzter, Meine Tätigkeit, Meine Arbeitsbedingungen, Organisation und Leistu ... mehrng, Meine Entwicklung, Meine Bezahlung) liegen zwischen 0.81 und 0.91. Mehrere Untersuchungen deuten auf die Validität der Skalen hin. weniger
    Abstract: Job satisfaction is measured with 79 items. The reliability estimates of the seven subscales (my colleagues, my supervisor, my activity, my working conditions, organization and performance, my develop ... mehrment, my pay) are between 0.81 and 0.91. Several studies indicate the validity of the scales. weniger
  • Sprache Dokumentation: deutsch
  • Sprache Items: deutsch
  • Anzahl der Items: 79
  • Reliabilität: Split-half-Reliabilität = .81 bis .91; interne Konsistenz = .83 bis .89
  • Validität: Hinweise auf Konstrukt- und Kriteriumsvalidität
  • Konstrukt: Arbeitszufriedenheit
  • Schlagwörter: Arbeitszufriedenheit, Arbeitsbedingungen, Beruf, affektive Einstellung | job satisfaction, working conditions, occupation, affective attitude
  • Item(s) in Bevölkerungsumfrage eingesetzt: nein
  • Entwicklungsstand: validiert
  • Originalpublikation:

    Neuberger, O., & Allerbeck, M. (1978). Messung und Analyse von Arbeitszufriedenheit: Erfahrungen mit dem Arbeitsbeschreibungsbogen (ABB). Bern: Huber.

    • Instruktion

      Bitte nehmen Sie auf den nachfolgenden Seiten Stellung zu Ihrer gegenwärtigen Arbeit (z.B. zu Ihren Kollegen, Arbeitsbedingungen, Bezahlung usw.). Äußern Sie dabei bitte Ihre ganz persönliche Meinung. Beispiel: Jemand empfindet seine Tätigkeit als sehr eintönig, langweilig und festgefahren und sie gefällt ihm nicht besonders. Deshalb streicht er bei „gefällt mir“ "eher nein", bei „langweilig“ "ja" und bei „festgefahren“ ebenfalls "ja" an. Es ist klar, dass es bei jeder Arbeit gute und schlechte Seiten gibt. Sie sollten so antworten, wie Sie im Großen und Ganzen darüber denken. Überlegen Sie nicht lange - die erste Reaktion ist meist die beste. Lassen Sie bitte keine Zeile aus! Sie sollten also in jeder Zeile eine der vier Möglichkeiten anstreichen!

       

      Items

       

      Skala 1: Meine Kollegen

      Gemeint sind die Kolleginnen und Kollegen, mit denen Sie unmittelbar zusammenarbeiten und arbeitsbezogenen Kontakt haben (es ist uns klar, dass Sie hier nur ein Durchschnittsurteil abgeben können).

      1

      stur

      2

      hilfsbereit

      3

      zerstritten

      4

      sympathisch

      5

      unfähig

      6

      guter Zusammenhalt

      7

      faul

      8

      angenehm

      9

      Alles in allem: wie zufrieden sind Sie mit Ihren Kollegen?

       

      Skala 2: Mein Vorgesetzter

      Gemeint ist Ihr unmittelbarer Vorgesetzter (der eine Stufe höher steht als Sie, der Ihnen Anweisungen geben und Sie kontrollieren kann).

      10

      ungerecht

      11

      aktiv

      12

      rücksichtsvoll

      13

      unhöflich

      14

      versteht etwas von seiner Arbeit

      15

      setzt sich nicht für uns ein

      16

      fair

      17

      unbeliebt

      18

      vertraue ihm

      19

      informiert schlecht

      20

      lässt uns mitreden

      21

      nörglerisch

      22

      Alles in allem: wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Vorgesetzten?

       

      Skala 3: Meine Tätigkeit

      Gemeint ist der Inhalt Ihrer Tätigkeit, die Art Ihrer Arbeitsaufgaben.

      23

      gefällt mir

      24

      langweilig

      25

      festgefahren

      26

      unselbständig

      27

      nutzlos

      28

      angesehen

      29

      enttäuschend

      30

      unterfordert mich

      31

      sehe Ergebnisse

      32

      kann meine Fähigkeiten einsetzen

      33

      kann meine Ideen verwirklichen

      34

      verantwortungsvoll

      35

      Alles in allem: wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Tätigkeit?

       

      Skala 4: Meine Arbeitsbedingungen

      Gemeint sind die Bedingungen, unter denen Sie arbeiten (z.B. Hilfsmittel, Maschinen, Arbeitsraum, Umgebung, Lärm, Temperatur usw.).

      36

      bequem

      37

      schlecht

      38

      sauber

      39

      angenehm

      40

      anstrengend

      41

      unruhig

      42

      viel Lärm

      43

      viel Platz

      44

      gesundheitsgefährdend

      45

      angenehme Temperatur

      46

      ermüdend

      47

      Alles in allem: wie zufrieden sind Sie mit den Arbeitsbedingungen?

       

      Skala 5: Organisation und Leitung

      Gemeint ist, wie Sie die Firma (oder das Werk, den Betrieb, die Behörde) als Ganzes sehen, wie die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen und Abteilungen funktioniert, wie Sie

      Vorschriften, Planung und Information und die "oberste" Leitung beurteilen.

      48

      schwach

      49

      an der Meinung der Leute interessiert

      50

      ungenügende Informationen

      51

      fortschrittlich

      52

      umständlich

      53

      schlechtes Betriebsklima

      54

      Durcheinander

      55

      stolz auf sie

      56

      fühle mich wohl hier

      57

      wir können mitreden

      58

      schlechte Planung

      59

      tut wenig für die Mitarbeiter

      60

      leistungsfähig

      61

      Alles in allem: wie zufrieden sind Sie mit der Organisation und Leitung?

       

      Skala 6: Meine Entwicklung

      Gemeint ist Ihr persönliches Vorwärtskommen (Ihre bisherigen und zukünftigen Möglichkeiten zum Aufstieg, zur Weiterbildung und zur Übernahme von verantwortungsvolleren Aufgaben).

      62

      gut

      63

      sicher

      64

      angemessen

      65

      wenig

      66

      ungeregelt

      67

      kaum Möglichkeiten

      68

      leistungsgerecht

      69

      enttäuschend

      70

      gibt mir Auftrieb

      71

      Alles in allem: wie zufrieden sind Sie mit Ihren Entwicklungsmöglichkeiten?

       

      Skala 7: Meine Bezahlung

      Gemeint ist die Höhe Ihrer Bezahlung, die Sie für Ihre Arbeit erhalten (einschließlich Zulagen, Zuschläge, 13. Monatsgehalt usw.)

      72

      schlecht

      73

      fair

      74

      zufriedenstellend

      75

      unangemessen

      76

      ungerecht

      77

      leistungsgerecht

      78

      entspricht meiner Verantwortung

      79

      Alles in allem: wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Bezahlung?

       

      Antwortvorgaben

      Die Skala der Items besteht aus vierstufigen Likert-Skalen mit den Antwortvorgaben: 1 = „ja“, 2 = „eher ja“, 3 = „eher nein“ und 4 = „nein“. Am Ende jeder einzelnen Skala wird eine zusammenfassende Zufriedenheitsfrage gestellt (Item 9, 22, 35, 47, 61, 71, 79). Hier besteht die Antwort aus Kunin-Gesichtern mit der Antwortskala von 1 = niedrigste Zufriedenheit (Gesicht mit heruntergezogenen Mundwinkeln) bis 7 = höchste Zufriedenheit (lachendes Gesicht), ohne jedoch verbale Anker vorzugeben.

       

      Auswertungshinweise

      Zur Errechnung des Zufriedenheitswerts müssen folgende Items umgepolt werden: 2, 4, 6, 8, 11, 12, 14, 16, 18, 20, 23, 28, 31, 32, 33, 34, 36, 38, 39, 43, 45, 49, 51, 55, 56, 57, 60, 62, 63, 64, 68, 70, 73, 74, 77, 78. Die Summenwerte der sieben Skalen werden durch einfaches Aufaddieren der (umgepolten) Items errechnet (ohne die jeweiligen Kunin-Items). Der Skalenmittelwert wird folgendermaßen berechnet: der Skalen-Summenwert wird durch die Anzahl der ABB-Items der Skala geteilt.

      Die abschließende Frage nach einer persönlichen Gewichtung der einzelnen Faktoren sollte nach der Methode der konstanten Punktsumme berechnet werden. Bei einer Faktorenanalyse unter Einbezug aller sieben Skalen konnte nach der Größe der Eigenwerte und dem Eigenwertverlauf ein Faktor extrahiert werden, der Generalfaktor "Arbeitszufriedenheit". Das Vorliegen dieses Faktors rechtfertigt eine Summierung der Skalenwerte, diese soll eine differenzierte Erfassung der Arbeitszufriedenheit ergänzen, nicht ersetzen.

       

       

    Neuberger und Allerbeck  (1978) gehen davon aus, dass bestimmte Erfahrungen in der Arbeitswelt von Individuen bewertend (auf der Dimension "gut - schlecht") registriert werden und dass diese Erfahrungen das künftige Deutungs-, Zuwendungs- und Meidungsverhalten beeinflussen. Arbeitszufriedenheit wird dementsprechend als kognitiv-evaluative Einstellung zur Arbeitssituation konzeptualisiert. Die meisten Items erfassen Wahrnehmungen, einige aber auch Bewertungen einzelner Aspekte der Arbeitssituation (Items zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Bezahlung, Kunin Items bzw. Gesichter).

     

     

    Itemkonstruktion und Itemselektion

    Neuberger (1976) trug aus der deutschen und amerikanischen Literatur über Verfahren zur Messung von Arbeitszufriedenheit 500 Items zusammen. Diese wurden sieben Aspekten oder Bereichen von Arbeitssituationen zugeordnet. Nach Aussonderung redundanter Formulierungen wurden 157 Items in eine Erstform übernommen. Diese wurde sechs Teilstichproben (N = 695) vorgelegt. Item- und Faktorenanalysen führten zu einer Reduktion auf 79 Items durch Neuberger und Allerbeck (1978). Beibehalten wurden dabei Items mit Schwierigkeiten kleiner als .85, Trennschärfen größer als .50 und Faktorenladungen in den jeweils ersten Faktoren über .50. Um Antworttendenzen zu minimieren wurde die Hälfte der Items jeder Skala negativ gepolt. Aufgrund der Ergebnisse für diese revidierte Form schlagen die Autoren zwei Änderungen für die Skala "Zufriedenheit mit Vorgesetzten" vor:

    1.     Das "Aktiv"-Item (Nr. 11) sollte wegen Mehrdeutigkeit entfernt werden.

    2.     Das Item "Vorgesetzter setzt sich nicht für uns ein" (Nr. 15) mit einer sehr niedrigen Trennschärfe sollte zur Vermeidung doppelter Verneinung umgepolt werden.

     

    Stichproben

    Die Stichprobe von Neuberger umfasste 993 Mitarbeiter eines Chemie-Werks in Südwestdeutschland. Es handelt sich um 321 Frauen und 596 Männer aller Altersstufen mit unterschiedlicher Schulbildung (hauptsächlich Volks- bzw. Hauptschule mit Berufsschule). In Replikationsstudien wurden mehr als 7000 Personen in über 20 Organisationen befragt (siehe Weiterführende Literatur).

     

    Variablen und Auswertungsmethoden

    Zusätzlich zu den 79 Items der Skala wurden die folgenden Variablen erhoben:

    -       Arbeitszeit: Bin mit der Einteilung der Arbeitszeit zufrieden (ja/ eher ja/ eher nein/ nein; Item muss umgepolt werden)

    -       Gesicherter Arbeitsplatz: Die Gefahr, meinen Arbeitsplatz zu verlieren, ist hoch (ja/ eher ja/ eher nein/ nein).

    -       Wenn Sie nun an alles denken, was für Ihre Arbeit eine Rolle spielt (z.B. die Tätigkeit, die Arbeitsbedingungen, die Kollegen, die Arbeitszeit usw.), wie zufrieden sind Sie dann insgesamt mit Ihrer Arbeit? Streichen Sie bitte das zutreffende Gesicht an. (Darunter sind die 7 Kunin - Gesichter abgebildet; sie reichen vom Gesicht mit heruntergezogenen Mundwinkeln (1 = niedrigste Zufriedenheit) bis zum lachenden Gesicht (7 = höchste Zufriedenheit).

    -       Wenn Sie nun nicht nur die Arbeit betrachten, sondern Ihre gesamte derzeitige Situation berücksichtigen (Wohnung, Preise, Gesundheit, Liebe, Politik, Nachbarn usw.), wie zufrieden sind Sie dann insgesamt mit Ihrem Leben? Streichen Sie bitte das zutreffende Gesicht an. (Hier sind ebenfalls die Kunin-Gesichter abgebildet.)

    -       Sie haben im vorangegangenen Fragebogen verschiedene Fragen beantwortet in Bezug auf Ihre Kollegen, Ihren Vorgesetzten, Ihre Bezahlung usw. Vermutlich sind die einzelnen Bereiche nicht gleich wichtig für Sie. Wir bitten Sie deshalb um eine Einstufung: Stellen Sie sich bitte vor, Sie stünden vor der Entscheidung, von mehreren angebotenen Arbeitsplätzen einen auszuwählen. Wahrscheinlich messen Sie bestimmten Gesichtspunkten mehr Bedeutung zu als anderen. Welche Bedeutung haben die verschiedenen Bereiche (Geld, Arbeitsinhalt, Kollegen usw.) für Sie? Bitte verteilen Sie insgesamt 80 Punkte auf acht Bereiche. Je mehr Punkte Sie einem Bereich geben, desto wichtiger ist er für Sie. Wenn für Sie ein Bereich völlig unwichtig ist (das heißt, Ihre Entscheidung überhaupt nicht beeinflussen würde), dann geben Sie ihm 0 Punkte. Sie können die 80 Punkte aufteilen wie Sie wollen - nur: Sie sollen alle 80 Punkte verteilen und Sie sollen nicht mehr als 80 Punkte verteilen!" (Punktvergabe für die Kategorien Kollegen, Vorgesetzter, Tätigkeit, Arbeitsbedingungen, Organisation und Leitung, Entwicklung, Bezahlung, Gesicherter Arbeitsplatz).

     

    Dimensionalität

    Nach dem Kaiserschen Kriterium (Eigenwerte > 1) sind nur die Skalen "Entwicklung" und "Bezahlung" über alle Untersuchungen hinweg eindimensional, die Skala "Arbeitsbedingungen" ist durchgängig mehrdimensional. Nach dem Kriterium "Eigenwertverlauf" (Tabelle 1) sind alle Skalen eindimensional, da der Abfall im Eigenwertverlauf vom ersten zum zweiten Eigenwert sehr deutlich ist.

     

    Tabelle 1

    Eigenwerteverlauf der Faktoren und erklärte Varianzanteile (N = 4057)

    Faktor

    Eigenwert

    Varianz

    1

    3.14

    44.8%

    2

    0.94

    13.4%

    3

    0.80

    11.5%

    4

    0.68

    9.7%

    5

    0.55

    7.9%

    6

    0.46

    6.6%

    7

    0.43

    6.2%

     

    Unabhängig davon verweist die Stärke des jeweils ersten Faktors darauf, dass alle Items vorwiegend Valenzen erfassen. (Tabelle 2)

     

    Tabelle 2

    Ladungen der sieben Skalen auf dem extrahierten Faktor Arbeitszufriedenheit (N = 4057)

    Faktor

    Eigenwert

    Kollegen

    0.54

    Vorgesetzter

    0.60

    Tätigkeit

    0.58

    Arbeitsbedingungen

    0.52

    Organisation und Leitung

    0.75

    Entwicklung

    0.64

    Bezahlung

    0.53

     

    Nach der mittleren Skaleninterkorrelation von .35 können die Einzelskalen als selbständige Maße aufgefasst werden (Tabelle 3).

     

    Tabelle 3

    Interkorrelation der sieben ABB-Skalen (N = 4057)

     

    K

    V

    T

    A

    O

    E

    B

    Kollegen

    -

     

     

     

     

     

     

    Vorgesetzter

    .44

    -

     

     

     

     

     

    Tätigkeit

    .34

    .36

    -

     

     

     

     

    Arbeitsbedingungen

    .32

    .33

    .28

    -

     

     

     

    Organisation und Leitung

    .28

    .42

    .41

    .39

    -

     

     

    Entwicklung

    .25

    .32

    .47

    .28

    .50

    -

     

    Bezahlung

    .23

    .28

    .20

    .29

    .47

    .44

    -

     

    Itemkennwerte

    Es werden part-whole korrigierte Item-Trennschärfen für die Neuberger-Stichprobe angegeben.

     

    Tabelle 4

    Mittelwerte, Item-Gesamt-Korrelationen und Eigenwerte der Items

    Item

    Mittelwert

    Trennschärfe

    Eigenwert

    1

    3.33

    .58

    4.48

    2

    3.45

    .49

    0.97

    3

    3.55

    .49

    0.67

    4

    3.28

    .49

    0.60

    5

    3.48

    .54

    0.54

    6

    3.14

    .54

    0.54

    7

    3.48

    .59

    0.46

    8

    3.31

    .55

    0.42

    9

    -

    -

    -

    10

    3.30

    .64

    6.74

    11

    3.31

    .42

    1.03

    12

    3.06

    .62

    0.95

    13

    3.47

    .55

    0.65

    14

    3.50

    .49

    0.54

    15

    2.92

    .64

    0.53

    16

    3.18

    .67

    0.48

    17

    3.21

    .65

    0.45

    18

    3.04

    .69

    0.41

    19

    2.68

    .60

    0.35

    20

    2.99

    .59

    0.31

    21

    3.23

    .59

    0.29

    22

    -

    -

    -

    23

    3.46

    .66

    5.87

    24

    3.35

    .64

    0.99

    25

    3.06

    .56

    0.85

    26

    3.28

    .57

    0.72

    27

    3.64

    .47

    0.71

    28

    2.94

    .47

    0.71

    29

    3.36

    .63

    0.60

    30

    2.97

    .55

    0.53

    31

    3.21

    .55

    0.52

    32

    3.12

    .66

    0.45

    33

    2.65

    .51

    0.44

    34

    3.30

    .55

    0.38

    35

    -

    -

    -

    36

    2.76

    .59

    5.02

    37

    3.22

    .60

    1.07

    38

    3.27

    .43

    0.98

    39

    3.08

    .58

    0.84

    40

    2.32

    .41

    0.79

    41

    2.43

    .53

    0.62

    42

    2.69

    .54

    0.58

    43

    2.82

    .50

    0.48

    44

    2.87

    .53

    0.45

    45

    3.06

    .40

    0.44

    46

    2.42

    .53

    0.40

    47

    -

    -

    -

    48

    2.55

    .58

    6.79

    49

    2.50

    .25

    0.98

    50

    3.34

    .57

    0.85

    51

    2.72

    .34

    0.76

    52

    1.91

    .61

    0.66

    53

    2.75

    .54

    0.57

    54

    2.39

    .62

    0.54

    55

    2.59

    .27

    0.49

    56

    3.27

    .38

    0.47

    57

    2.97

    .53

    0.42

    58

    2.13

    .68

    0.40

    59

    2.19

    .62

    0.39

    60

    2.97

    .25

    0.37

    61

    -

    -

    -

    62

    2.35

    .62

    5.85

    63

    2.57

    .51

    0.94

    64

    2.67

    .55

    0.56

    65

    2.15

    .51

    0.47

    66

    2.42

    .42

    0.44

    67

    2.08

    .51

    0.41

    68

    2.52

    .51

    0.39

    69

    2.50

    .55

    0.34

    70

    2.41

    .56

    0.31

    71

    -

    -

    -

    72

    2.67

    .62

    5.27

    73

    2.74

    .62

    0.64

    74

    2.73

    .68

    0.49

    75

    2.60

    .57

    0.38

    76

    2.75

    .70

    0.35

    77

    2.47

    .59

    0.32

    78

    2.54

    .59

    0.30

    79

    -

    -

    -

     

    Die mittleren part-whole korrigierten Trennschärfen-Werte (Tabelle 5) zeigen über alle Skalen hinweg betrachtet eine befriedigende Höhe.

     

    Tabelle 5

    Mittlere Trennschärfen der Skala

    Skala                   

    Trennschärfe

    Kollegen                

    .54

    Vorgesetzte             

    .59

    Tätigkeiten            

    .57

    Arbeitsbedingungen      

    .48

    Organisation und Leitung

    .45

    Entwicklung             

    .51

    Bezahlung               

    .60

     

     

    Reliabilität

    Für die Neuberger-Stichprobe liegen Spearman-Brown und Kuder-Richardson Koeffizienten vor (Tabelle 6). Mehrere Replikationsstudien (siehe Weiterführende Literatur) sind Retest-Untersuchungen, die im Durchschnitt relativ hohe Retest-Koeffizienten berichten. Arbeitszufriedenheit ist also offensichtlich relativ stabil. Für die Wichtigkeits-Urteile am Ende des Instruments wurden demgegenüber unbefriedigende Reliabilitätskoeffizienten ermittelt (Lesch, 1976 & Hoffmann, 1977). Nach Neuberger und Allerbeck sind dafür Faktoren wie Testmüdigkeit, Rechenaufwand, Globalität der Itemvorgaben oder echte Instabilität der Bedeutungsgewichtung verantwortlich.

     

    Tabelle 6

    Reliabilitäten der Skalen (Neuberger-Stichprobe)

    Skala                   

    Spearman-Brown 

    Kuder-

    Richardson

    Kollegen                

    .88

    .84

    Vorgesetzte             

    .90

    .89

    Tätigkeiten            

    .89

    .87

    Arbeitsbedingungen      

    .82

    .84

    Organisation und Leitung

    .81

    .83

    Entwicklung             

    .84

    .83

    Bezahlung               

    .91

    .86

     

    Validität

    Die multiple Regression der sieben Skalen bzw. Zufriedenheitsaspekte auf die mit den Kunin-Gesichter-Items erfasste Kriteriumsvariable "Allgemeine Arbeitszufriedenheit" erklärte weniger als die Hälfte (R² = 39.7 %) der Kriteriumsvarianz. Die sieben standardisierten Skalen erfassen also andere Aspekte als die Kriteriumsvariable. Nach Neuberger und Allerbeck belegen mehrere kriterienbezogene Validitätsstudien (1978, S. 130 - 174), dass ihr Fragebogen ein objektives, zuverlässiges und valides Instrument zur Erfassung der Zufriedenheit mit den wichtigsten Aspekten der Arbeitssituation ist.

    Geprüft wurden:

    1.     Der Zusammenhang zwischen objektiver Arbeitssituation (Position Analysis Questionnaire, PAQ von Frieling, 1976) und Arbeitszufriedenheit.

    2.     Der Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Persönlichkeit (Freiburger Persönlichkeitsinventar, FPI, Fahrenberg und Selg, 1973; Fragebogen zur Direktiven Einstellung, FDE, Bastine, 1971)

    3.     Der Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit und Fehlzeiten

    4.     Der Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Führungsverhalten (Fragebogen zur Vorgesetzten-Verhaltens-Beschreibung, FVVB, Fittkau-Garthe & Fittkau, 1971)

    5.     Der Zusammenhang mit anderen deutschsprachigen Arbeitszufriedenheitsfragebögen, wie der Skala zur Messung von Arbeitszufriedenheit (Fischer und Lück, 1972) und dem Brüggemann-Arbeitszufriedenheits-Kurzfragebogen.

     

    Deskriptive Statistiken (Normierung)

    Es liegen Mittelwerte der Items aus der Neuberger-Stichprobe (siehe Tabelle 4)  und Verteilungskennwerte für die sieben Subskalen und das Item "Allgemeine Arbeitszufriedenheit" vor (Tabelle 7). Die Skalen sind mehr oder weniger linksschief oder zeigen einen starken Exzess. Die Autoren machen ausführliche Angaben über Mittelwertsvergleiche der Arbeitszufriedenheit in verschiedenen Subpopulationen. Genaue Angaben finden sich dazu in Neuberger und Allerbeck (1978, S. 96-102).

     

    Tabelle 7

    Verteilungskennwerte für die ABB-Skalen und Allgemeine Arbeitszufriedenheit in der "repräsentativen Stichprobe" (N zwischen 2046 und 2296)

    ABB-Skala

      M 

     SD 

     N 

    Mis

    Kollegen

    26.93

    4.43

    2096

    265

    Vorgesetzter

    37.63

    7.86

    2108

    253

    Tätigkeit

    39.07

    7.31

    2132

    229

    Arbeitsbedingungen

    30.99

    6.89

    2161

    200

    Organisation und Leitung

    37.45

    8.16

    2046

    315

    Entwicklung

    23.40

    6.90

    2061

    300

    Bezahlung

    19.38

    5.65

    2132

    229

    Allgemeine Arbeitszufriedenheit)

     4.73

    1.31

    2296

     65

    Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung, N = Stichprobengröße (Ohne Missings), Mis = Missings

     

     

     

     

     

    Weiterführende Literatur

    -       Ausführliche Informationen zu Normwerten nach einer gewichteten Repräsentativitätsstichprobe geben Neuberger und Allerbeck (1978, S. 123 - 130).

    -       Allerbeck (1977) befragte 290 Mitarbeiter (238 Männer, 52 Frauen) im Vertrieb eines weltweit tätigen Elektrounternehmens (München) zum größten Teil in Gruppen in der Firma. Das Durchschnittsalter betrug 34,7 Jahre.

    -       Bergermaier (1975) befragte 221 Mitarbeiter eines kunststoffverarbeitenden Betriebs in Niederbayern. 129 Personen (58 %) gaben auswertbare Fragebögen zurück. Durchschnittsalter etwa 40 Jahre; 126 Männer, 3 Frauen.

    -       Genthe (1975) untersuchte 295 weibliche Mitarbeiter der Bundespost in Darmstadt in Gruppenbefragungen am Arbeitsplatz (Totalerhebung). Durchschnittsalter: 32 Jahre.

    -       Neuberger und Allerbeck (1978) fassen alle von Neuberger durchgeführten Studien zusammen. Die wichtigste beinhaltet eine Befragung von 6630 festangestellten nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität München (Krankenhauspersonal, Zentralverwaltung, Fachbereichssekretariate, Bibliothek, Werkstätten); 2023 Fragebögen (33%) konnten in der Auswertung berücksichtigt werden. Etwa zwei Drittel der Befragten waren Frauen, das Durchschnittsalter betrug etwa 35 Jahre.

    -       Neuberger, Allerbeck, Lesch und Lutz befragten in einem Werk der Chemischen Industrie in Südwestdeutschland alle etwa 2000 Mitarbeiter. Die Beteiligung betrug etwa 63 %. Es werden vier Teilstichproben unterschieden: a) alle deutschsprachigen Arbeitnehmer b) alle französischsprachigen Arbeitnehmer c) alle Arbeitnehmer, die in der Verwaltung beschäftigt sind (Lutz) d) alle Arbeitnehmer, die in den Betriebswerkstätten beschäftigt sind (Lesch).

    -       Rinke (1976) befragte 79 gewerbliche Arbeitnehmer (72 Frauen, 7 Männer), die in einem Werk der Spielzeugindustrie in Nordbayern vorwiegend als Akkordarbeiter tätig waren. Durchschnittsalter 37,4 Jahre.

    -       Glück (1975) bezog 109 Arbeiter (Männer) aus zwei Druckbetrieben in München ein. Nach etwa einem Monat folgte ein Retest. Osterkorn (1975) befragte 107 Frauen aus der Textilindustrie (Wien), davon 80 % angelernte Kräfte. Durchschnittsalter 42 Jahre, Rücklaufquote 70%.

    -       Schmidt (1975) befragte 117 Brauer, die Fortbildungsseminare in der Doemensschule (München) besuchten. Durchschnittsalter 30 Jahre (Totalerhebung).

    -       Stocker (1977) untersuchte 233 Mitarbeiter aus zwei Sparkassen Zweigstellen in Süddeutschland. Vogel (1977) befragte 1) 135 Auszubildende in den Bereichen Büro- und Großhandelskaufmann, Datenverarbeitung und Textilfertigung und 2) 42 Ausbilder beim Besuch von Fortbildungen. 

    -       John (1976) bezog 58 Männer aus dem grafischen und Elektrogewerbe ein, die sich in Kursen der IHK Bielefeld auf die Meisterprüfung vorbereiteten (Totalerhebung).

    -       Hoffmann (1977) führte eine Retest-Studie mit einer zweiten Befragung nach einem Monat durch. Es beteiligten sich etwa 100 Mitarbeiter aus vier Betrieben (Versicherung, Metallgewerbe, Bau, Computer-Service).

    -       Weiland (1977) verteilte Fragebögen an 230 Mitarbeiter eines metallverarbeitenden Betriebs in Südwestdeutschland. Es beteiligten sich 88 Personen (37 %) an der Untersuchung.

    -       Kruggel (1976) befragte 103 Angestellten einer Verwaltung der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Norddeutschland am Arbeitsplatz (Totalerhebung).

    -       Knaus (1976) bezog 140 Mitarbeiter eines Betriebes der glasherstellenden Industrie in Niedersachsen ein. Die Mitarbeiter wurden zum Teil am Arbeitsplatz, zum Teil postalisch zu Hause befragt. Gesamtrücklauf: 76%; 106 auswertbare Fragebogen.

    -       Klemm (1976) bezog 150 Arbeitnehmer aus einem Fertigungsbetrieb für Elektroartikel in Norddeutschland ein. 71 Personen wurden am Arbeitsplatz interviewt, von 40 weiteren wurden auswertbare Fragebogen zurückerhalten.

    -       Haas (1977) befragte 213 Mitarbeiter eines Betriebes der feinmechanischen Industrie in Süddeutschland. Der Betrieb umfaßt 900 Mitarbeiter. 151 Personen (71%) gaben auswertbare Fragebogen zurück.

    -       Maul (1976) befragte 224 Mitarbeiter eines Handelsunternehmens mit etwa 500 Zweigstellen in Bayern (187 Mitarbeiter im Außendienst und 37 Führungskräfte).

    -       Doubrawa (1976) befragte 161 jüngere weibliche Angestellte während ihres Kuraufenthaltes in einer Kurklinik der BfA (Totalerhebung).

    -       Benz (1977) bezog 204 Beschäftigte eines Betriebs der Brotindustrie in Südbayern ein. 87 Mitarbeiter (43%) aus Produktion, Verwaltung und Verkauf gaben auswertbare Fragebogen zurück.

    -       Spindler (1977) untersuchte 176 selbstbilanzierende Betriebe. Es wurden jeweils der Vorgesetzte und sechs Mitarbeiter befragt. Es beteiligten sich 164 Vorgesetzte und 803 unterstellte Arbeitnehmer (Rücklauf 83 %) eines Großunternehmens des Handelsgewerbes (vgl. Maul, 1976) in Bayern.

    -       Kupper (1978) befragte 465 Mitarbeiter der Elektrizitätswerke der Stadt München. Es beteiligten sich 340 Personen (73 %) an der Umfrage.

    -       Borg und Allerbeck (1977) berechneten für die Spindler-Stichprobe (1977) eine Faktorenanalyse mit Varimax-Rotation über alle Items. Die Ergebnisse berichten Neuberger und Allerbeck (1978, S. 89 - 96).

    -       Weitere Untersuchungen finden sich bei Büssing (1983a), Hirsch (1983), Kischkel (1979), Tränkle (1982a).

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